Dutzende Tote bei Gefängnisrevolte in Venezuela

Schon wieder ist eine Gefängnismeuterei in Venezuela eskaliert. Im Rahmen einer Inspektion wurden Mitglieder der Nationalgarde von Insassen attackiert. Beim Angriff starben über 50 Menschen.

Die Tageszeitung «Ultimas Noticias» berichtete auf ihrer Website von 54 Todesopfern, der Fernsehsender Globovision von rund 50 und weiteren 90 Verletzten. Beide beriefen sich dabei auf den Direktor des städtischen Spitals, Ruy Medina.

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Polizei und Ambulanz rückt nach Revolte an. (Originalkommentar)

0:18 min, vom 26.1.2013

Die Meuterei ereignete sich in der Haftanstalt Uribana in der Stadt Barquisimeto im Nordwesten des Landes. Nach Angaben der Organisation Venezuela Prisons Observatory sitzen in der für bis zu 850 Insassen ausgelegten Anstalt zurzeit rund 1400 Häftlinge.

Häftlinge und Soldaten unter den Opfern

Die zuständige Ministerin sagte, der Aufstand sei ausgebrochen, als Mitglieder der Nationalgarde im Zuge einer Inspektion von Insassen attackiert wurden. Beide Seiten seien vom Gewaltausbruch betroffen, offizielle Opferzahlen werde es aber erst geben, nachdem die Kontrolle wiederhergestellt sei.

Die Gewaltspirale in den Gefängnissen, deren Insassen mithilfe korrupter Wächter häufig an Waffen und Drogen gelangen, hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. Zurzeit gibt es 33 Haftanstalten in Venezuela, die für 12'000 Insassen ausgelegt sind. Tatsächlich sind dort nach Angaben aus Regierungskreisen aber vier Mal so viele Häftlinge eingepfercht.