«Die Bereitschaftspolizei Berkut existiert nicht mehr»

Fortschritte in der Ukraine: Die Regierung hat die Polizeitruppe Berkut aufgelöst. Die Truppe soll Todesschüsse auf die Demonstranten abgegeben haben.

Mitglieder der Sonderpolizei Berkut am 22. Februar in Kiew.

Bildlegende: Mitglieder der Sonderpolizei Berkut am 22. Februar in Kiew: Vergangene Woche starben 82 Menschen bei Strassenkämpfen. Reuters

Wegen ihres gewaltsamen Vorgehens gegen die Proteste in der Ukraine ist die Bereitschaftspolizei Berkut aufgelöst worden. «Die Berkut existiert nicht mehr», teilte der Übergangsinnenminister Arsen Awakow auf seiner Facebook-Seite mit.

Die Spezialeinheiten seien mit sofortiger Wirkung abgeschafft worden. Er habe das entsprechende Dekret Nr. 144 unterzeichnet, hiess es weiter.

Die Berkut (Steinadler), deren Mitglieder an ihren Uniformen leicht von anderen Polizisten zu unterscheiden waren, wurden für viele Übergriffe auf Demonstranten verantwortlich gemacht. So waren Berkut-Polizisten gefilmt worden, wie sie mit scharfer Munition auf die Menge schossen.

Timoschenkos Kandidatur fraglich

Inzwischen hat sich die Tochter von Julia Timoschenko zu einer Präsidentschaftskandidatur ihrer Mutter im ARD-Morgenmagazin geäussert. Es sei noch nicht gewiss, ob ihre Mutter eine politische Position anstreben werde.

Die an einem Rückenleiden erkrankte Timoschenko müsse nach ihrer Haftentlassung erst einmal im März in eine Rehabilitations-Klinik. «Und dann müssen wir weitersehen.» Voraussichtlich in einer Woche oder 14 Tagen werde die 53-Jährige dazu eine Erklärung abgeben.

Der führende Oppositions-Politiker und ehemalige Profiboxer Vitali Klitschko hat seine Kandidatur für die Wahlen am 25. Mai bereits angemeldet.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Separatistische Tendenzen in der Ukraine

    Aus Tagesschau vom 25.2.2014

    Nach der Entmachtung von Staatschef Janukowitsch versucht die Opposition in der Hauptstadt Kiew weiter ihre Macht zu festigen. Im Rest des Landes überschlagen sich derweil die Ereignisse. Es droht die Spaltung. Und Oppositionspolitiker und ex-Boxer Vitali Klitschko will Präsident werden

  • An einer Gedenkstätte für die Toten der blutigen Zusammenstösse auf dem Maidan in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

    Instabile Lage in der Ukraine

    Aus Echo der Zeit vom 25.2.2014

    Die Regierungsbildung in der Ukraine verzögert sich. Dafür dreht sich bereits das Kandidatenkarussel für die Wahlen im Mai. So hat Vitali Klitschko seine Präsidentschaftskandidatur angekündigt. Gespräch mit Ulrich Schmid von der Neuen Zürcher Zeitung; er war die letzte Tage in Kiew.

    Ursula Hürzeler