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International «Die Verhandlungen um ein neues Programm werden eng werden»

ZKB-Chefökonom Anastassios Frangulidis erwartet, dass sich die Vereinbarung zwischen Griechenland und der Euro-Gruppe positiv auf die europäische Konjunktur auswirken wird. Die Diskussion um einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone könne aber erneut entbrennen.

Legende: Video Anastassios Frangulidis zur Vereinbarung mit Griechenland abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.02.2015.

SRF: Herr Frangulidis, was hat die Vereinbarung zwischen Griechenland und die Euro-Gruppe für wirtschaftliche Auswirkungen in Europa?

Anastassios Frangulidis: Sie hat positive wirtschaftliche Auswirkungen. Europa wächst in letzter Zeit dank tiefen Erdölpreisen und dem schwachen Euro. Wäre die Vereinbarung nicht zustande gekommen, hätte das negative Auswirkungen auf die europäische Konjunktur gehabt. Zum Glück ist dies nicht der Fall.

Anastassios Frangulidis im Interview
Legende: Anastassios Frangulidis erwartet keine grossen Änderungen bei den bevorstehenden Reformvorschlägen Griechenlands. SRF

Am Montag muss Griechenland eine Liste mit Reformvorschlägen präsentieren. Welche Reformen erwarten Sie?

Ich denke, dass Griechenland weitgehend die alten Reformen präsentieren wird. Es wird vielleicht die eine oder andere Änderung geben, vor allem im Bereich der Steuerhinterziehung. Aber von grossen Anpassungen muss man nicht ausgehen.

Warum nicht?

Die neue Regierung hat bisher keine Vorbereitungen getroffen, um ein neues grosses Programm zu präsentieren. Sie wird die Erarbeitung eines solchen Programms erst dieses Wochenende in Angriff nehmen.

Die neue griechische Regierung kriegt nun mehr Zeit, vier Monate. Stehen wir am Ende dieser vier Monate wieder vor der gleichen Situation wie jetzt?

Wir stehen am Anfang der Verhandlung. In vier Monaten wird das bestehende Programm abgeschlossen sein und es wird ein neues Programm gefunden werden müssen. Ich gehe davon aus, dass es bei den Verhandlungen für das neue Programm wieder eng werden wird.

Wird es in vier Monaten wieder Diskussionen über einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone geben?

Sollten die Verhandlung Griechenlands mit den internationalen Gläubigern nicht gut laufen, wird ein möglicher Bankrott Griechenlands und sein Austritt aus der Euro-Zone sicherlich erneut zur Diskussion stehen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Alle wissen es, Grexit ist unvermeidlich, die Frage ist nur wann. Auch das Deutsche Volk hat genug von den Tranferleistungen nach Griechenland. Daher, seien wir mal ehlich, Die EU , EZB und Deutschland täten sich selbst einen Gefallen einen geordneten Staatsbankrott in Griechenland durchzuführen als Gentelmans. Die Target 2 Rückzahlungen sind wie jeder rational denkende Mensch weiss ohnehin verloren, Aber offensichtlich ist es ein politisches Problem, man will das Gesicht nicht verlieren.
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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Blackrock, weltgrößter Hedgefond, hat nach ARD - Informationen viel in Griechenland zu verlieren. Samaras, den damaligen Premierminister, vor einem Jahr damit konfrontiert, wollte Blackrock noch nicht einmal kennen. Nicht Schäuble ist am Drücker, auch nicht Merkel oder Obama, sondern die Finanzmafia.
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    1. Antwort von Rolf Künzi, Winterthur
      Genau man nennt es auch Schattenbanken. Der Obligationenmarkt ist über 85 Billionen Dollar groß. Der Derivatemarkt noch viel größer.
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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Die IWF-Spezialisten haben voraus gesagt: Unser Reformprogramm wird nur eine leichte Arbeitslosigkeit geben, etwa 5,5 % jetzt sind sie aber bei über 17%. Man sollte nicht eine Instidution Reformen machen lassen die so viel Eigeninteressen hat. Nur wenn wir die Finanzierung der Staaten wirklich verstehen, können wir das Geldsystem erneuern. Das Verhältnis zwischen Staatsobligationen - Steuern - Zinsen und Wachstum. Scheint noch immer mindestens jeder 2 Ökonom gar nicht zu verstehen.
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    1. Antwort von Urs Keller, Binningen
      Das Problem ist dass die Märkte Gewinne machen wollen und spekulieren, aber keiner will etwas verlieren, und eben bei Griechenland mit 240 Milliarden Schulden und 7 % Zins im freien Markt, wird die Finanzwelt bluten müssen. Sie sind die Gegner der Vernunft, die Politiker sind nur die Handlanger. Mit den Zahlungen an Griechenland werden die Zinsen bewirtschaftet.
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