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Gewalt in Charlottesville Die Ereignisse im Überblick

Nach den Krawallen zwischen Rechtsextremen und Gegendemonstranten kam es zu zwei tödlichen Zwischenfällen. Ein Auto raste in eine Menschenmenge und ein Polizeihelikopter stürzte ab.

Legende: Video Rechtsextreme Gewalt in den USA abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.08.2017.

Demonstration: An einer Kundgebung rechtsnationalistischer und rassistischer Gruppen hat sich im US-Bundesstaat Virginia massive Gewalt entzündet. Anlass für die Kundgebung unter dem Motto «Vereinigt die Rechte» war ein Stadtratsbeschluss, eine Statue des Konföderierten-Generals Robert E. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) zu entfernen. Lee führte die Südstaaten-Truppen, die für die Sklaverei eintraten. An der Demonstration dabei war auch der frühere Ku-Klux-Klan-Führer David Duke.

Gegendemonstation: In Charlottesville kam es zu grossen Gegendemonstrationen. Die Aktivisten hielten Schilder hoch, auf denen unter anderem «Nazis, geht nach Hause» zu lesen war.

Krawall: Als Hunderte Rechtsextreme in paramilitärischen Uniformen ebenso vielen Anhängern antifaschistischer Gruppen gegenüberstanden, kam es zu Krawallen. Beide Seiten gingen mit Schlagstöcken, Flaschen und Wurfgeschossen aufeinander los. Insgesamt wurden 35 Menschen verletzt, wie CNN berichtete.

Auto-Attacke: Nach Angaben der Polizei raste ein Auto vermutlich absichtlich in eine Gruppe von Gegendemonstranten und rammte an einer Kreuzung zwei Autos. Die mutmassliche gezielte Autoattacke ereignete sich, als ein Grossteil der Kundgebungsteilnehmer bereits abgezogen war und die Gegendemonstranten einen eigenen Protestzug bildeten.

Opfer: Eine 32-jährige Frau wurde bei der Attacke getötet. 19 weitere Menschen seien verletzt worden, einige von ihnen schwer, sagte der Polizeichef.

Täter: Nach Medienberichten ist der festgenommene Fahrer ein 20-Jähriger aus Ohio, der jetzt unter dem Vorwurf des Totschlags festgehalten wird. Ob er selber einer rechtsextremen Gruppe angehört, ist noch unklar.

Ermittlungen: Die US-Bundespolizei FBI übernahm die Ermittlungen zu der tödlichen Auto-Attacke. Der Fall werde als möglicher Verstoss gegen die Bürgerrechtsgesetze behandelt, teilte das FBI mit.

Heli-Absturz: Während der Kundgebung stürzte ein Polizeihelikopter ab. Die Polizisten beobachteten die Zusammenstösse aus der Luft. Die Polizei berichtete von zwei Toten. Die Absturzursache ist noch unklar.

Einschätzung von SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen

Der Vorfall in Charlottesville kommt leider überhaupt nicht überraschend. Beobachter der rechtsextremen Szene melden schon lange, dass sich die rechtsextreme Szene durch Donald Trump bestärkt fühlt. Ich spreche da zum Beispiel vom Ku-Klux-Klan oder von der rechtsnationalistischen Gruppierung «Alt Right». Ich erinnere mich gut, wie zögerlich sich Donald Trump während des Wahlkampfes von solchen Gruppierungen distanzierte. Und vergessen wir nicht, dass auch Personen aus diesem Dunstkreis oder Personen denen Sympathien für solche Gruppierungen nachgesagt werden, Einfluss im Weissen Haus haben. Ich denke da vor allem an Steve Bannon, den Chefstrategen im Weissen Haus. All das bestärkt die rechtsextreme Bewegung in den USA und führt zu solch offenen Szenen, wie wir sie in Charlottesville gesehen haben.

