Dutzende Schweizer werden noch vermisst

Beim Erdbeben in Nepal sind nach aktuellem Kenntnisstand keine Schweizer Bürger ums Leben gekommen, mehrere wurden aber verletzt. Nach rund drei Dutzend Personen wird derzeit noch gesucht.

Verletzte in einer Halle.

Bildlegende: Wieviele Schweizer befinden sich unter den Toten und Verletzten? Das EDA prüft derzeit alle Informationen. Keystone

Die meisten der 124 in Nepal gemeldeten Schweizerinnen und Schweizer konnten inzwischen kontaktiert werden, sagte Ralf Heckner, Chef des Krisenmanagement-Zentrums des EDA, am Montag vor den Medien in Bern. Auch die Mehrheit der rund 200 Suchanfragen von Familienangehörigen, die auf der Helpline eingegangen seien, hätten beantwortet werden können.

Der Zustand der kleinen Zahl von Verletzten sei nicht besorgniserregend, sie würden von der Botschaft betreut. «Wir haben bisher Glück gehabt», sagte Heckner. Unter den Schweizerinnen und Schweizern, die noch gesucht werden, sind zahlreiche Touristen, auch Bergsteiger. Rund 30 Touristinnen und Touristen haben Unterschlupf gefunden im Garten der Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Kathmandu.


Globetrotter: Noch kein Kontakt mit 19 Kunden

4:34 min, aus SRF 4 News aktuell vom 27.04.2015

Botschaft in Zelten

Dort habe sich inzwischen eine Art «Swiss Camp» gebildet, sagte Manuel Bessler, Chef des Korps für Humanitäre Hilfe. Die Botschaft selber sei wegen der unsicheren Statik nicht nutzbar, darum werde die Botschaft in Zelten im Garten betrieben. Dort sind auch die sechs Expertinnen und Experten untergekommen, die die Schweiz am Sonntag für einen Soforteinsatz losgeschickt hat.

Noch im Lauf dieser Woche soll ein achtköpfiges Team für medizinische Soforthilfe losgeschickt werden. Dieses ist auf die Bedürfnisse von Müttern mit Kindern spezialisiert. Zudem soll nach Angaben von Bessler eine erste Ladung Material nach Kathmandu geflogen werden. Die genauen Bedürfnisse würden derzeit von den Expertinnen und Experten vor Ort abgeklärt.

Flughafen komplett überlastet

Das grösste Hindernis für den Hilfseinsatz ist derzeit der Flughafen von Kathmandu. Es handelt sich um den einzigen internationalen Flughafen des Landes. Wegen der bereits eingetroffenen Flugzeuge sei diese Infrastruktur schon komplett ausgelastet, sagte Bessler. Das sei auch der Grund gewesen, weshalb die Schweizer Helfer vorerst nur mit einem kleinen Flugzeug nach Nepal aufgebrochen seien.

Spendenaufruf

Logo und Schriftzug der Glückskette

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Erdbebenopfer in Nepal auf: Postkonto 10-15000-6 oder auf www.glueckskette.ch mit dem Vermerk «Nepal» oder mittels der Swiss-Solidarity-App.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Franz Gähwiler.

    Franz Gähwiler, Helvetas-Programmkoordinator für Nepal

    Aus Rendez-vous vom 27.4.2015

    Beim Erdbeben in Nepal sind tausende Menschen ums Leben gekommen. Der Albtraum habe sich angekündigt, sagt Helvetas-Experte Franz Gähwiler; trotzdem sei der Himalaya-Staat nicht darauf vorbereitet gewesen. Gähwiler ist Gast von Marc Lehmann im Tagesgespräch.

  • «Nepal liegt über einen tektonischen Verwerfung»

    Aus SRF 4 News aktuell vom 27.4.2015

    Der Himalaya-Staat ist anfällig für Erdbeben, weil sich im Untergrund die indische Kontinentalplatte unter die eurasische schiebt. Darum sei immer wieder mit Spannungsentladungen zu rechnen, sagt die Seismologin Ulrike Kleinbrod von der ETH Zürich.

    Susanne Schmugge

  • Ein sechsköpfiges Team der Humanitären Hilfe des Bundes besteigt am Sonntag, 26. April 2015 am Flughafen in Kloten einen Jet der Rega

    Schweizer Katastrophen-Hilfe für Nepal

    Aus Echo der Zeit vom 26.4.2015

    Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass auch Schweizer unter den Opfern des Erdbebens sind. Doch die Schweiz beteiligt sich an der Hilfe in Nepal. Der Bund hat ein Soforteinsatzteam nach Kathmandu losgeschickt.

    Samuel Burri