Diplomaten müssen reihenweise Koffer packen

Unter Diplomaten wird bei Unstimmigkeiten üblicherweise «scharf protestiert». Vielleicht wird auch mal jemand einbestellt. Im Konflikt zwischen Russland und dem Westen ist man über dieses Stadium hinaus. Da heisst es nun gleich reihenweise: Koffer packen.

Auto fährt an polnischr Botschaft in Moskau vorbei.

Bildlegende: Für vier polnische Diplomaten hiess es: Koffer packen. Reuters

Die diplomatischen Scharmützel zwischen Russland und Nato-Ländern wegen der Ukraine-Krise gehen weiter. Russland hat mehrere polnische Diplomaten ausgewiesen.

Der Grund: Die Ausweisung russischer Diplomaten aus Polen. «Die polnischen Behörden haben unfreundliche und unbegründete Schritte unternommen», teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Im Gegenzug habe Russland entsprechende Massnahmen ergriffen. Die polnischen Botschaftsangehörigen hätten das Land bereits verlassen.

Nach Angaben von Diplomaten waren vier polnische Militär-Attachés und ein Mitarbeiter der politischen Abteilung aufgefordert worden, binnen 48 Stunden auszureisen.

Schlechte Stimmung zwischen Moskau und Berlin

Am Wochenende hatte die deutsche Regierung bestätigt, dass eine deutsche Diplomatin ausgewiesen wurde, nachdem ein russischer Diplomat die Bundesrepublik verlassen musste.

Der Westen wirft der Regierung in Moskau vor, die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen und das Nachbarland damit zu destabilisieren. Deswegen wurden Strafmassnahmen verhängt, auf die Russland mit Gegenmassnahmen reagierte.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Merkel kritisiert Russland

    Aus Tagesschau vom 17.11.2014

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel greift Putins Ukraine-Politik scharf an. «Russland verletzt die staatliche Souveränität der Ukraine», so die Kanzlerin an einer Veranstaltung in Sydney.