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International Die Angst vor einem Gaza-Krieg wächst

Palästinenser haben erneut den Grossraum Tel Aviv mit Raketen angegriffen. Die Israelis ihrerseits bombardierten den Gazastreifen aus der Luft. Wird es im Nahen Osten zum Krieg kommen?

Legende: Video Eskalation in Nahost abspielen. Laufzeit 2:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.07.2014.

«Niemals war in Israel in den vergangenen Jahrzehnten ein Krieg so nahe», schreibt etwa der rechtsliberale Mailänder «Corriere della Sera». Und die spanische «El Mundo» moniert: «Die israelische Offensive im Gazastreifen kann der Beginn eines neuen offenen Krieges im Nahen Osten sein.

Tatsache ist: Die Palästinenser haben Israel erneut mit Raketen angegriffen, 225 waren es insgesamt. Auch auf den Grossraum Tel Aviv haben sie geschossen. Raketen auf Tel Aviv – das hat es seit fast zwei Jahren nicht mehr gegeben. Und Israel seinerseits setzt seine massiven Angriffe auf den Gazastreifen fort. Damit steigt die Zahl der Toten seit Beginn der Offensive in der Nacht zum Dienstag auf mindestens 30. Mehr als hundert Menschen wurden verletzt.

Wird es im Nahen Osten zum Krieg kommen? Der Hass zwischen Israeli und Palästinensern ist seit der Ermordung von vier Jugendlichen wieder gewachsen. Bomben gehen in Israel und Gaza nieder, und nun droht Israel gar mit einem Bodenangriff im Gazastreifen.

«Die Israelis wollen keinen Krieg»

«Die meisten Israelis wollen die Eskalation nicht und die Regierung auch nicht, aber es gibt extremistische Elemente, die einen sehr grossen Einfluss in Regierungskreisen haben und die Druck auf die Regierung ausüben. Auf der anderen Seite ist es das Gleiche», sagt der frühere israelische Diplomat Avi Primor zu «Echo der Zeit».

Eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht. Und die Geschichte in Nahost hat gezeigt: Waffen sind nicht förderlich für einen nachhaltigen Frieden. Eine Schlüsselfunktion im Konflikt haben schon immer die USA gespielt. Doch von ihnen ist im Augenblick wenig zu hören. Avi Primor ist sich allerdings nicht sicher, ob die Amerikaner nicht eingreifen wollen: «Eigentlich war Obama immer sehr erpicht auf eine Lösung. Vorerst hat er wenige Möglichkeiten, weil er im November Heim-Wahlen hat.»

Das seien aber die letzten Wahlen, mit denen er jemals konfrontiert würde. «Nach November hat er zwei Jahre und drei Monate freie Hand. Wenn er dann etwas tun will, hat er alle Macht und muss die Innenpolitiker in seinem Land nicht mehr fürchten», so Primor. Laut dem Diplomaten ist das die einzige Hoffnung.

Und bis November? Laut SRF-Korrespondent Pascal Weber scheinen die Spitzenpolitiker beider Seiten den Ablauf der Ereignisse nicht mehr völlig in der Hand zu haben. «Und das ist sehr gefährlich», sagt Weber. Mit jedem Luftangriff oder jeder abgeschossenen Rakete wachse der Druck auf die Politiker, mit harter Hand durchzugreifen.

Obama ruft zur Mässigung auf

«In diesem Moment der Gefahr müssen alle Beteiligten die Unschuldigen schützen, mit Vernunft und Mass agieren, nicht mit Rache und Vergeltung», schreibt der US-Präsident in der «Zeit». «Beide Seiten müssen gewillt sein, für den Frieden Risiken in Kauf zu nehmen.» Die USA hielten eine Zweistaatenlösung für den einzigen Weg zu Frieden in Nahost.

11 Kommentare

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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Israel hat das uneingeschränkte Recht seine Bürger vor Terror, Verletzungen und Tod zu schützen. Es kann nicht sein, dass Israel von radikalen Islamisten angegriffen wird und wenn Israel zurückschlägt rufen die Palästinenser um Hilfe. Nicht zu Vergessen die politischen Kräfte in der EU und USA welche die Palästinenser ermutigen für einen eigenen Staat zu kämpfen und diesen auch einfordern. Ein harter und vernichtender Schlag gegen Hamas und Co ist daher mehr als angebracht; des Lebens wegen.
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    1. Antwort von Sarah Leib, Cham
      Israel hat keine Rechte ihr Land ist gestohlen.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Leib - öffnen Sie mal ein Geschichtsbuch: Israel ist ein 1947 von der UNO-Vollversammlung ratifizierter und 1948 ausgerufener Staat. Da ist rein gar nichts gestohlen.
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    3. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Ein harter und vernichtender Schlag gegen die Hamas? Und wie würden Sie das genau umsetzen? Die halbe Bevölkerung präventiv umbringen, da sie ja radikal werden könnten wenn man ihre Familien ermordet? Des Lebens wegen Bomben werfen, ja ist klar........
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Es gibt einen Konflikt zwischen Israel u. der Hamas, mehr aber nicht. Aegypten hat mehr als genug mit den Muslimbrüdern zu tun. Die Saudis sind an der Grenze mit Irak beschäftigt. Syrien kann gegenüber Israel auch nichts tun und der Iran muss seine Interessen im Irak, Syrien u. Libanon verteidigen. König Abdullah v. Jordanien muss versuchen sich aus dem ganzen Durcheinander rauszuhalten um nicht zerrieben zu werden.
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    1. Antwort von Thomas Treichler, USA
      Der Aegyptische Geheimdienstchef General Al Tuhami besuchte Israel in den vergangenen Tagen. Es ist klar was vor sich geht und was die Nachbarn Israel's von Hamas halten: eine reine Terrororganisation. Europa sollte endlich einmal seine Augen oeffnen.
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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Krieg gab es schon bei den Neandertalern , einzig die Motive und Hintergründe haben sich verändert und immer hat der Stärkere die Moral bestimmt . Als Schwächerer gebe ich gerne einen Stein mehr aus meinem Garten, den mir mein Nachbar hineinwirft , es ist die leichtere Arbeit wie die Keule zu schwingen oder sie ertragen .
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