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International «Drohnenangriffe helfen Libyen nicht»

Zunehmende Besorgnis im Weissen Haus. Die Sicherheitslage am Mittelmeer war Thema beim Treffen des US-Präsidenten mit Italiens Regierungschef. Die Mehrzahl afrikanischer Flüchtlinge kommt derzeit aus Libyen, in dem seit Monaten heftige Kämpfe zwischen Islamisten und der Armee toben.

Renzi und Obama
Legende: Zunehmende Besorgnis wegen Sicherheitslage am Mittelmeer: Renzi (links) und Obama in Washington. Reuters

Die USA und Italien wollen der wachsenden Terrorgefahr in Libyen sowie der Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum mit gemeinsamen Kräften entgegentreten.

Das betonten US-Präsident Barack Obama und Italiens Regierungschef Matteo Renzi nach einem Treffen im Weissen Haus. Die terroristische Bedrohung bereite den Verbündeten grosse Sorge, sagte Obama. «Wir werden das Problem nicht mit ein paar Drohnenangriffen oder einigen militärischen Operationen lösen.»

Um die sich in dem nordafrikanischen Land zunehmend ausbreitende Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen, sei aber auch die Hilfe der Partner am Persischen Golf nötig.

Das Mittelmeer ist ein Meer, kein Friedhof
Autor: Matteo RenziRegierungschef Italiens

«Das Mittelmeer ist ein Meer, kein Friedhof», sagte Renzi, dessen Land weiter unter dem Ansturm verzweifelter Menschen ächzt, die sich auf die gefährliche Überfahrt von Afrika über das Mittelmeer machen. Mehr als 90 Prozent der afrikanischen Flüchtlinge kämen derzeit aus Libyen. «Der einzige Weg ist, zur Stabilität zurückzukehren.»

Legende: Video «FOKUS: Italien am Anschlag» abspielen. Laufzeit 5:57 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.04.2015.

Dafür sei die Bildung einer funktionierenden Einheitsregierung nötig. Letztlich könnten nur die Stammesführer in dem Nordafrikanischen Staat für Frieden sorgen.

Neue Kämpfe mit Islamisten

Bei Kämpfen zwischen Soldaten und der islamistischen Miliz Fadschr Libya sind nahe der libyschen Hauptstadt Tripolis am Freitag mindestens 21 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden.
Aus Militärkreisen hiess es bei den Todesopfern handle es sich um 14 Soldaten, vier islamistische Kämpfer und drei Frauen, die durch Raketenbeschuss getötet worden seien.

Miliz kontrolliert Tripolis

Die Gefechte ereigneten sich demnach in der Stadt Tadschura etwa 30 Kilometer östlich von Tripolis, wo die Armee in ihrem Bemühen, die Hauptstadt aus den Händen der Miliz zurückzuerobern, einen Angriff auf ein Lager der Islamisten startete. Ein Fadschr-Libya-Sprecher in Tripolis bestätigte die Kämpfe, sprach aber von insgesamt 32 Toten auf Militärseite.

Die Miliz kontrolliert Tripolis seit dem August vergangenen Jahres. Aus Armeekreisen hiess es, zur Bekämpfung der Islamisten in Tadschura werde auch die Luftwaffe eingesetzt.

13 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Zuerst Krisenherde erzeugen und dann als Helfer in der Not auftreten. Auf diese Farce gehen vielleicht Europäer ein, weil sie mit "samftem" Druck geleitet werden. US-Geheimunterlagen über die meisten eur. Politiker/Eliten lassen sie gerne "gehorchen". Nur bei den RU und noch weniger bei den CN klappt das immer weniger. Die Strategie der USA funktioniert nur dort, wo Gewalt und Erpressung wirksam sind. Die militärische und wirtschaftliche Überlegenheit ider USA st nicht mehr zwingend.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Zunehmende Besorgnis im weissen Haus, welches doch dafür gesorgt hat, dass Libyen in Schutt und Asche gelegt wurde. Die USA verursacht weltweit Unruhen und Kriege und äussert sich danach besorgt über die Zustände in den jeweiligen Ländern - Schizophren! Chaos wird weit weg von den Staaten verursacht, ausbaden sollen es die anderen! Ramstein bildet das technische Rückgrat für die Drohnenmorde, Obama hat öffentlich Europa aufgefordert sich als Kriegsplatz bereit zu halten. Aufwachen Leute!
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  • Kommentar von Bea Sty, Biel
    Es stellt sich die Frage, wer denn konkret an der Destabilisierung Europas interessiert ist? Ich tippe auf die Saudis, Emirate und Konsorten. Dort ist die grosse Kohle. Dass keine Flüchtlinge aufgenommen werden, stört niemanden. Lieber verkauft man noch die WM und unterstützt die Sklaverei, die Unterdrückung der Frauen. Gleichzeitig wird über die bösen Amis gejammert, hat man Angst vor den Russen und duldet die Türkei in der Nato. Europa wird bekommen, was es verdient. Die EU ist ein Witz.
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