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Digital-Gipfel in Tallinn So will die EU Internet-Unternehmen anlocken

Im Westen Apple, im Osten Samsung und dazwischen das grosse Nichts. Das will die EU jetzt ändern.

Legende: Audio Europa sucht eine digitale Strategie abspielen. Laufzeit 1:30 Minuten.
1:30 min, aus HeuteMorgen vom 30.09.2017.

Der luxemburgische Premierminister Xaviel Bettel brachte das europäische Malaise treffend auf den Punkt: Im Westen sei Apple zu Hause, im Osten Samsung und in der Mitte sei Europa. Da gebe es nichts.

Warum es keine bekannten europäischen Internet-Unternehmen gibt, Jean-Claude Juncker, Präsident der EU-Kommission hat eine klare Antwort: «Die Kommission hat bisher 24 Gesetzesprojekte vorgelegt. 18 davon sind noch immer nicht fertig beraten.» Da soll es nun vorwärts gehen.

Steuern müssen dort bezahlt werden, wo sie anfallen – online oder offline.
Autor: Jean-Claude JunckerPräsident der EU-Kommission

Das Problem mit den Steuern

Beim Gipfel in Tallinn wurden keine Entscheide gefällt. Er diente vielmehr dazu, die Mitgliedstaaten auf rasches gemeinsames Vorgehen einzuschwören. Ziel sind attraktive Rahmenbedingungen und ein digitaler Binnenmarkt, in welchem die Daten ungehindert hin und her fliessen können.

Ein Binnenmarkt aber auch, in welchem die Internet-Firmen ihre gerechten Steuern bezahlen: «Steuern müssen dort bezahlt werden, wo sie anfallen – online oder offline», sagt Juncker.

Vor allem die amerikanischen Internet-Firmen haben in den letzten Jahren ihre Gewinne in Europa massiv gesteigert, Steuern bezahlen sie aber praktisch keine. Manche Mitgliedstaaten fordern deshalb einen Paradigmenwechsel, dass nicht mehr der Gewinn besteuert wird, sondern der in einem Land erzielte Umsatz. Die Kommission wird im nächsten Frühling konkrete Vorschlage präsentieren.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    Vielleicht sollte der SRF den Titel nochmals durchgehen. Mit Yandex aus Russland - Baidu in China - Alibaba in China gibt es sehr wohl noch etwas dazwischen. Yandex z.B hat die eigene Datenbank Clickhouse Spaltenorientierte DB die westliche Entwicklungen um den Faktor 100 übertrifft. Sowie aus meiner Sicht den besten Mail-Client auf diesem Planeten und einen anständigen Browser sowie 44 direkte On-line Uebersetzungs-sprachen.
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
    Diese Träumer von EU-Bürokraten, Macron & Co sollten zuerst mal schauen, dass in vielen EU-Staaten Arbeitsmarkt- & Steuerreformen durchgeführt werden bevor sie so grosse Töne spucken. Solange in Frankreich, Italien, Spanien, Portugal & Co die schlechte industrielle Produktivität weiter besteht wird sich kein erfolgreiches IT-Unternehmen niederlassen. Übrigens besitzt Deutschland mit SAP ein weltweit führendes ERP Software Unternehmen. Da hat z.B. die USA nicht viel zu bieten.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Das kann ja nur gut kommen: eine Schar von jeglichen Realitätsbezug des täglichen Normallebens verlorenen EU-Beamten in Brussel's EU Zentrale ist mit "Standort-Marketing" auf der Suche nach "auf-schnelle-Geld-hinaus" Unternehmen, angeführt vom äusserst erfahrenen Steuergeschenk-Verteiler Juncker. Wer da wohl wen über den (Steuerverhandlungs-)Tisch zieht, alles auf Kosten der Normal-Steuerzahler?
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