Zum Inhalt springen

Doppelpass für Südtiroler? Rom ist über die Pläne Wiens irritiert

Strache und Kurz
Legende: Was Heinz-Christian Strache (li, FPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien planen, gefällt Italien nicht. Keystone
  • Die Koalitionsparteien ÖVP und FPÖ haben vereinbart, dass Bürgerinnen und Bürger im Südtirol auch den österreichischen Pass erwerben können.
  • Auf diesem Punkt hatte die Rechtspartei FPÖ beharrt.
  • Das italienische Aussenministerium warnt nun vor einer Gefahr des ethnischen Nationalismus. Was aus Wien ertöne, sei – Zitat – keine europafreundliche Musik.
  • Das deutschsprachige Südtirol war nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen worden.

Das Versprechen, Italiener deutscher oder ladinischer Sprache die österreichische Staatsbürgerschaft zu gewähren, könne als «Ethno-Nationalismus» betrachtet werden, sagte Benedetto Della Vedova, Staatssekretär im italienischen Aussenministerium.

«Die Staatsbürgerschaft auf ethnischer Basis zu gewähren, hätte äusserst gravierende Folgen zum Beispiel im Balkan-Raum. Dies würde zum Wiederaufflammen territorialer Forderungen führen, was das friedliche Zusammenleben der Länder auch im EU-Raum beeinträchtigen würde, wo es Bürger verschiedener Kulturen und Sprachen gibt», betonte Della Vedova auf Facebook.

«Historisches Fenster von unschätzbarem Wert»

Anders sieht man es in Südtirol: «Die jahrelangen Bemühungen der Süd-Tiroler Freiheit haben zum Erfolg geführt», sagte der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll am Wochenende. Für Südtirol öffne sich dadurch ein historisches Fenster von unschätzbarem Wert.

Die Forderung nach einem Doppelpass war kürzlich von Südtiroler Politikern erneut erhoben worden, die sich von einer Regierungsbeteiligung der FPÖ einen entsprechenden Beschluss erhofften. Die FPÖ drängt schon seit Jahren darauf, dass Südtiroler zusätzlich zur italienischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten sollen.

52 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Im polnischen Schlesien ist für polnische Bürger deutscher Nationalität und Abstammung die doppelte Staatsbürgerschaft sei Jahrzehnten keine Frage mehr: Das deutsche Generalkonsulat verteilt deutsche Pässe. Dieser Personenkreis hat somit 2 Pässe, einen polnischen und einen deutschen. Gilt sinngemäß auch für Israelis mit deutschen Vorfahren oder die sogen. Russlanddeutschen. Das Gefasel von "ethnischem Nationalismus" ist Quatsch, zumal 1918 Südtirol ohne Abstimmung von Italien annektiert wurde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Eine Doppelbürgerschaft sollte möglich sein, egal wo. Niemand kann etwas dafür wenn er mehreren Völkern angehört. Soll ein Schweizer, der z.B. in Kanada lebt, seinen Schweizer Pass abgeben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Ich finde es schon witzig, dass ausgerechnet jene, die hier gegen Doppelbürgerschaft weibeln es unterstützen dass Italiener auch noch eine Oesterreichische Staatsbürgerschaft geschekt bekommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Müller: Es geht hier nicht nur um Italiener. Damals lies man den Südtirolern, die mehrheitlich keine Italiener waren, keine Wahl und machte sie ohne sie zu fragen zu Italienern. Deswegen sollte man dieses Thema ernster nehmen, auch wenn es von einer rechtsgerichteten Partei aufgeworfen wurde.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      Herr Müller: Es geht hier in erster Linie um Südtiroler die damals gegen Ihren Willen Italiener wurden. Oder besser gesagt deren Nachkommen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen