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Mehr Hilfsgelder zugesagt Dürre und Terror halten Somalia im Würgegriff

Legende: Audio Somaila-Konferenz unter anderen Vorzeichen als vor fünf Jahren abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
1:38 min, aus SRF 4 News aktuell vom 11.05.2017.
  • In London trafen sich Vetreter der internationalen Gemeinschaft zu einer Somalia-Konferenz.
  • Hunderte von Millionen Dollars Hilfsgelder sollen in das dürregeplagte Land fliessen.
  • Somalias Präsident verspricht Armut, Korruption und Terrorismus zu bekämpfen.

Somalia im Osten Afrikas ist seit Jahren der Inbegriff für Gewalt, Terror und Flucht. Die islamistische Terrormiliz Al Shabaab und bewaffnete Clans kontrollieren immer noch rund einen Drittel des Territoriums. Und einmal mehr wird das Horn von Afrika derzeit von einer extremen Dürre heimgesucht.

Rund sechs Millionen Menschen in Somalia sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Trotzdem hat sich seit der letzten Geberkonferenz in London im Jahr 2013 einiges geändert. Damals machten Piraten die Gewässer vor der somalischen Küste praktisch unpassierbar. Dank der Präsenz europäischer Kriegsschiffe konnte die Piraterie mittlerweile massiv reduziert werden.

Präsidentenwechsel ohne Blutvergiessen

Auch die Demokratisierung des Landes macht Fortschritte. Im Februar wurde der amtierende Präsident in einer turbulenten aber friedlichen Wahl abgelöst. Immer noch ungelöst ist dagegen die Stabilität im Land. Ausserhalb der Hauptstadt Mogadischu regiert nicht der Präsident, sondern die Al-Shabaab-Miliz.

Truppen der Afrikanischen Union sorgen für ein Minimum an Sicherheit. Diese Truppen sollen sich bis nächstes Jahr zurückziehen und die Aufgabe den somalischen Sicherheitskräften übergeben. Ob dieses ehrgeizige Ziel wirklich erreicht werden kann, bezweifeln viele Diplomaten in London. Zumindest aber sollen an der Konferenz nun die finanziellen Mittel bereitgestellt werden.

Dauerbrenner unter Afrikas Krisenherden

Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Von den rund 12 Millionen Einwohnern leben viele als Nomaden, die Hälfte von ihnen ist jünger als 15. Seit dem Sturz von Präsident Mohamed Siad Barre 1991 wurde der Staat von einem Bürgerkrieg und zwei grossen Dürrekatastrophen gebeutelt. Bei der letzten Hungersnot 2011 starben über 250'000 Menschen. Die Terrormiliz Al Shabaab will einen Gottesstaat errichten.

Hilfsgelder für Somalia

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres plädierte in seiner Eröffnungsrede in London für mehr Geld. 900 Millionen Dollar würden alleine dieses Jahr gebraucht. 275'000 Kindern drohe sonst der Hungertod. Alleine die EU kündigte darauf zusätzliche Hilfsgelder von 200 Millionen Euro an. Zur Zeit ist noch unklar, wie hoch die insgesamt zugesagte Summe ist.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es ergeht allen Staaten so, welche im Land nur Krieg kennen. Leider sind die Kriegsherren so dumm, dass sie noch nicht bemerkt haben, wie sie ihr Grab selber schaufeln. Fanatismus verblendet alles. Sie treiben ihr Land in den Ruin.
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  • Kommentar von heinz stalder (Paschu)
    Ein unendgeltliches Einkommen für die Bewohner der ärmeren Ländern dieser Welt, bezahlt von den Reichen Ländern und trotzdem beim Aufbau ihrer Infrastruktur helfen. Mehr Gerechtigkeit und Mitgefühl, braucht unsere gemeinsame Welt.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Entsalzungsanlagen, Wasserleitungen bis ins Landesinnere. Die Technology ist da. Nur: wenn Menschen sich gegen die Eigenen wenden, sehe ich keinen Sinn in unserer Hilfsbereitschaft. Das erste wäre natürlich, dass die Terroristen die Wasserleitungen kappen würden und die Entsalzungsanlagen zerstören würden.
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