Zum Inhalt springen

International Die UNO auf Geldsuche

In Addis Abeba will die UNO ab Montag die Weichen für die Entwicklungspolitik der nächsten Jahre stellen. Läuft es gut, gibt es am Ende einen Aktionsplan – vermutlich «eine mühsame Lektüre mit wenig Fleisch am Knochen», sagt Fredy Gsteiger. Das Treffen sollte uns trotzdem interessieren.

«Ganz ehrlich, der Aktionsplan, der da am Ende in Addis Abeba vermutlich beschlossen wird, wird eine ziemlich mühsame Lektüre mit sehr wenig Fleisch am Knochen sein.» Der das sagt, ist Fredy Gsteiger.

Und auch wenn es zunächst nach Antiwerbung klingen mag, ist der Gipfel in Äthiopien für den diplomatischen Korrespondenten des SRF eines der wichtigsten diplomatischen Ereignisse des Jahres.

«Denn wenn der Kongress ohne Ergebnis zu Ende gehen sollte, dann kann man den Millenniumsgipfel in New York (September) und den Klimagipfel in Paris (Dezember) eigentlich gleich abblasen», so Gsteiger.

Drängende Fragen – aber auch Antworten?

Doch warum genau ist der Gipfel so wichtig? «Addis Abeba soll die Weichen für die Entwicklungspolitik der nächsten zehn Jahre stellen», so der SRF-Experte.

Auf der einen Seite würden sich hier Spitzenpolitiker treffen und ihre Ambitionen und Visionen zum Besten geben – auf der anderen werde konkret auf den unteren Ebenen über einen Aktionsplan verhandelt. «Der soll dann dabei helfen, die drängendsten Probleme der Zeit anzugehen.» Die da wären:

  • Wie und in welchem Umfang sollen den Entwicklungsländern Schulden erlassen werden?
  • Soll der Westen weiterhin die Hauptlast tragen oder sollten nicht auch die reichen Golfstaaten und China ihren Beitrag leisten?
  • Wie kann der Umstieg auf saubere Energien auch für Entwicklungsländer möglich gemacht werden?
  • Wie schafft man in den Entwicklungsländern Strukturen, damit sie die Mittel für die Hilfe selber generieren können?

«Für uns im Westen mag das auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, aber oftmals werden in Entwicklungsländern weder Einkommenssteuer noch Vermögenssteuer erhoben – dabei wäre das durchaus eine Quelle, die man anzapfen könnte.»

Schweiz als Experte für das Monitoring?

Der Schweiz könnte bei dem Treffen eine entscheidende Rolle zukommen. «Denn es gibt nur wenige Länder, denen eine Brückenbau-Funktion zwischen den verschiedenen Interessensblöcken zugetraut wird.»

Zwar vertrete die Schweiz überwiegend die Interessen der ersten Welt, ihr sei aber sehr an funktionierenden Strukturen in den jeweiligen Ländern gelegen. Zudem habe die Schweiz viel Erfahrung im Bereich des Monitoring – sprich der Umsetzung und Überwachung von Zielen.

Das sei überhaupt sehr wichtig, so Gsteiger. «Denn was genau beschlossen wird und was der Einzelne dann machen muss, ist oft nur sehr grob in den Plänen beschrieben.» Es würden zumeist nur sehr grobe Rahmenbedingungen festgelegt.

Millenniums-Gipfel

Das Treffen wird vom 6.-8. September in New York stattfinden. Über 100 Staats- und Regierungschefs wollen vor den Teilnehmern sprechen. Ziel ist es, die Millenniums-Entwicklungsziele aus dem Jahr 2000 um die sogenannten nachhaltigen Entwicklungsziele zu ergänzen.

UN-Klimakonferenz

Dem Treffen im Dezember in Paris wird eine zentrale Bedeutung zugemessen. In Paris soll eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung – als Nachfolge des Kyoto-Protokolls – verabschiedet werden. Ihr Ziel ist es, den Austausch von Treibhausgasen zu reduzieren und damit die Erderwärmung zu bremsen.

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jürg Sand, Zürich
    Es wäre nun echt an der Zeit, sowohl Gönnergehabe auf des Bürgers Kosten, sowie des "Kolonialherren" Urenkels Schuldgefühle abzulegen. Nur wenn die Hilfe aus den westlichen Staaten versiegt, erwacht der der Selbsterhaltungstrieb in den "Entwicklungsländern". "Weder Einkommens, noch Vermögenssteuer", man fasst es nicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von andreas furrer, prilly
      absolut einverstanden juerg sand. nur, wer flutet denn unablaessig die kommentarspalten mit abendlaendischem geruempel und propagiert den ruecksturz in die nationalromantik wie ein prediger der baslermission? ein umdenken ist tatsaechlich angesagt, allerdings, mehr noch als in afrika, hier im geriatriegetto europa.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Jürg Sand, wenn der Westen kein Geld mehr in diese scheinbar Entwicklungshilfe "investiert" dann springt wie in Afrika China ein. Irgend ein Imperialist wird scheinbar leider immer bei den Entwicklungsländer eine vermeindliche Entwicklungshilfe aus Eigennutz leisten. Und so werden diese Länder aber nie wirklich auf die Beine kommen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Es wäre schon genug Geld bei der UNO da, aber Ban Ki-moon musste sich ja mehr Lohn geben - Sorry gell...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Beerli, Zürich
    Die UNO auf Geldsuche, das wundert mich überhaupt nicht. Die 10-Tausenden von UN-Farhzeugen die zurzeit in Amerika stehen, haben ja bestimmt eine schöne Stange Geld gekostet. HUNDREDS! OF UN VEHICLES/JADE HELM AT ABANDONED AIRPORT! https://www.youtube.com/watch?v=UmAvNLfBj04
    Ablehnen den Kommentar ablehnen