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International «Druck hilft beim Umbau der Fifa»

Die Suspendierung von Fifa-Präsident Sepp Blatter könnte eine Chance sein, dass der Weltfussballverband die überfälligen Reformen nun endlich ernsthaft angeht. Darauf hoffen auch Anti-Korruptionsexperten von Transparency International.

Fifa-Emblem in Gold am Hauptstitz in Zürich.
Legende: Der Druck auf die Fifa steigt, endlich mit Reformen vorwärts zu machen. Keystone

«Es ist gut, dass Fifa-Präsident Blatter suspendiert worden ist», sagt Siliva Schenk. Sie ist Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland. «Je grösser der Druck auf die Fifa wird, desto besser kommt der Umbau beim Weltfussballverband voran.» Dass Blatter nun suspendiert worden sei, sei ein klares Signal, «dass sich bei der Fifa etwas ändern muss».

Andererseits werde jetzt der Kameruner Issa Hayatou Interimspräsident. Und der sei bisher weniger reformfreudig gewesen als Blatter, hält Schenk fest.

Reformkomitee soll bald Ideen präsentieren

Bei der Fifa soll bekanntlich François Carrard dafür sorgen, dass die Reformen vorankommen und die Reputation des Fussballverbandes wiederhergestellt wird. Er ist Vorsitzender des Fifa-Reformkomitees. «Unsere Ziele bleiben unverändert», betont er. Die Arbeit werde forgeführt, die Suspendierung des Präsidenten habe darauf keinen unmittelbaren Einfluss.

Das 13-köpfige Reformkomitee soll nun ausarbeiten, wie die angedachten Reformvorschläge konkret umgesetzt werden sollen. Bei Transparency International sieht man gute Chancen, dass die Reformen diesmal dann auch umgesetzt werden. Die Zusammensetzung des Komitees sei «eigentlich nicht schlecht», sagt Schenk von Transparency. Es bestehe die Chance, dass nun auch die «Mächtigen und Wichtigen der Kontinentalverbände» auf den Reformweg mitgenommen würden.

Blatters Suspendierung hat auf unsere Arbeit keinen Einfluss.
Autor: François CarrardVorsitzender des Reformkomitees

Hoffen auf einen reformfreudigen Präsidenten

Im Februar nächsten Jahres muss der Fifa-Kongress den vom Komitee vorgeschlagenen Reformen zustimmen. Carrard mag als Vorsitzender des Reformkomitees keine Prognose wagen: «Als Rechtsanwalt habe ich viele Prozesse gewonnen, die ich eigentlich hätte verlieren sollen – und manchmal habe ich verloren, wenn ich hätte gewinnen sollen», sagt er vieldeutig.

Klar ist für Carrard einzig, dass der Reformprozess nicht ohne die richtigen Leute umgesetzt werden kann. Er hofft deshalb vor allem auch, dass am 26. Februar ein reformfreudiger Blatter-Nachfolger gewählt wird.

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