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International «Die Sache ist für die Ukraine noch nicht ausgestanden»

SRF-Korrespondent Christof Franzen analysiert die Grundsatzrede von Wladimir Putin. Das nüchterne Fazit: Die Krim ist jetzt fester Teil Russlands und die Sache für die Ukraine noch nicht ausgestanden.

«Das war eine selbstbewusste Verteidigungsrede von Wladimir Putin», sagte SRF-Korrespondent Christof Franzen in der «Tagesschau».

Der Präsident begründete die Annexion der Krim damit, dass die Halbinsel historisch schon immer ein fester Bestandteil Russlands sei.

«Zudem hat Putin den Westen heftig für seine angebliche Doppelstrategie kritisiert», so Franzen weiter. Der Westen habe bei Kosovo einer Abstimmung über die Unabhängigkeit zugestimmt, bei der Krim-Bevölkerung jedoch nicht.

«Sanktionen beeindrucken ihn nicht»

Franzen betonte, dass Putin in seiner Rede ganz klare Aussagen zum weiteren Vorgehen in der Ukraine vermieden habe.

«Einerseits sagte Putin, er sei gegen eine Trennung der Ukraine. Andererseits hat er aber nochmals unterstrichen, dass er auch in Zukunft die russische Bevölkerung in der Ukraine schützen wolle und zwar mit diplomatischen, politischen, aber auch wie er es nennt legalen Mitteln.»

Laut Franzen ist daher ein militärisches Eingreifen in der Ostukraine nicht auszuschliessen. «Putin lässt sich mit der Rede alle Optionen offen. Eines ist jetzt sicher, die Sanktionen scheinen ihn nicht zu beeindrucken.»

Christof Franzen

Christof Franzen

Der Journalist arbeitet seit 2003 für SRF, seit 2007 als Korrespondent in Moskau.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Wenn da je einmal Historiker die ganze Geschichte objektiv aufarbeiten dürfen, bemerkt man sicherlich, dass auch der sog. "liebe" Westen da ziemlich "alt" aussehen wird. Währendem der sog. "böse Putin" offensichtlich gar nicht so schlecht wegkommen wird. (smile) - Aber eben, im Moment passt diese Geschichte noch nicht in das selbst gezimmerte Selbstverständnis der EU hinein. (smile)
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    1. Antwort von Hans Koller, Basel
      Super. Jubel. Es wird hier keinen Gewinner geben. Man muss jetzt schauen dass nicht alle, besonders die Ukraine, als Verlierer dastehen. Dass man seine Abneigung zur EU hier hineinbringt und deshalb Partei für Russland ergreift offenbar ohne konkretere Kenntnisse empfinde ich als bedenklich und irgendwie absurd.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Doch leider wird man vergeblich darauf hoffen, dass die Regierung in Kiew Russland mit ins Boot holen wird, damit endlich wieder Ruhe & Friede in der Ukraine einziehen kann. Diese sind so machtbesessen, dass sie immer weiter zündeln werden. Und die EU inkl. Amerika unterstützt das noch. @H. Koller, man muss nicht Partei für Russland ergreifen, um zu erkennen, wer in diesem Konflikt bisher sehr souverän gehandelt hat. Die EU & Amerika ist es nicht gewesen.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Ein Aspekt ist bisher völlig untergegangen: Falls Putin doch noch beschliessen sollte, die Ost-Ukraine östlich des Dnjepr "heimzuholen" - angeblich ist das jetzt nicht geplant -, würde "mein" Dnjepropetrowsk, das bis 1991 übrigens ein Sperrgebiet für Ausländer war, weil es eines der Raketenzentren war, entzweigeteilt. Als ob sie etwas geahnt hätten, wurde in den letzten 30 Jahren auch der Westteil zu einem Industriezentrum aufgebaut, nachdem nur der Ostteil Industrie gehabt hatte.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      J.S./Steckt da nicht ein wenig zuviel"Romeo und Julia"drin?Falls die Bösen Urgrosseltern nicht,dann...Und jetzt weiss ich nicht,ob mich mein"böser Nachbar"dennoch erschiessen könnte,weil beim letzten Mal als wir Streit hatten....Und ich weiss bestimmt,dass er unbedingt noch die 800m2 des Grundstücks zurück haben will,dass ehedem seine Grosseltern,als...
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  • Kommentar von Gian Donatsch, Malans
    @ Livio Benz .. Da stimme ich dir vollkommen zu!!!
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