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International Die Zeichen in Fernost stehen auf Sturm

China greift die USA und Japan auf dem Asien-Sicherheitsgipfel in Singapur ganz und gar undiplomatisch scharf an. Die Kritik von Pentagon-Chef Hagel und Japans Premier Abe an Chinas Politik und Ansprüchen im ost- und südchinesischen Meer sei absolut inakzeptabel.

Philippinische Demonstrantinnen halten Protestschilder in der Hand
Legende: Ärger gibt es auch zwischen den Philippinen und China: Es geht um die staatliche Hoheit über die Spratly-Inseln. Keystone

Sowohl US-Verteidigungsminister Chuck Hagel als auch der japanische Regierungschef Shinzo Abe beschuldigten China unmissverständlich. Es würde seinen kleineren Nachbarländer mit Einschüchterung, Nötigung und gar Gewalt Territorien auf See und Insel-Hoheitsgebiete abjagen. Die chinesische Gipfeldelegation reagierte darauf zunächst bloss mit spitzen Bemerkungen.

Wang spricht Klartext

In seiner Rede im Plenum holte nun aber Vizegeneralstabschef Wang Guangzhong zum grossen Gegenschlag aus. Er müsse nun leider vom Manuskript abweichen und Klartext reden: Wer in Ostasien provoziere und Vormachtansprüche habe, das sei nicht sein Land, das seien vielmehr die USA und Japan.

Ein chinesisches Sprichwort sage zwar, es sei unhöflich zurückzuschlagen. Doch daran könne er sich jetzt nicht halten. Zumal Hagel und Abe derart grob gegen den Geist des Gipfeltreffens in Singapur verstossen hätten. Tokio und Washington würden gravierende Probleme schaffen und sorgten für Konfrontationen in Asien. Peking hingegen strebe Sicherheit und Stabilität an und sei dem Frieden verpflichtet.

«UNO-Abkommen gilt nicht im Inselstreit»

Wang machte aber zugleich eines ganz klar: China habe zwar das UNO-Seerechtsabkommen Unclos unterzeichnet. Doch dieses sei, behauptet er, für Chinas Besitzansprüche über regionale Seegebiete, Inselgruppen und Rohstoffvorräte gar nicht gültig. Denn Chinas Anspruch sei um Jahrtausende älter als das internationale Seerecht. Deshalb sei sein Land keinesfalls bereit, Territorialkonflikte von UNO-Schiedsgerichten klären zu lassen.

Die Zeichen im Fernen Osten stehen auf Sturm.

(roso)

21 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-pierre simon/Nietzscheaner, Bern
    !"Wenn ihr Euere Augen nicht gebraucht um zu sehen, werdet ihr sie brauchen um zu weinen." Darin sind die Amis ja bestens geübt. Zumindest die Veteranen mit ihren Fam.– Angehörigen Sie weinten nach Vietnam, nach den beiden Golfkriegen und jetzt wird nach Afghanistan geweint.
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  • Kommentar von jean-pierre simon/Nietzscheaner, Bern
    Die USA brauchen einen deftigen Krieg, um sich noch in der Welt als ein politischer Staat definieren zu können. Seit ihrem Bestehen haben sie sich immer nur durch den Dollar definieren lassen und das vom Geldadel. Auch dort scheinen es die Bürger nicht zu merken, da sie noch tiefer im Schlaf eingelullt sind als die Europäer. Es würde mich nicht erstaunen, wenn die Geschichtsschreibung dereinst die Inseln als läppischen Vorwand für einen Krieg herausstreichen wird.
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    Jedes mal wenn eine politische oder militärische Führungsposition Ansprüche mit "jahrtausendealtem Recht" eines Volkes oder einer Rasse zu begründen versucht, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich hoffe inbrünstig, dass China sich endlich mässigt. Aufstrebende Wirtschafts- und Weltmächte waren schon immer eine Gefahr für den Frieden.
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