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International Doch keine Signale von MH370

Die neuste heisse Spur auf der Suche nach dem seit fünf Wochen verschwundenen Flugzeug der Malaysia Airlines hat sich zerschlagen. Akustische Signale, die am Donnerstag aus den Tiefen des Indischen Ozeans aufgefangen wurden, erwiesen sich als Fehlalarm.

Legende: Video Verwirrung um Flug MH370 abspielen. Laufzeit 0:46 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.04.2014.

Australiens Regierungschef Tony Abbott zeigte sich trotzdem optimistisch, dass das Wrack bald geortet wird. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die Position der Datenschreiber bis auf wenige Kilometer kennen», erklärte er bei einem Besuch in China nach Angaben von mitreisenden Journalisten.

Entsprechend wolle er auch Präsident Xi Jinping unterrichten. Bei allem Optimismus blieb Abott aber vorsichtig: «Die ungefähre Position der Blackbox zu wissen ist etwas anderes als tatsächlich Wrackteile aus fast 4500 Metern Tiefe zu heben oder herauszufinden, was mit dem Flug genau passiert ist», sagte er in Shanghai laut australischen Medienberichten.

Das Schiff «Ocean Shield», im Hintergrund ist ein Luftzeug in der Luft
Legende: Die «Ocean Shield» sucht weiter nach der verschollenen Maschine. Keystone

Abbott bezog sich auf vier Signale, die Anfang der Woche im Suchgebiet im Indischen Ozean aufgefangen worden waren, präzisierte ein Sprecher des Koordinationszentrums für die Wracksuche in Perth. Diese Signale entsprächen solchen, wie Blackboxen sie aussenden. Entsprechend wurde das Suchgebiet eingegrenzt.

Die Signale von Donnerstag stammten dagegen offenbar nicht von dem Wrack: «Das Zentrum für Akustik-Analysen hat die Daten ausgewertet und bestätigt, dass die Signale, die (am Donnerstag) in der Nähe des Schiffes »Ocean Shield« aufgefangen wurden, wahrscheinlich nichts mit dem Blackboxen des Flugzeugs zu tun haben», teilte Houston mit.

«Ausgehend von den Informationen, die mir vorliegen, gibt es keinerlei Durchbruch bei der Suche nach MH370.» Die Signale von Donnerstag könnten von anderen Schiffen in der Region stammen, sagte der Sprecher des Koordinationszentrums.

China drängt auf Klärung

Die Zeit drängt: Die Batterien der Peilsender von Blackboxen halten etwa 30 Tage. So lange können sie Signale senden. Diese Frist wäre schon am 7. April abgelaufen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Batterien in der Regel länger funktionieren, bis zu sechs Wochen, erklärte Houston bei Beginn der Suchaktion.

In China ist das Interesse an der Aufklärung des mysteriösen Irrflugs so gross, weil zwei Drittel der 239 Menschen an Bord der Maschine Chinesen waren. Das Flugzeug verschwand am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Es machte eine ausserplanmässige Kehrtwende, und flog, wie Satellitendaten später erkennen liessen, noch stundenlang Richtung Süden weiter.

Drei Soldaten blicken vom Bug eines Militärschiffes mit Feldstechern hinaus aufs Meer.
Legende: Bisher konnten keine Trümmerteile gefunden werden. Keystone

Kein Tower hatte aber Kontakt zu der Maschine, die Kommunikationssysteme an Bord funktionierten nicht. Ob die Piloten die Kontrolle über das Flugzeug hatten, ob die Maschine entführt wurde oder ob ein technisches Problem etwa mit Kabelbrand und toxischen Dämpfen die Menschen an Bord ausser Gefecht setzte, ist bislang unklar.

Darüber sollen die Datenschreiber Aufschluss geben, die mit Hochdruck gesucht werden. Sie zeichnen Höhe, Geschwindigkeit und andere technische Daten sowie die Unterhaltungen im Cockpit auf. Das Band erfasst allerdings nur die letzten beiden Stunden der Gespräche. Was zum Zeitpunkt der ausserplanmässigen Wende des Flugzeugs nach gut einer Stunden Flugzeit an Bord passierte, ist dort nicht erfasst.