Karte Charlottesville
Legende: SRF

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107 Kommentare

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  • Kommentar von U. Müller (ponca)
    Das ganze links-rechts Paradigma ist eine Erfindung der globalen Elite, um uns gegenseitig aufzuhetzen und von ihren kriminellen Absichten und Taten abzulenken.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Bei diesem Thema wird es mir zu gefährlich,denn man Unterstellt mir,dass in meinen Kommentaren nicht ersichtlich sei,dass ich mich nicht von den Rechtsextremen distanziere.So macht eine Diskussion keinen Sinn mehr.Denn ich möchte nicht,dass andere Menschen meine Gedanken verdrehen und mich vielleicht in die Kategorie der Rechtsextremen stellen wollen.Wünsche allen einen friedlichen Tag und hoffe,dass aus Nordkorea keinen Krieg daraus entsteht,leider entstehen Kriege oft durch Extreme M.Artho
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Nun ich stelle bei diesem Thema fest,dass die Emotionen hoch gehen,wenn es um Rechtsextreme geht,ist ja verständlich,weil leider wie ich hier auch feststellen muss,oft Antworten aus neutraler Sicht nicht aufgeschaltet werden,was ich einmal mehr schade finde. Bin der Meinung,dass die Gewalt nicht nur von Rechts,Links oder Religionen, kommt. Könnte es sein, dass es auch Untergruppen gibt, Scharmützel, sogenannte Mitläufer die Action suchen. Für mich nochmals, sind alle Extreme nicht tolerierbar.
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      "Könnte es sein, dass es auch Untergruppen gibt, Scharmützel, sogenannte Mitläufer die Action suchen." Natürlich ist das so. Alle Extreme nicht tolerierbar, das sehe ich auch so. Für mich ist es aber trotzdem ein Unterschied ob ein Linksradikaler gegen den Staat oder den Kapitalismus krakehlt oder ein Rechtsradikaler irgendetwas von Ariern, Ausländer und Juden raus, Deutschland den Deutschen oder no blacks in this town stammelt.
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Karl Kirchhoff Sorry aber bei Extremen da sehe ich keinen Unterschied, da beide Seiten Gewalt anwenden, oder etwa nicht. Bekämpfung gegen den Kapitalismus wird oft auch mit Gewalt und Drohungen ausgeübt, oder etwa nicht. Dabei lebt ja ein Sozialstaat auch von den Kapitalisten und sind doch ein Stück auf dieses Geld angewiesen. Wie erbärmlich es aussah in Kuba durch die Kommunistische Regierung sah man doch. Was den Rassismus angeht, ja dies verachte ich auch und ist leider tragisch. Forts.2
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Forts.2 oft hat für mich Hetze gegen Persönlichkeiten einen ähnlichen Effekt wie Rassismus, denn es gibt auch eine sogenannte Auswirkung zur Gewalt, mit Gegengewalt, dies bringt uns für Frieden nicht weiter. Darum braucht es wieder mehr Zusammenarbeit das Wort heisst "Versöhnung" aller, für das Wohl eines Landes und der Unterschiedlichen Menschen, dies wäre mein Traum um Frieden herzustellen, jedoch wird dies eher schwierig sein,leider mit Verhärtung und Verachtung beidseits, geht dies nicht.
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "weil leider wie ich hier auch feststellen muss,oft Antworten aus neutraler Sicht nicht aufgeschaltet werden" Neutral heisst "nicht einer Partei zugehörig", und nicht "Zentrum des Universums". Ich sehe kein neutraler Kommentar hier. Ich sehe auch keine Distanzierung von den Rechtsextremen.
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    5. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Linke Gewalt = Gegen Staat, Konzerne, Personen gesellschaftliche Systeme viel Sachbeschädigung und Körperverletzung, keine Toten (nach RAF) Rechte Gewalt = Gegen Staat, Konzerne, Personen gesellschaftliche Systeme, andere Ethnien, andere Religionen, andere Kulturen , halten sich für besser als Andere, wollen am liebsten unter sich sein, weniger Sachbeschädigung aber mehr Körperverletzung und auch viele Tote (77 alleine durch Breivik). Beide gehören nach Recht und Gesetz hart bestraft.
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    6. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Karl Kirchhoff all das was Sie schreiben, dies unterstütze ich bestimmt nicht und es ist schrecklich wenn Menschen sterben müssen wegen einer Extremer Haltung. Der Terror der heutigen Zeit und die Kriege, all diese Ereignisse haben den Ursprung zur Übermacht Besitz. Leider entstanden oft Kriege unter dem Namen Gottes oder Allah. Heute sind es Politische extreme, nochmals ALLES was extrem ist führt zur Gewaltbereitschaft. Nun hoffe ich, dass man mich versteht.
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    7. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      "ALLES was extrem ist führt zur Gewaltbereitschaft". Supertrump ist extrem. Extrem provokant, extrem arrogant, extrem empathielos etc. Ein grosser Teil der Amerikaner ist extrem gläubig. In den USA gibt es extrem viele Waffen und die 5 Millionen NRA Mitglieder sind alle Supertrumps Freunde, wie er selber sagte. Am vergangen Wochenende gab es alleine in Chicago 39 Schiessereien mit 9 Toten und 30 Verletzten. Alles wirklich sehr EXTREM.
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