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International Diplomatische Eiszeit zwischen Ägypten und der Türkei

Der Graben zwischen Kairo und Ankara wird immer grösser. Die ägyptische Übergangsregierung hat den türkischen Botschafter zur Persona non grata erklärt und ausgewiesen. Ankara will sich das aber nicht gefallen lassen.

Legende: Video Ägypten weist türkischen Botschafter aus abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 23.11.2013.

Die Spannungen zwischen Kairo und Ankara werden immer grösser. Der diplomatische Vertreter der Türkei wurde von Ägyptens Übergangsregierung kurzer Hand zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen.

Der türkische Botschafter Hüseyin Avni Botsali.
Legende: Der türkische Botschafter Hüseyin Avni Botsali wurde aus Ägypten ausgewiesen. Keystone

Zudem soll der am 15. August abgezogene Botschafter Ägyptens nicht mehr nach Ankara zurückkehren.

Hintergrund sind Äusserungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der «schlimme Massaker» an «friedlichen» Demonstranten in Kairo angeprangert und den vom Militär herbeigeführten Machtwechsel wiederholt als «Staatsstreich» geiselt.

Rasche Antwort der Türkei

Die Antwort der türkischen Regierung liess nicht lange auf sich warten. Das Aussenministerium drohte in Ankara prompt mit eigenen Gegenmassnahmen, ohne diese zunächst näher zu erläutern. Zuvor solle jedoch noch mit dem aus Kairo ausgewiesenen Botschafter beraten werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Binggeli, Solothurn
    Erdogan ist ein Islamist und Islamisten sind gefährlich. Ausgerechnet er der mit aller Härte gegen die Proteste in Istanbul vorgegangen ist macht solche Äusserungen, eben die Islamische Wahrheit! Auch das Vermächtnis von Atatürk wird Stück für Stück abgeschafft!!!
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    1. Antwort von Emad Hassan Ali, Milano
      @Binggelo, "mit aller Härte gegen die Proteste in Istanbul" heißt nicht, dass er ein Massaker in Ägypten nicht verurteilen darf. In Milano, Zürich, Berlin, Madrid, Athen, Paris und London werden solche Proteste brutaler als in Istanbul behandelt. Wenn Islamisten gefährlich sind, warum hat die Schweiz ihre Beziehungen mit der Türkei ausgerecht unter Erdogan intensiviert???
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Emad Hassan Ali: Erzählen Sie keine Märchen, halten Sie sich an Tatsachen. Es gibt bei Manifestationen gegen die jeweilige Staatsgewalt sehr oft mehr Tote u. Verletzte in der TK als in den aufgezählten Städten. In Zürich mag ich mich an ein solches Vorkommnis nicht errinnern und in IT lediglich in Genua.
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Da sich die Türkei jeden Tag ein Stückchen mehr zu einem rein islamistischen Staat wandelt, hat ihr natürlich gar nicht gefallen, dass ein gewählter Vertreter derselben "Gesinnung" in Ägypten abgesetzt wurde. Wenn ich daran denke, dass es in der EU immer noch Politiker gibt, die eine Mitgliedschaft der Türkei fordern, kann ich wirklich nur noch den Kopf schütteln. Und zu den bisherigen Kommentaren: wirklich sehr konstruktive Beiträge...
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    1. Antwort von Amira Salem, Zürich
      @Humbert, Ist das jetzt so in der Schweiz , dass ein Massaker zu verurteilen und Menschenrechtsverletzung zu kritisieren schlimm? Die Türkei mit ihre klare Haltung zu den Putsch in Ägypten ist nichts anderes als die Haltung von Latein Amerika und die afrikanische Union. Scheinbar wollen die Europäer lieber Heuchler, Diktaturen, Banditen und Gauner als demokratisch gewählte Politiker. NICHTS kann ein Massaker gegen zwilisten rechtfertigen. Die Schweizer sollen viels an Menschenrechte nachholen.
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    2. Antwort von Murat Yelmaz, Dublin
      @Humbert, scheinbar verstehen Sie nicht, was islamistischer Staat bedeutet. Europa ist daran sehr interessiert die Türkei als EU Mitglied zu haben. Vergessen Sie nicht, dass die türkische Wirtschaft ist viel stabiler als die Wirtschaft in den gesamten EU. Deshalb pilgern täglich tausende Investoren u.a. auch CH nach Türkei, um eine Investitionsmöglichkeit zu suchen. was Ägypten betrifft, müssen Sie wissen, dass viele europäische Länder die gleiche Meinung wie Türkei haben, darunter auch die CH
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    3. Antwort von Hans Berger, Bern
      Amira Salem, Zürich und Murat Yelmaz, Dublin, Reden wir vom Völkermord an den Armeniern der heute noch gelogen wird? Oder von den Millionen von Türken die aus der Türkei fliehen um im Europa Raum auch in der Schweiz weil sie keine Arbeit haben in der Türkei, oder hätte es Arbeit und es kommen nur Schmarotzer zu uns?
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    4. Antwort von Amira Salem, Zürich
      @Berger, ja sehr gerne reden wir darüber aber auch über die Schweiz während dem 2. Weltkrieg und die Schweiz mit dem Apartheidsregime in Südafrika und die CH Rohstofffirmen, die nur von Ausbeutung lebt und die ch Banken die sündhafte Geschäfte weltweit treiben.
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    5. Antwort von Hami Topal, Basel
      @Humbert Mehrere Dekaden hat Mubarak seine prowestliche Fassade aufrecht erhalten.Keinen störte es.Wieso nicht?Man konnte schöne Ferien machen!Herr Mursi hat knapp 2 Jahre regiert und man warf ihm "Islamismus"vor,klagte ihn an.Mubarak wurde nie richtig "gewählt",Mursi schon. Die Hypokratie des Westens sah man auch bei der Türkei 1960,70,80,96. Der Westen hatte nie ein grosses Interesse an Volksvertreter,eher an "Ruhe, Stabilität und Prosperität",wie es so schön heisst.
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    6. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @V. Humbert: Ich stimme Ihnen zu. Leider ist es so, dass Türken mit der Aufarbeitung Ihrer eigenen Geschichte immer noch sehr grosse Mühe bekunden. Bitte nicht ablenken Amira Salem die Beziehungen der CH mit dem ehemaligen Apartheidregierung hat damit nichts zu tun. Seinerzeit pflegte auch die TK enge Beziehungen mit Pretoria.
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Diplomatische Eizeit zwischen Ägypten und der Türkei: Haben die jetzt schon Ostern?
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