Deutschland will verstärkt Afghanen abschieben

Die deutsche Regierung will vermehrt afghanische Flüchtlinge abschieben. Die Mittelschicht solle in Afghanistan verbleiben, um es wieder aufzubauen. Auch würden deutsche Soldaten dazu beitragen, das Land sicherer zu machen, begründete der deutsche Innenminister den Entscheid.

Zwei deutsche Polizisten beobachten eine Gruppe von Flüchtlingen.

Bildlegende: Deutschland will angesichts der wachsenden Flüchtlingsströmen Abschiebungen erleichtern. Keystone

Die deutsche Regierung will vermehrt Afghanen in ihr Heimatland abschieben. Innenminister Thomas de Maizière erklärte, dass zunehmend auch Angehörige der afghanischen Mittelschicht ihr Land verliessen. «Wir sind uns mit der afghanischen Regierung einig, dass die Jugend Afghanistans und die Mittelschichtfamilien in ihrem Land verbleiben und dort das Land aufbauen sollen.»

Deutsche Soldaten und Polizisten trügen dazu bei, das Land sicherer zu machen. Auch sei viel Entwicklungshilfe nach Afghanistan geflossen. «Da kann man erwarten, dass die Afghanen in ihrem Land bleiben», betonte der Minister.

Starke Zunahme der Abschiebungen

De Maizière sagte, insgesamt würden Abschiebungen, freiwillige Ausreisen und geförderte Rückführungen von Flüchtlingen in den nächsten Wochen stark zunehmen. So müssten etwa Zehntausende abgelehnte Asylbewerber vom Westbalkan das Land verlassen.