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Busunglück nahe Verona Die Türen waren blockiert

Offenbar gab es bei dem Unfall nahe Verona tragische Umstände: Die Insassen konnten sich nur durch die Fenster retten.

Legende: Video Tödliches Busunglück nahe Verona abspielen. Laufzeit 1:01 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem schweren Busunfall nahe Verona starben mindestens 16 Menschen.
  • Der Bus war auf der Autobahn in einen Pfeiler geprallt und in Flammen aufgegangen.
  • Der Bus kam offenbar so unglücklich längs der Leitplanke zum Stehen, dass sich die rechts liegenden Türen nicht mehr öffnen liessen. Die Insassen mussten sich durch die Fenster ins Freie retten.
  • An Bord waren rund 50 junge Ungarn zwischen 15 und 19 Jahren, die aus den Skiferien in Frankreich kamen.

Der Unfall ereignete sich auf der Autobahn 4 nahe Verona. 16 Insassen starben, 26 wurden verletzt – 13 von ihnen schwer. Nach bisherigen Erkenntnissen prallte der Bus in einen Pfeiler auf der Autobahn und brannte dann aus.

Sekundenschlaf oder technischer Defekt

Fotos von dem Unglück zeigen einen Feuerball, von dem Fahrzeug blieb letztlich nur ein ausgebranntes Wrack. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Nach den Worten eines Polizeikommandanten waren keine weiteren Fahrzeuge verwickelt.

Ein slowenischer Lastwagenfahrer war offiziellen Angaben zufolge Zeuge des Unglücks. Er sagte aus, er habe bei der Fahrt hinter dem Bus festgestellt, dass wohl ein Rad beschädigt gewesen sei. Er habe noch versucht, den Busfahrer mit Lichthupe zu warnen, dies habe aber nichts mehr genutzt.

Der internationale Bustouristik-Verband RDA sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus und schickte den Verletzten Genesungswünsche. Nach ersten Erkenntnissen hätten tragische Umstände eine Rolle gespielt: Der Bus sei so unglücklich längs der Leitplanke zum Stehen gekommen, dass sich die rechts liegenden Türen nicht mehr hätten öffnen lassen. «Im sich rasch ausbreitenden Feuer mussten sich alle Insassen, teilweise auch durch den Aufprall verletzt, durch die Fenster nach draussen retten.»

Vorne in Brand geraten

Der Bus sei nach dem Aufprall wohl wegen eines Kurzschlusses im Hauptstromverteilerkasten rechts vorne in Brand geraten, sagte Johannes Hübner, Leiter der Reisebus-Sicherheitsinitiative des Verbands. «Eigentlich ist es nur so zu erklären, dass sich der Brand so schnell ausgebreitet hat.»

In dem Bus befanden sich Schüler und Lehrer eines Budapester Gymnasiums, wie ein ungarisches Portal berichtete. Insgesamt sollen bis zu 60 Insassen in dem Bus gewesen sein.

Lehrer rettete viele Schüler

Ein ungarischer Sportlehrer soll Dutzende Schüler aus dem brennenden Bus gerettet haben. «Der Lehrer ist immer wieder in den Bus zurückgekehrt und hat viele Schüler gerettet. Er ist mit schweren Wunden am Rücken im Spital», sagte die ungarische Generalkonsulin in Mailand, Judit Timaffy, laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Die Personen, die im hinteren Teil des Busses sassen retteten sich, weil sie die Fenster des Fahrzeuges einschlagen konnten.

Legende: Der Unfall ereignete sich an einer Autobahnbrücke nahe Verona. srf

5 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Grässlich & ein Horror für die Eltern dieser Kinder.
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  • Kommentar von Philippe Rayot (PhilRay)
    Herr hochuli, ihr kommentar ist geschmacklos und infam. Der unfallhergang ist noch gar nicht abschliessend geklärt und der mann ist tot! Was maßen sie sich eigentlich an? Selbst ihr "mitleid" für die opfer wirkt da etwas aufgesetzt. hier wurde mal wieder ein idealer moment verpasst, im richtigen moment den mund zu halten
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    1. Antwort von Thomas Mann (Freidenkerin)
      Herr Rayot, bei Kommentaren wie dem Ihren wünschte ich mir, dass man mehr als nur ein LIKE geben könnte. Gut geschrieben und so wahr.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Ein guter Chauffeur merkt sehr schnell, wenn etwas mit den Rädern nicht stimmt. Es ist auch seine Aufgabe, den Bus vor der Fahrt zu kontrollieren. Aber heute gilt," Augen zu und durch" alles andere kostet Geld. Auch einen Sekundenschlaf darf einem professionellen Chauffeur nicht passieren. Mir tun die Kinder und die Familien Leid, welche einen unersetzbaren Verlust erlitten haben.
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    1. Antwort von Philippe Rayot (PhilRay)
      Habe lange mit mir gehadert, ob ich ihren kommentar wirklich kommentieren soll. Ich hege bei srf-artikeln über so furchtbare geschehnisse immer die naive hoffnung, dass es die leute einfach gut sein lassen, und ihr mitteilungsbedürfnis für einmal unterdrücken. Dem chaffeur hier irgendwelche vorwürfe zu machen ist infam und geschmacklos. Der unfallhergang ist noch nicht untersucht worden und der chaffeur ist tot! Da wirkt selbst ihr "mitleid" für die opfer etwas aufgesetzt, herr hochuli.
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