Zum Inhalt springen

International Die Massenvernichtung wird verfeinert

Die Atommächte haben ihre nuklearen Arsenale 2012 weiter modernisiert. Im vergangenen Jahr wurden knapp 2000 Sprengköpfe auf einer hohen Bereitschaftsstufe gehalten und waren damit quasi ständig einsatzbereit, heisst es in einem Bericht.

Techniker arbeiten an einem Sprengkopf
Legende: Tausende Kernwaffen werden weltweit einsatzbereit gehalten, wie dieser Sprengkopf der US-Streitkräfte vom Typ W80. United States Armed Forces/Archiv

Alles in allem hielten die USA, Russland, Grossbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan und Israel im letzten Jahr 4400 Atomwaffen im betriebsbereiten Zustand. Diese Angaben macht das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem neuen Jahrbuch. Gegenüber 2011 stellt das Institut damit keine Veränderung fest.

Mit diversen entweder schon laufenden oder geplanten Programmen sollten atomare Sprengköpfe sowie deren Trägersysteme an Bord von Flugzeugen und U-Booten sowie landgestützte Raketen modernisiert werden. Der zuständige Sipri-Experte Shannon Kile meinte: «Es hat weiter wenig Anlass zu der Hoffnung gegeben, dass die Atomwaffen-Staaten wirklich bereit wären, ihre nuklearen Arsenale aufzugeben.»

Ein Arbeiter in einem Silo an der Spitze einer Rakete
Legende: Im Silo einer US-Atomrakete vom Typ Minuteman. Die kostspielige Modernisierung der Arsenale läuft auf Hochtouren. Reuters/Archiv

Über 17'000 Sprengköpfe

Weltweit gibt es nach Schätzungen des schwedischen Instituts 17'265 Sprengköpfe, die entweder einsatzbereit, eingelagert oder bereits zur Verschrottung vorgesehenen sind. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl um 1700 gesunken. Hauptgrund dafür ist laut Sipri die Umsetzung entsprechender Vereinbarungen zwischen den USA und Russland.

Schwierig seien Informationen über Nuklearwaffen in Israel, Indien und Pakistan zu beschaffen, hiess es weiter. Sipri schätzt die Zahl indischer Atomsprengköpfe auf 90 bis 110, die der pakistanischen auf 100 bis 120 und der israelischen auf 80.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Reza Ziaeian, Fribourg
    Pack your things folks! Der mensch wird das einzige Spezies auf der Erde sein, der SICH vernichtet!! Technischer Fortschritt ist wie eine Axt in den Händen eines pathologischen Kriminellen. (Albert Einstein)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    "Massenvernichtung wird verfeinert " Dieser positiv bedeutungsvolle Ausdruck "verfeinert" ist in diesem Zusammenhang mE ganz einfach ein Missgriff ins Wörterbuch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von David Rothen, Bern
    Krank, einfach nur krank. 2012 wurden weltweit 1735 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben. Etwa 135 Milliarden Dollar bräuchte es um die Armut weltweit zum Verschwinden zu bringen... was machen wir hier eigentlich? Wir könnten es so viel besser machen/haben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von S. Sugano, Therwil
      @David Rothen aus Bern: Absolut richtig! Doch die Leute sehen in der Regierung immer noch die, welche wissen wie es geht. Es ist trauig, dass man ueber die eigene Landesverteitigung, Kriege in Fremten Laendern fuehren muss. Die Produktion von Waffen in diesem Ausmass ist einfach nur Grobfahrlaessig, und gehoert Welt weit verboten. Unsere Regierung sind auser Kontrolle, und sollten ersetzt werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen