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International Die schwersten Kämpfe seit Ausbruch der Ukraine-Krise

In der Ukraine ist es zu den schwersten Kämpfen seit Ausbruch der Krise gekommen. Laut Militärangaben wurden 300 Separatisten getötet. Moskau zeigt sich derweil irritiert über die Kritik aus dem Westen an den russischen Truppenverschiebungen.

Legende: Video Schwere Gefechte in der Ukraine abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.06.2014.

Im umkämpften Osten der Ukraine ist es in den vergangenen Tagen zu den heftigsten Kämpfen seit dem Ausbruch der Krise gekommen. Nach Aussagen des ukrainischen Armeesprechers Wladislaw Selesnjow wurden 300 Separatisten getötet.

Eine Bestätigung dieser Zahl gab es bisher keine. Ein Führer der pro-russischen Milizen sprach aber von «schweren Verlusten» am Vortag. Die Ausrüstung der Rebellen sei den Waffen der Armee unterlegen gewesen. Laut Militärsprecher Selesnjow wurden bei den Kämpfen sieben Soldaten getötet und 30 weitere verletzt.

Die Truppen stiessen nahe der Stadt Krasni Liman aufeinander, welche sich seit Anfang Monat unter Kontrolle der ukrainischen Armee befindet. Separatisten haben nach Angaben des Militärs versucht, die Absperrung zu durchbrechen. Auch heute Freitag kam es erneut zu kämpfen. Diesmal 100 Kilometer von der russischen Grenze.

Russland verteidigt Truppenaufmarsch

An der Grenze sorgt derzeit auch der Aufmarsch russischer Soldaten für Aufregung. Nato-Sekretär Anders Fogh Rasmussen hatte Russland wegen des militärischen Muskelspiels kritisiert. In Moskau zeigte man sich irritiert über die Rüge aus dem Westen.

Bei der Verstärkung an der Grenze handle es sich um die vom Westen selbst geforderte Sicherung des Gebiets, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Präsident Putin habe dies bereits «vor Wochen» mit den westlichen Partnern besprochen. Die Kritik sei «verwunderlich», sagte Peskow nach Angaben der Agentur Interfax.

Der Westen hatte Russland zuvor mehrfach vorgeworfen, die Grenzregion zur Ukraine zu wenig zu kontrollieren. Dadurch gelängen immer wieder Waffen und pro-russische Separatisten in die umkämpften Regionen des Nachbarlands.

Die Ukraine hat das Problem nun nach eigenen Angaben selbst angepackt. Laut Verteidigungsministers Michailo Kowal haben ukrainische Truppen die vollständige Kontrolle über die Grenze zu Russland zurückerlangt. Damit würden Lieferungen von Waffen und militärischer Ausrüstung an die Separatisten unterbunden.

Warten auf den Friedensplan

In dieser aufgeheizten Lage wollte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko heute Freitag einen Friedensplan vorlegen. Diesen hatte Poroschenko im Vorlauf bereits mit Kremlchef Wladimir Putin und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel besprochen.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Christoph Franzen abspielen. Laufzeit 2:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.06.2014.

Mit dem Friedensplan ist Poroschenko laut SRF-Korrespondent Christoph Franzen seinen Wahlversprechen treu geblieben. Der Präsident verspreche den Menschen im Osten der Ukraine mehr Mitspracherecht und mehr finanzielle Unterstützung. «Aber das soll alles in einer einheitlichen Ukraine geschehen», so Franzen. Das heisst die Separatisten müssten ihre Waffen abgeben. Ob sie das tun sei aber äusserst fragwürdig.

Der Friedensplan von Präsident Poroschenko sieht eine Feuerpause, sowie eine Amnestie für Aufständische und die geplante Dezentralisierung der Macht vor.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Tanja S., Bern
    Im Auftrag von Kriegstreiber NATO und Friedensnobelpreisträger Obama mit Unterstützung von EU bombardiert Kiever Junta die Ostukrainische Bevölkerung um Russland zu provozieren. Das war alles von langer Hand geplant um Russland in diesen Konflikt einzumischen und zu beschuldigten! LEUTE WACHT AUF! Wir müssen auf der Straße gehen um diesen Wahnsinn zu stoppen! Das kann böse enden für die ganze Europa und Welt! #SAVE DONBASS CHILDREN FROM UKRAINIAN ARMY #STOP OBAMA TERROR #STOP NATO
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  • Kommentar von Heinz Mart, Gera
    Für mich sind die Nato mit Rasmussen und EU eindeutige Aufrufer zum erneuten "Kalten Krieg".Das beweist auch die gezielte Ausbreitung der Nato an Rußland(siehe Manöver ,Raketenaufstellungen und Kriegsschiffe der USA und Nato!!) ist.Es ist beschämend,daß Deutschland mit Regierung Frau Dr. Merkel an der Spitze dabei ist, ,vor allem wenn man "Das ERSTE LEBEN DER ANGELA M:" gelesen hat. Kein Wort zu den" Bandera-Nationalisten oder besser gesagt -Faschsten(Verhalten während der Nazibesetzung als au!!
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    1. Antwort von Hasenauer Irene, 5612 Villmergen
      Sie verstehen gar nichts an dieser Situation in Russland dank einseitiger Berichterstattung in der Schweiz. USA hat ein faschistischen Aufstand an der West-Ukraine finanziert, um die Regierung dort zu kippen und die Ukraine an der NATO anschliessen. Die faschistische Regierung hat dort ein Volksschlacht gegen eigener Bevölkerung an der Ost-Ukraine geführt, da sie diese neue Regierung nicht wollte. Warum sind die Russen böse, wenn sie nur die Stabilität der Welt gewährleisten können?
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  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Alles Wahnsin! Gibt es ein Problem - es gibt auch gleich einen Krieg oder zumindest werden die Waffen in Bereitstellung gestellt. In dem Universum gibt es unendlich viele Galaxien und Planeten , wieso es keinen Besuch gibt list ja klaar :-)
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