U-Boot wenig effektiv

Sollten die Piloten in den letzten beiden Flugstunden ausser Gefecht gewesen sein, dürfte das Band leer sein. Dann blieben den Ermittlern nur noch die in dem Datenschreiber automatisch registrierten technischen Daten des Fluges, um der Ursache des Irrflugs auf den Grund zu kommen.

Das Schiff «Ocean Shield», zwölf weitere Schiffe sowie zwölf Flugzeuge sind in der Region, um nach Anzeichen des Wracks zu suchen. Vor Ort ist auch ein ferngesteuertes U-Boot.

Der Einsatz lohnt sich nach Angaben von Houston aber nur in einem kleinen Suchgebiet. Das Suchgerät, das «Ocean Shield» hinter sich herzieht, kann eine sechs Mal grössere Fläche absuchen als das U-Boot. Es könne noch Tage dauern, bis das U-Boot eingesetzt werde.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Ein sogenannter " Experte " aus Binningen sprach immer von einem Brand und zitierte dabei andere " Experten ", die mit ihrer- Unfall und Fundorttheorie auch daneben lagen. Noch nicht widerrufen wurde die Aussage, dass die Maschine insgesamt 7-8 Stunden in der Luft war. Das wäre auch über Diego Garcia hinaus. Ich bleibe dabei, dass die Maschine eher in Pakistan, Iran oder Somalia zu suchen ist, da der Treibstoff mit der entsprechenden Flugzeit von 7-8 Stunden auch in diese Länder hineinreicht.
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  • Kommentar von Heinz Müller, Zürich
    Eines sollte allen klar sein: ein Flugzeug solcher grösse verschwindet nicht einfach so, ausser es explodiert in der Luft - nur wäre dann schon von anfang an klar, wo man suchen muss. Der Rest der Geschichte, zb. die Suchaktion ist reines Schauspiel, um den "Otto-Normalbürger" zu verwirren und um kritische Fragen (zb. Militärische Radarüberwachung) gar nicht aufkommen zu lassen.
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    1. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Ganz genau, allen sollte klar sein das die Amerikaner in Diego Garcia das Flugzeug auf dem Radar hatte. Ansonsten sollte man sich vielleicht mal schlau machen wie ein Radar so funktioniert, und die beim Militär haben immer das beste. Diese Suche ist ein Farce!
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    2. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Wenn die Radaranlage auf Meereshöhe liegt und das Flugzeug knapp über dem Wasser daran vorbeifliegt, dann ist das Flugzeug im Radarschatten und damit unsichtbar für den Radar. So wurde die MH 370 von keinem Radar auf den Malediven erfast, aber von Augenzeugen im Tieflug über der Insel beobachtet. Außerdem war die Maschine insgesamt über 7 Stunden in der Luft, was noch weit über die Insel Diego Garcia hinausreichen würde, ein Brand somit auch unrealistisch erscheint.
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Irgendwie mysteriös...so ein Funksignal müsste doch eine eigene, klare Kennung haben, oder nicht? Wie wollen wir je Signale aus dem Weltraum von fremden Spezies erkennen, wenn das hier schon zum Meisterstück wird? Ich bekomme das Gefühl, dass wir Menschen gar nicht so weit entwickelt sind, wie man uns immer weismachen will...
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Sind wir auch nicht.Wir behindern uns selbst dabei,weil wir das Wichtigste dabei Aussen vor lassen;uns selbst.Wir haben uns selbst den Status einer Maschine gegeben.Einer Maschine ohne Definition eines Ziel-Einsatzes und ohne Betriebsanleitung.Wie rattern einfach nur mal so vor uns hin.Diese Sinn-und Zwecklosigkeit"verschluckt"das wichtigste Potential und erzeugt einen buchstäblichen Leerlauf,der wie ein immer grösser werdendes Monster alles zu verschlingen droht.
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