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International Dschihad fürs Überleben

Millionen von Tagelöhnern aus zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken schufteten bisher in Russland. Mit der Wirtschaftskrise verlieren viele ihre Jobs – und in der Heimat wartet auf sie nur Chaos. Manch einer von ihnen schliesst sich deswegen dem IS an – weil dieser Geld und Unterkunft verspricht.

Legende: Video IS profitiert von russischer Wirtschaftskrise abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.04.2015.

Die Billigarbeiter aus Zentralasien schuften in Moskau zu Dumpinglöhnen. Als Bauarbeiter und Hauswarte verdienen sie rund 15‘000 Rubel im Monat. Vor dem Währungscrash waren das knapp 400 Euro. Heute erhalten sie nur noch 200 Euro.

Der IS als Krankenversicherer

«Ich fahre nach Hause. Hier macht das alles keinen Sinn mehr, zu wenig Geld», sagt der Gastarbeiter Nursultan Kabaiew. Vor der tadschikischen Botschaft in Moskau drängen sich Menschen – es sind Tagelöhner, die Ausreisepapiere beantragen.

Menschenansammlung vor Wechselstube
Legende: Wirtschaftschaos: Menschen vor einer Wechselstube in Duschanbe, der Hauptstadt der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan. Reuters

Doch zuhause, in den muslimisch geprägten Ex-Sowjetrepubliken Tadschikistan, Usbekistan und Kirgistan, wartet auf diese Männer nur wirtschaftliches Chaos.

Das sei der ideale Nährboden für Schergen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), sagt der Chef des Verbandes der Arbeitsimmigranten, Bachrom Chamoiew: «Viele werden sich als Söldner anwerben lassen und in Syrien kämpfen. Sie sehen für sich oft keinen anderen Ausweg.» Wer sich dem IS anschliesst, erhält einen Lohn – und oft noch Kranken- und Sozialversicherung.

Hunderte Kämpfer aus zentralasiatischen Armenhäusern

Auch in den kirgisischen Medien ist die Problematik ein Thema. Ein Fernsehbeitrag zeigt festgenommene Männer – die angeblich vom IS angeworben wurden. Unter ihnen sollen sich offenbar auch ehemalige Tagelöhner befinden. Sie hätten nach Syrien und in den Irak reisen sollen – wo für die radikalen Islamisten bereits hunderte Männer aus den Armenhäusern Zentralasiens kämpfen.

«Kurz und deutlich: Je weniger Arbeitsimmigranten hier Geld verdienen, desto mehr Kämpfer und Mudschaheddin wird es geben», meint Chramoiew. Bis vor kurzem haben in Russland rund 10 Millionen Tagelöhner aus Zentralasien geschuftet. Den Behörden zufolge wird wegen der Wirtschaftskrise dieses Jahr etwa die Hälfte abwandern. Wenn dieser Trend so weitergeht, wird der IS wohl kaum Rekrutierungsprobleme haben.

6 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    RU & CN sind beide Vielvölkerländer. Das Stammvolk geniesst gesellschaftliche Vorteile gegenüber den Minderheiten, Druck wird auf die Schwachen ausgeübt. Das ist ein hist. Phänomen in allen Staaten. Schwäche einen Gegner von innen, wenn wenig Erfolg von aussen zu erwarten ist. Diese Strategie wenden die USA gegenüber Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Südamerika mit erstaunlichen Ergebnissen an. Ab und zu einen Anschlag fingieren (Gladio-, CIA-Operationen etc). Funktioniert erstaunlich gut.
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  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Allen Menschen dieser Welt würde es besser zu gehen wenn wir einigermassen gleiche Verhältnisse hätten aber um die kranken Lüste der Mega-Reichen und Macht Gelüste der Politiker zufrieden zu stellen müssen viele in den armen Ländern leiden :-) Was die meisten nicht verstehen, wenn die leiden wir leiden :-) Asylbewerber , Kriminalität , Kriege, Fanatismus , Radikalisierung der Menschen hier und dort :-) Nur weiter so liebe D / EU , das Ende ist nah :-)
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  • Kommentar von Engin Atakum, Düsseldorf
    der IS hat die kurve gekriegt.keiner mag den is aber der zulauf ist enorm.wie sagt der volksmund : lieber für geld kaempfen als hungernd und arbeitslos zu sein.
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    1. Antwort von c.jaschko, Bern
      Herr Atakum mich freut es riesig dass Türkei ein normales Land ist welches bald auch die Wirtschaftlichen-Verhältnisse in der Region verbessern wird. Mit dem Rusischem-Gas einmal in der Türkei die Süd-Länder werden sich frei ausbauen können. Den Aufschwung Süd-Europas hindern die gieregen Macht-Länder wie D mit Ihren Wahn Sanktionen die niemanden helfen! Gott sei Dank die Türkei ist nicht in der EU den Sie können jetzt für sich das beste Aussuchen ohne dabei dem Wahn der EU Folge zu leisten :-)
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