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Drohende Altersarmut Weltweit zu wenig Rente und Kindergeld

Vor allem in Afrika und Asien hat das Konsequenzen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung – und die Menschen.

Legende: Audio Keine Fortschritte bei weltweiten Sozialsystemen abspielen. Laufzeit 01:06 Minuten.
01:06 min, aus HeuteMorgen vom 30.11.2017.

Millionen älterer Menschen weltweit sind nach einem neuen UN-Bericht wegen mangelnder sozialer Absicherung von Armut bedroht. Nur zwei Drittel der Älteren weltweit bekämen überhaupt Rente oder andere staatliche Bezüge, und oft reiche das Geld nicht zum Leben, heisst es in dem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur sozialen Sicherung weltweit.

Oftmals seien die Renten wegen Sparzwängen zur Konsolidierung öffentlicher Haushalte nicht mehr angemessen.

Der Versuch, Renten stärker in Form von privater Vorsorge zu organisieren, habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Länder wie Argentinien, Bolivien, Ungarn und Polen kehrten wieder zu solidarischen Rentensystemen zurück. Dabei zahlen jüngere Arbeitnehmer in öffentliche Kassen und finanzieren die Auszahlung an die Rentner.

In dem Bericht befasst sich die ILO auch mit dem Pflegenotstand. So seien zur Pflege Kranker weltweit zehn Millionen zusätzliche Fachkräfte nötig, schreiben die Autoren. Nur 5,6 Prozent der älteren und langfristig Pflegebedürftigen lebe in Ländern, die eine solche Versorgung gesetzlich eingeführt haben. Weltweit seien deshalb 57 Millionen Menschen unbezahlt im Pflegeeinsatz.

Auch für Kinder müsse deutlich mehr investiert werden: Nur jedes dritte Kind weltweit werde etwa durch Kindergeld oder andere staatliche Leistungen unterstützt. 1,3 Milliarden Kinder, vor allem in Afrika und Asien, gingen leer aus. Das habe auch Konsequenzen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Ländern.

Löbliche Ausnahmen sind selten – aber es gibt sie. «In China wurde im letzten Jahrzehnt das Rentensystem ausgedehnt. Im südafrikanischen Königreich Lesotho eine universelle Rente eingeführt», so die ILO-Mitarbeiterin Christina Behrendt.

Das ist die ILO

Die Internationale Arbeitsorganisation ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Ihr Auftrag: Förderung der sozialen Gerechtigkeit. Die ILO begann ihre Tätigkeit 1919. Damals ständige Einrichtung des Völkerbundes mit dem Ziel der Sicherung des Weltfriedens auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit. Seit 1946 hat die ILO ihren Sitz in Genf.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Diejenigen, welche die Geschicke der Welt leiten, waren und sind überwiegend stets mit mit finanziellen Gütern gesegnet. Die Geschichte kann das bestätigen. Dass auch in Europa Krieg, Armut und Not herrschte, ist längst vergesen. Die Entscheidungsträger haben keine Ahnung mehr, was Armut wirklich bedeutet oder es ihnen schlichtweg egal. Ändern wird sich daran wohl nie etwas, solange die Menschheit den Egoismus auf den Sockel stellt.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Eigentlich ist es beschaemend, dass die wenigen Prozent der allerreichsten, die 90% der Welt besitzen es nicht fertig bringen die Hungernden zu saettigen.. und beschaemend ist wie wir (WIR, auch ich,) zusehen Ja wir sind hingegangen und haben an einem Feiertag 250 Essen serviert.. an Arme.. an einem Tag.. aber was ist das? es sind pro Jahr 365 Tage... Alles was wir tun ist weniger wie ein Tropfen auf einen heissen Stein.. man muesste OBEN anpacken, aber OBEN hat Macht, uns bleibt..die Ohnmacht!
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      hannah arendt beschreibt macht als ' das was zwischen menschen entsteht, wenn sie zusammen handeln'. wenn wir diese definition auf unserer zunge zergehen lassen, im wissen, dass wir viele sind, unterschiedlich und vielfältig, dann ergibt da doch eine ganz andere geschichte von, wer hier die macht hat. die wenigen haben vielleicht die mittel und die möglichkeiten mit geld gewalt auszuüben, macht ist das aber im eigentlich arendtschen sinne nicht.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    so wie reichtum ein gesicht hat ... es ist vorwiegend männlich, hat die armut ein vorwiegendes geschlecht, es ist weiblich.
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Nein nicht wirklich, diee Frauen werden viel aelter als die Maenner, darum scheint es dass es mehr arme Frauen hat... nimmt man aber die Jahre vor dem durchschnittlichen Ableben der Maenner ist es etwa gleich.. Uebrigens, Reichtum ist wenn man genug zu Essen, ein Dach ueber dem Kopf und eine einigermassen gute Gesundheit hat... gemessen am Weltdurchschnitt!
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      herr nanni, wenn wir schon bei reichtumsdefintitonen sind, dann finde ich niko paechs, die stimmigste: reich ist nicht wer viel hat. reich ist wer wenig braucht. niko paech... und im mundus economicus ist aber gerade die tatsache frau zu sein, alt zu werden einer der wesentlichsten armutsrisiken. auffallend ist, wenn es um gewisse themen geht, die definitv ein herausragendes geschlecht haben, tendiert man zur relativierung oder zur subsummierung; es gäbe wesentlicheres und wichtigers.
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    3. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      , tendiert man zur relativierung oder zur subsummierung; es gäbe wesentlicheres und wichtigers.................es tut weh, trotzdem MUSS ich Ihnen vollumfaenglich recht geben!!! Ihr freundlichst geknickter F.Nanni
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