«Diesen Reformen muss erst einmal Leben eingehaucht werden»

Mit der Wahl Gianni Infantinos wird ein Schlussstrich unter die Ära Blatter gezogen. Doch das Erbe des neuen Fifa-Präsidenten wiegt schwer. Einschätzungen der SRF-Korrespondenten zum neuen Mann an der Spitze des Weltfussballverbandes.

Fifa-Kongress in Zürich mit Gianni Infantino am Rednerpult

Bildlegende: Das Wallis jubelt, doch die Erwartungen an Gianni Infantino sind gross – zu gross? Keystone

    • Was hat den Ausschlag gegeben für die Wahl Infantinos?

      «Gianni Infantino gilt als seriös und fähig», sagt SRF-Sonderkorrespondentin Monika Schönenberger. Er habe im Vorfeld einen aufwändigen Wahlkampf betrieben, was sicher geholfen habe. Zudem habe er versprochen, das WM-Teilnehmerfeld von 32 auf 40 Mannschaften zu erhöhen. «Heute am Wahltag hat Infantino gepunktet mit seinem Auftritt und mit Glaubwürdigkeit», analysiert Schönenberger. «Und er hat es offenbar geschafft, viele afrikanische Stimmen zu gewinnen.» Die Fifa gehe mit ihm nun den neuen Weg. Eines sei aber klar: «Er hat gar keine andere Wahl, als die Reformen umzusetzen – schliesslich schaut die ganze Welt hin.»

      1:05 min, aus Tagesschau vom 26.2.2016

    • Wie ist Infantinos Wahl im Wallis aufgenommen worden?

      So ein bisschen reibe man sich im Wallis schon die Augen, dass es mit Gianni Infantino wieder ein Walliser an die Fifa-Spitze geschafft habe, sagt SRF-Korrespondent Roger Brunner aus Brig. «Gönnen mag es ihm hier freilich jeder.» Kein Wunder ist man in Brig besonders stolz: «Hier ist Infantino aufgewachsen, hier hat er seine Jugend verbracht.» Die Leute seien überzeugt, dass er der richtige Mann sei, um den Weltfussballverband wieder zurück zum Erfolg zu bringen. Wie Bewohner erzählten, sei der 45-Jährige trotz seines Erfolges auf dem Boden und seiner Heimat stets eng verbunden geblieben. «Das schätzen die Walliser an ihm», so Brunner.

      1:00 min, aus Tagesschau vom 26.2.2016

    • Wird mit dem Reformpaket jetzt alles anders?

      Das Reformpaket umfasst einen ganzen Haufen von Statutenänderungen, die allesamt angenommen wurden. Das stimme zuversichtlich, sagt SRF-Sonderkorrespondentin Monika Schönenberger. «Das ist ein Meilenstein in der Fifa-Geschichte.» Unter dem Strich gehe es um mehr interne Kontrollen, um mehr Transparenz bei Finanzflüssen. Allerdings: «Diesen Reformen muss jetzt erst einmal Leben eingehaucht werden – und der Spielraum ist noch gross», so Schönenberger. In 60 Tagen sollen die Reformen anlaufen. «Da es sich aber um einen regelrechten Strukturwandel handelt, wird es einige Zeit dauern, bis die Fifa ihr Ziel erreicht hat: Nämlich saubere Geschäfte.»

      0:57 min, aus Tagesschau vom 26.2.2016