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International Die EU drängt in Syrien auf Zonen, die nicht bombardiert werden

Die EU braucht die Türkei zur Bewältigung der Flüchtlingskrise. Beim Gipfel in Brüssel war Ankara nicht dabei – bekam aber Fürsprache in hochsensibler Syrien-Angelegenheit.

Ein Mann trägt ein verletztes Mädchen durch ein von den Regierungstruppen zerstörtes Quartier Aleppos.
Legende: Seit September fliegt Russland in Syrien Angriffe, bei denen auch Zivilisten zu Schaden gekommen sein sollen. Keystone/Symbolbild

Die EU hat die Kriegsparteien in Syrien aufgefordert, die Bombardierung der Zivilbevölkerung im Norden des Landes sofort zu stoppen. «Wenn Zehntausende Menschen Angst haben, Sorge haben, bombardiert zu werden, sollte es möglich sein, sich darauf zu verständigen, dass man in diesen Zonen eben genau nicht bombardiert», sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach dem EU-Gipfel in Brüssel.

Die Staats- und Regierungschefs der EU fordern in ihrer Abschlusserklärung das Regime von Machthaber Baschar al-Assad und seine Alliierten auf, Schutzzonen für die syrische Bevölkerung einzurichten. Auf eine konkrete Erwähnung Russlands konnten sich die EU-Staaten offensichtlich aber nicht einigen. Der in Entwürfen vorhandene Verweis fehlte in der Endfassung. Die verstärkten Luftangriffe vor allem Russlands gelten als Grund dafür, dass erneut Zehntausende Syrer Richtung Türkei fliehen.

Die türkische Regierung verlangt seit langem eine Schutz- und Flugverbotszone in Nordsyrien. Damit will sie nach ihrer Darstellung weitere potenzielle Millionen von Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland verhindern – und diese in ihrem eigenen Land schützen.

Die jüngste Offensive der Regierungstruppen und massive russische Luftangriffe bei Aleppo haben Zehntausende Menschen aus Syrien an die Grenze zur Türkei getrieben. Gleichzeitig beschiesst die türkische Armee dort seit Tagen kurdische Einheiten, um ihren Vormarsch zu stoppen. Ankara wirft den Kurden vor, die russischen Angriffe auf andere Rebellen zu nutzen, um ihr Gebiet zu erweitern. Ihr Ziel ist es, ein zusammenhängendes Kurden-Territorium im Norden Syriens zu schaffen.

Der EU-Gipfel

Die 28 Staats- und Regierungschefs der EU haben von Donnerstag bis am frühen Samstagmorgen über den Verbleib Grossbritanniens in der EU und die Flüchtlingskrise debattiert.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    In Ost - Aleppo hat die syrische Armee mehr als 800 IS - Kämpfer eingekesselt, sie versucht das wichtigste Kraftwerk der Stadt Aleppo aus den Fängen des IS zu befreien und so die Energieversorgung der Stadt zu ermöglichen. EU - Mitglieder und die USA, welche eine Flugverbotszone in Syrien einrichten wollen, sind im Jemenkonflikt Mitglied einer Allianz. welche laut IKRK, über hundert absichtliche Angriffe gegen Spitäler ausgeführt haben, Yemen: Attacks on health care facilities must stop.
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    1. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      C.M. Meldung über 800 eingekesselte IS Kämpfer werde ich mit Vorbehalt nehmen. Meldung hat Almasdar verbreitet, aber heute Nachmittag hat SAA mehrere Dörfer mit leichtigkeit eingenommen, so das es sich vermutet lässt, dass IS seine Einheiten vor schlissung von Kessel abgezogen hat. Letzte Meldungen sagen das auch Kraftwek befreit ist. Seit Anfang Februar hat SAA über 800km2 befreit.
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Wehe, wer zwischen die Fronten von mächtigen Interessen gerät! Menschen aus Syrien(ohne Ansichten zu teilen oder eine Partei zu ergreifen): Ihr habt mein grösstes Mitgefühl und ich leide jeden Tag mit all den Kindern und Unschuldigen, die da "verbrannt"(zerstört) werden, weil andere Interessen wichtiger sind als euer Leid! Ihr habt keine Menschenrechte mehr ... wie viele andere auch schon. Es wird sichtbar, wie zerbrechlich diese Rechte sind, wenn sie der Willkür überlassen werden!
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Der katholische Bischof von Aleppo, Georges Abou Khazen, beklagte die Bombardierung der zivilen Bevölkerung durch Gruppen welche moderate Opposition genannt werden, aber sich nur mit dem Namen von den anderen Jihadisten, genannt IS und al - Nusra, unterscheiden ( Vatikan Radio ). The Boston Globe nannte die Syrien - Berichterstattung eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der amerikanischen Presse, wenn man obigen Bericht liest muss man wieder feststellen, nicht nur der amerikanischen.
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