Die US-Armee auf «PR-Fahrt» durchs Baltikum und Osteuropa

Dutzende Fahrzeuge der US-Armee sind am Wochenende in Estland zu einer Fahrt durch mehrere baltische und osteuropäische Staaten aufgebrochen. Washington demonstriert damit mitten in der Krise der Beziehungen zwischen der Nato und Russland offensiv militärische Präsenz in Europa.

Mehrere Dutzend US-amerikanische Radschützenpanzer und andere Fahrzeuge haben sich gestern in Estland in Bewegung gesetzt. Dort waren sie für die Nato-Übung «Atlantic Resolve» im Einsatz. Auf dem Weg zu ihrem Heimatstandort in der Oberpfalz durchqueren sie in den nächsten neun Tagen die baltischen Staaten, Polen und Tschechien. Im Laufe der rund 1800 Kilometer langen Strecke wird die Kolonne auf mehr als 100 Fahrzeuge und rund 500 Mann Besatzung anwachsen.

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Die US-Army auf «Werbefahrt» durchs Baltikum (unkomm.)

0:27 min, vom 23.3.2015

Üblicherweise werden solche Verschiebungen per Schiff oder auf der Schiene abgewickelt. Mit dem Manöver «Dragoon Ride» signalisiere die US-Armee den östlichen Nato-Partnern ihre Verbundenheit, sagte ein Sprecher der US-Armee. Die auch als «Strassenmarsch» bezeichnete Fahrt soll aber auch ein Zeichen an Russland sein. «Es zeigt deutlich, dass in der Nato gilt: Einer für alle und alle für einen», sagte vergangene Woche der tschechische Aussenminister Lubomir Zaoralek.

Gleichzeitig laufen die Planungen für weitere Nato-Manöver in Osteuropa. So hatte Tschechien vergangene Woche für Ende Juni eine Übung mit den USA und weiteren Partnern angekündigt, an der über 4000 Soldaten teilnehmen sollen. Dabei soll ein Luftangriff auf einen europäischen Nato-Partner simuliert werden.

Auch Russland demonstriert militärische Präsenz

Ebenfalls bereits vergangene Woche hatte Russland gleich mehrere grossangelegte Manöver aufgenommen.


Dänische Empörung über russische Atomdrohung

5:47 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.03.2015

Unter anderem auf der vor einem Jahr annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, in der zwischen Polen und Litauen gelegenen russischen Exklave Kaliningrad und in der Arktis.

Die Zahl der ursprünglich daran beteiligten Soldaten hatte Moskau kurzfristig auf 80'000 verdoppelt. Dies bestätigte Generalstabschef Waleri Gerasimow am Donnerstag der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Im Zuge der Manöver wurden auch Langstreckenbomber auf die Krim verlegt.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ein Jahr nach Krim-Krise

    Aus Tagesschau vom 16.3.2015

    Zum Jahrestag der Krim-Annexion spricht der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Fernsehen über die Geschehnisse vor einem Jahr. Putin erklärt im Gespräch, dass er bereit gewesen wäre, Atomwaffen einzusetzen.

  • Nato-Osterweiterung

    Aus Tagesschau vom 10.3.2015

    Auf Grund der Ukraine-Krise verlegen die USA 3000 Soldaten ins Baltikum. Sie sollen die Nato-Truppen verstärken und an Manövern teilnehmen. Damit stärken die USA den baltischen Staaten den Rücken, welche sich von Russland bedroht fühlen.

  • Superschnelle Eingreiftruppe gegen Russland

    Aus Tagesschau vom 5.2.2015

    Die NATO plant angesichts der Einmischung Russlands in den Ukraine-Konflikt eine deutliche Verstärkung ihrer schnellen Eingreiftruppe. Zunächst von aktuell 13'000 auf 30'000 Soldaten.

  • Nato-Treffen in Brüssel

    Aus Tagesschau vom 2.12.2014

    Die Ukraine-Krise stand heute im Zentrum des Nato-Aussenminister-Treffens in Brüssel. Das Bündnis hat dabei neue Abwehrmassnahmen gegen mögliche Bedrohungen aus Russland auf den Weg gebracht.