«Die Balkanroute bleibt dauerhaft geschlossen»

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bleibt dabei: Die Schliessung der sogenannten Balkanroute verlaufe planmässig, die Uhr werde nicht zurück gedreht. Derweil warten in Griechenland Tausende Menschen auf die Öffnung dieser Route. Nach Tagen des Regens werden viele krank.

Johanna MIkl-Leitner steht an einem Rednerpult und hört zu. (reuters)

Bildlegende: In Griechenland sitzen über 35'000 Menschen fest. Doch Mikl-Leitner will, dass die Balkanroute für immer zu bleibt. Reuters

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat die faktisch vollständige Schliessung der sogenannten Balkanroute für Flüchtlinge verteidigt. In der Zeitung «Die Welt» sagte sie: «Das Schliessen der Balkanroute verläuft planmässig und diese Uhr wird nicht zurückgedreht.»

Zugleich lobte Mikl-Leitner das abgestimmte Vorgehen der Behörden der Länder entlang der Route.

«  Diese Allianz der Vernunft hat bisher den entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Stabilität und Ordnung für die Menschen in Europa zu wahren. »

Johanna Mikl-Leitner
Österreichs Innenministerin

Mit Blick auf das heutige Treffen der EU-Innenminister in Brüssel bestand sie auf einer langfristigen Schliessung der bisher von Flüchtlingen genutzten Route über den Balkan.

«  Meine Position ist klar: Die Balkanroute bleibt geschlossen, und zwar dauerhaft. »

Johanna Mikl-Leitner
Österreichs Innenministerin

Der «unkontrollierte Massenzustrom» über die Route müsse Geschichte sein. Und weiter sagte die Österreicherin: Wenn Europa dabei konsequent bleibe, dann werde auch «der Migrationsdruck aus der Türkei nach Griechenland sinken».

Krankheiten grassieren unter Flüchtlingen

Derweil regnet es im Norden Griechenlands weiter, das Aufnahmelager in Idomeni an der Grenze zu Mazedonien versinkt in Wasser und Schlamm. Dort harren mindestens 13'000 Flüchtlinge und Migranten aus.

Karte non Mazedonien und Griechenland

Bildlegende: Idomeni – an der griechisch-mazedonischen Grenze – hat einen Grenzbahnhof an einer wichtigen europäischen Bahnstrecke. SRF

250 von ihnen haben das Aufnahmelager freiwillig verlassen. Vor allem Familien seien mit Bussen in organisierte Lager im Grossraum Athen gebracht worden, berichten griechische Medien.

Hunderte Menschen sind zudem in einem Spital nahe Idomeni in Behandlung. Ärzte berichten, diese Menschen litten unter schweren Erkältungen, Atemwegebeschwerden und Durchfall. Unter ihnen seien auch viele Kinder.

Ein Junge schleppt Holz zu seinem Zelt in Ideomeni. Derweil regnet es weiter. (reuters)

Bildlegende: Idomeni am 09.03.2016: Es ist schwierig sich einigermassen warm und trocken zu halten an der Grenze zu Mazedonien. Reuters

Täglich kommen Hunderte Menschen dazu

Die Balkanroute von Griechenland in Richtung Westeuropa ist für Flüchtlinge faktisch geschlossen. Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien lassen seit Mittwoch niemanden ohne Reisepass und Visa passieren. Damit sitzen insgesamt mehr als 35'000 Menschen in Griechenland fest.

Vertreter der griechischen Behörden und Hilfsorganisationen ermutigen die Menschen abzureisen. Es sei sinnlos im Schlamm zu warten, weil die Grenze zu Mazedonien vorerst nicht wieder auf gehe.

Ein Ende des Zustroms von Menschen von der Türkei nach Griechenland ist aber nicht abzusehen. Am Donnerstagmorgen kamen rund 800 Migranten von den griechischen Ägäis-Inseln Lesbos und Chios in der Hafenstadt Piräus an. Am Abend wird eine weitere Fähre mit etwa 300 Migranten an Bord erwartet. Dies teilte die Küstenwache mit.

Der Bürgermeister der Insel Chios rief die Regierung in Athen auf, sofort eine weitere Fähre einzusetzen, damit die Insel entlastet werde. In Chios warten mehr als 3000 registrierte Migranten auf ihre Weiterreise zum Festland, berichtet das Staatsradio (ERT).

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Nichts geht mehr auf der Balkanroute

    Aus Tagesschau vom 9.3.2016

    Gleich mehrere Länder auf der Balkanroute haben ihre Grenzen für Flüchtlinge inzwischen geschlossen. Für die Flüchtlinge bedeutet das, dass sie an ihrem momentanen Standort festsitzen.