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Zum Abschied Die fünf Schulz-Momente

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute wird in Strassburg der neue Präsident des Europäischen Parlaments gewählt.
  • Martin Schulz entschied Ende November nicht erneut für das Amt zu kandidieren. Fünf Jahre war der Deutsche Präsident, so lange wie noch keiner.
  • Er wechselt in die nationale Politik und kandidiert für den Bundestag. Schulz wird aber auch als zukünftiger Aussenminister oder gar Kanzler gehandelt.

Seit mehr als 20 Jahren sitzt Martin Schulz im Europaparlament. Martin Schulz nahm kein Blatt vor den Mund und eckte bei seinen rechten Kollegen mit seiner direkten Art immer wieder an:

2003: Berlusconi beschimpft Schulz als Kapo

Schulz bringt Silvio Berlusconi zum Platzen. Auf eine Reihe scharfer Fragen zum Kurs seiner Regierung antwortet Italiens damaliger Ministerpräsident: «Ich weiss, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo vorschlagen. Sie wären perfekt.» Kapos waren Häftlinge in Konzentrationslagern der Nazis, die zur Aufsicht über andere Gefangene eingesetzt wurden.

Legende: Video Berlusconi beschimpft Schulz abspielen. Laufzeit 00:57 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2017.

2010: Nazi-Spruch von Godfrey Bloom

«Ein Volk, ein Reich, ein Führer.» Mit diesem Spruch fällt der britische Euro-Skeptiker Godfrey Bloom Schulz ins Wort. Schulz forderte mehr Zusammenarbeit in der Eurozone. Wegen dieses provozierenden Nazi-Spruches wird Bloom aus dem Strassburger Parlament geworfen.

Legende: Video Bloom brüskiert Schulz mit Nazi-Spruch abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.01.2017.

2014: Schulz löst Tumult in der Knesset aus

Schulz kritisierte in einer Rede im israelischen Parlament den Bau weiterer israelischer Sidlungen in den Palästinensergebieten und den «Boykott» des Gaza-Streifens. Dies löste Tumulte und Beschimpfungen durch rechte Abgeordnete aus. Parlamentarier der rechten Siedlerpartei rufen «Schande» und verlassen unter Protest den Saal.

Legende: Video Ausschnitt aus der Rede von Schulz abspielen. Laufzeit 01:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.02.2014.

2016: Schulz wirft rassistischen Abgeordneten raus

Der fraktionslose Eleftherios Synadinos beschimpfte während der Debatte über den EU-Türkei-Gipfel «den Türken» unter anderem als «Barbaren» und «Dreckskerl». Martin Schulz wirft darauf den Abgeordneten von der rechtsextremistischen und ausländerfeindlichen griechischen Partei «Goldene Morgenröte» aus der Sitzung des Plenums.

Legende: Video Schulz greift durch abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Aus News-Clip vom 09.03.2016.

2016: Emotionaler Abschied vom Parlament

Mit einem Plädoyer für ein geeintes Europa verabschiedet Schulz sich von den Abgeordneten. «Überall auf diesem Kontinent machen sich die Spalter und die Ultranationalisten wieder breit, diejenigen, die Menschen gegeneinander hetzen», sagt Schulz in Strassburg. «Mit aller Kraft werde ich mich jedenfalls auch künftig gegen diesen Hass stellen, egal von welcher Stelle aus.»

Legende: Video Schulz gibt sein EU-Amt auf abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.11.2016.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Danke, Martin Schulz, für die rote Linie gegen den Rassismus und das konsequente Vorgehen gegen rassistische Typen. Dass hier gegen einen Linken mit Rückgrat gewettert wird, ist normal und darf als Positivum notiert werden. Für Deutschland ist Martin Schulz als Kanzler die einzige Alternative zu Merkel. Er wird nicht wie Schröder nach Amtsniederlegung sofort gut Freund mit Putin.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Schröder war schon während seiner Amtszeit ein guter Freund von Putin. Dadurch hatten wir dieses Russland-Bushing nicht & einen neuen Kalten Krieg mussten wir auch nicht fürchten. Durch die Freundschaft der Merkel mit Obama gibt es jetzt aber wieder einen Keil zwischen Russland & dem restlichen Europa. Amerika mit "nur" der Alternative Trump oder Clinton, bedauert worden ist, wäre es D mit "nur" der Alternative Schulz ebenso. Er ein Unterstützer von Merkels Politik ist, würde sich nichts ändern
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Ein weiterer EU-Politiker, dem das Volk wenig bedeutet aber seine Karriere sehr viel...
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  • Kommentar von Meinrad Jnglin (mjnglin)
    Der Unterschied zwischen der Politik und Privatwirtschaft ist, dass man in der Politik keine Berufserfahrungen mitbringen muss. So kann ein Bauernsekretär Finanzminister werden, eine Pianistin und Konsumentenschützerin wird Justiz- und Polizeivorsteherin, usw. Aber wenn sich eine Person als Lagerist, Sachbearbeiter, RAV-Berater usw. bewirbt, dann heisst es mal schnell dass eine Berufsausbildung oder -Erfahrung nötig ist. Also bitte, wo bleibt da die Gerechtigkeit?
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      In einem klugen Buch gelesen, gehen Menschen, welche in ihrem eigenen Land politische "No-Name" sind, oder wie Juncker nicht mehr gewählt werden, dann nach Brüssel. Schulz hat es jetzt umgekehrt gemacht. Sich zuerst in Brüssel einen Namen gemacht, will er jetzt in D in die Politik einsteigen. Am besten gleich ganz oben mit dem Kanzleramt anfangen. Kleinkram wie in Brüssel war gestern, jetzt will mit voller Kelle angerührt werden.
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