Die Probleme der zyprischen Banken

Der Pleitegeier kreist über Zypern. Grund: Die beiden grössten Banken des Landes sind bankrott. Sie sind daher im Kampf zur Lösung der Finanzkrise des Euro-Landes von zentraler Bedeutung.

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Griechische Bank übernimmt zypriotische Filialen

1:33 min, aus Tagesschau vom 23.3.2013

Die Wurzeln der grössten Bank der Mittelmeer-Insel reichen zurück bis ins Jahr 1899. Im Dezember 2007 hatte die Cyprus Bank einen Börsenwert von 7,5 Milliarden Euro. Heute sind es noch 400 Millionen Euro.

Reiche Kunden aus Russland

Der Schwerpunkt der Bank mit ihren 11‘000 Mitarbeitern liegt auf Privatkunden in Zypern und Griechenland. Im Gegensatz zu anderen Geldhäusern kommen hier nur zehn Prozent der Einlagen von insgesamt 27,8 Milliarden Euro von Kunden ausserhalb der Euro-Zone. Im Schnitt kommt die Branche in Zypern auf 30 Prozent.

Vor allem Russen und Briten haben ihr Geld bei der Bank of Cyprus angelegt, oft sehr reiche Personen. Für sie könnte es jetzt teuer werden. Denn im Gespräch ist eine Zwangsabgabe von rund 25 Prozent für Kunden der Bank, die ein Guthaben von mehr als 100‘000 Euro haben. 

Der Löwenanteil des Kreditbuchs entfällt auf den Heimatmarkt sowie das andere Euro-Sorgenkind Griechenland. Dem Geschäftsbericht für 2011 zufolge liegen vier von fünf Aktien in privaten Händen, überwiegend gehalten von Anlegern aus Zypern und Griechenland.

2011 hat die Bank wegen des Schuldenschnitts für Griechenland mit Hellas-Anleihen 1,6 Milliarden Euro verloren. In den ersten neun Monaten 2012 haben sich zudem die Rückstellungen für faule Kredite mehr als verdoppelt – auf 800 Millionen Euro. Auch hier wirkte sich die Krise in Griechenland negativ aus.

Börsenwert im Keller

Noch älter als die Cyprus Bank ist die Laiki Bank. Sie wurde vor mehr als 110 Jahren gegründet. Im November 2007 erreichte ihr Börsenwert mit 8,1 Milliarden Euro einen Höchststand, aktuell sind es noch magere 170 Millionen. Neben Privatkunden gibt es noch Töchter für Firmenkunden und Investmentbanking-Dienstleistungen.

Nach der staatlichen Rettung im Juni 2012, die ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro hatte, kontrolliert Zypern 84 Prozent der Anteile. Der Rest liegt bei privaten und institutionellen Investoren. Laiki hat durch den Schuldenschnitt für Griechenland 2,3 Milliarden Euro verloren. In den ersten neun Monaten 2012 hat sich die Risikovorsorge für faule Kredite auf 400 Millionen Euro vervielfacht.