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International Doch keine chemischen Waffen im Syrienkrieg?

«Für den Einsatz von Giftgas in Syrien gibt es keine glaubhaften Belege.» Das sagt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Wäre Giftgas eingesetzt worden, hätte dies das IKRK publik gemacht.

Giftgas wurde bislang im Syrienkrieg nicht eingesetzt. Das sagte eine IKRK-Sprecherin in Moskau. Sie betonte: Die IKRK-Hilfsoperationen im Nahen und Mittleren Osten hätten zu allen Regionen in Syrien Zugang. Wären Berichte über Giftgas-Einsätze zum IKRK vorgedrungen, hätte die Organisation diese sofort an die «zuständigen internationalen Organe» weitergeben. 

Obama will Waffen liefern

Die USA, Frankreich und Grossbritannien werfen dem syrischen Regime vor, gegen die Rebellen chemische Waffen einzusetzen. Aufgrund dieser Annahme, überlegen diverse Staaten laut, ob sie Waffen an die syrische Opposition liefern sollen. 

Assad hat deshalb den Westen erneut vor einem solchen Schritt gewarnt: «Wenn die Europäer Waffen liefern, wird der Hinterhof Europas terroristisch. Europa wird den Preis dafür zahlen», sagte Assad in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Syrien scheidet die Geister am G8-Gipfel

Der Bürgerkrieg in Syrien steht am Gipfel der acht führenden Industrienationen und Russland ganz oben auf der Tagesordnung. Doch schon vor den Beratungen wird klar: Das wird eine stürmische Debatte.

Vor allem jene zwischen US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin. Putin wehrt sich entschieden gegen eine Bewaffnung der Rebellen.  Deshalb machte er vor dem Treffen nochmals klar: Assads Gegner seien Kannibalen, sie dürften nicht mit Waffen beliefert werden.

Klar ist aber auch: Das gefällt Obama gar nicht. Denn Russland liefert Kriegsgerät an das syrische Regime.

93‘000 Tote bisher

Seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad im März 2011 sind 93‘000 Menschen getötet worden. Dies schätzt die UNO. Demnach kommen monatlich 5000 bis 6000 weitere Tote dazu. 6500 der Opfer waren Minderjährige – fast 1730 von ihnen Kinder unter zehn Jahren. Bisher sind mehr als 1,6 Millionen Syrer in Nachbarländer geflohen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von christian strahm, aarau
    Der Hinterhof Europas ist schon terroristisch. Dafür hat Herr Assad selbst gesorgt.
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    "Europa wird den Preis dafür zahlen" sind doch deutliche Worte und sollten ernst genommen werden. Wenn irgendein Wischiwaschi-Agent ein Flugzeug gesehen hat, das landw.Kulturen mit Pflanzenschutzmittel behandelt, dann gilt das wohl schon als Beweis für einen Chemiewaffen-Einsatz... USA und Europa sollten endlich aufhören, Streichhölzer ins Pulverfass zu werfen. Oder geht es wieder mal darum, eine Terror-Gefahr heraufzubeschwören, damit man die Rechte der Bürger weiter einschränken kann?
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  • Kommentar von Agnes Sommer, London
    Bush, äh, Obama behauptet also es gibt Massenvernichtungswaffen im Irak, äh, in Syrien, aber sonst gibts keine Hinweise? Na da weiss man doch wem man glauben soll :)
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