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International Ebola erstmals ausserhalb von Afrika aufgetreten

Ein Mann aus Liberia hat das Ebola-Virus in die USA eingeschleppt. Acht Tage nach seiner Ankunft wurde er auf eine Isolierstation gebracht. 18 Menschen, mit denen er Kontakt hatte, stehen nun unter Beobachtung.

Legende: Video Ebola erreicht die USA abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 01.10.2014.

Die USA melden den ersten Fall von Ebola. Es ist zugleich das erste Mal seit Ausbruch der Epidemie, dass das Virus ausserhalb von Afrika festgestellt wurde. Ein Mann aus Liberia, der seine Verwandten in den USA besuchte, habe die Seuche nach Texas eingeschleppt, erklärten die amerikanischen Gesundheitsbehörden.

Ansteckung nicht auszuschliessen

Der kranke Mann habe sechs Tage nach seiner Ankunft in den USA einen Arzt aufgesucht. Zwei Tage später wurde er auf eine Isolierstation gebracht. Inzwischen hat sich der Verdacht bestätigt: Er ist mit dem Ebola-Virus infiziert.

Mann ist schwer erkrankt

Der Chef der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Tom Frieden, bezeichnete den Mann als schwerkrank. Die Gefahr, dass er auf seinem Flug nach Texas andere Passagiere angesteckt haben könnte, sah Frieden aber trotzdem nicht. Er wies darauf hin, dass sich das Virus nur über Körperflüssigkeiten überträgt und Ebola-Patienten erst dann ansteckend sind, wenn sie die typischen Symptome aufweisen.

Insgesamt sind nach Behördenangaben bislang bis zu 18 Menschen identifiziert worden, die in den USA möglicherweise mit dem Patienten in Kontakt gekommen sein könnten, unter ihnen fünf Schulkinder. Sie stünden nun unter Beobachtung. Einen weiteren bestätigten Ebola-Fall gebe es bislang aber nicht, stellte die Gesundheitsbehörde von Dallas per Kurznachrichtendienst Twitter klar.

Der Infizierte wird seit Sonntag im Texas Health Presbyterian Spital in Dallas behandelt. Zwei Labors bestätigten inzwischen, dass er das Ebola-Virus in sich trägt. US-Präsident Barack Obama wurde über den Fall informiert.

Zu spät reagiert

Der Patient, dessen Nationalität zunächst nicht bekannt wurde, hatte bereits am Freitag einen Arzt aufgesucht, wurde zunächst aber wieder nach Hause geschickt. Erst als er zwei Tage später per Ambulanz ins Spital in Dallas eingeliefert wurde, stellten ihn die Ärzte unter Quarantäne.

Nach Ansicht des Leiters des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, reagierten die Ärzte zu spät. Der Arzt in der Notaufnahme hätte den Patienten fragen müssen, ob er kürzlich ins Ausland gereist sei, sagte Fauci dem US-Sender CNN. Der Hinweis auf den Aufenthalt in Liberia wäre dann ein «deutliches Warnsignal» gewesen.

Auch der Medizinprofessor Jesse Goodman von der US-Universität Georgetown forderte mehr Wachsamkeit im Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen. «Es ist entscheidend, dass alle Spitäler und Mitarbeiter im Gesundheitswesen gewarnt sind und nach Auslandsaufenthalten fragen.»

Über 3000 Tote

Dem Ebola-Ausbruch in Westafrika sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 3000 Menschen zum Opfer gefallen. Die Zahl der Infizierten stieg auf mehr als 6500. Liberia ist das am stärksten betroffene Land.

In den USA wurden bisher fünf Patienten mit Ebola behandelt. Bei ihnen war das Virus jedoch in Afrika diagnostiziert worden. Sie wurden mit den entsprechenden Sicherheitsmassnahmen in die USA geflogen, um sie von amerikanischen Spezialisten behandeln zu lassen.

1500 Impfdosen

Mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 testweise in Westafrika eingesetzt werden. Das gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt. Kanada hat der UNO-Behörde die Substanz gespendet, die erstmals in den kommenden Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Debrotti, Basel
    Risk is very, very low? Denkt jemand an die Warlords, Sextourismus, Drogenschmuggel, Waffenhändler und Diamantenhändler? Der Typ war vier Tage ansteckend und unterwegs? Vom ersten Notfall wieder Heim! Wenn ich starke Medi nehme geht es schon. Low Risk ist weiter als 1 Meter. Alles andere auch ohne Berührung ist middle-high risk. Warum werden wohl immer die Wände desinfiziert und nicht nur die suits in den Sequenzen? Ein Nieser auf ein Metallgeländer in der Subway oder Knopf im Lift reicht auch.
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  • Kommentar von Wolfgang Blum, Basel
    Wie kann ein Mann aus Liberia einen Virus in die USA einschleppen, wo der Virus doch in den USA hergestellt und die Stammzellen aufbewahrt werden!? Zur Erinnerung; Die U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC, Gesundheits- und Seuchenschutzbehörde) besitzen ein Patent auf einen bestimmten Ebola-Stamm, der als „EboBun“ bezeichnet wird. Es handelt sich um das Patent Nr. CA2743523Al, das 2010 vergeben wurde. Hört doch mal auf die Menschen verrückt zu machen!
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    1. Antwort von Gerhard Schweizer, Bern
      Geht man ihrer Verschwörungstheorie nach, stösst man auf den immer genau gleichen Artikel, der auf verschiedenen obskuren Internetseiten verbreitet wird. Für manche Leute zählt auch bei einer Tragödie, wie die momentane Epidemie, nur die Befriedigung des eigenen Antiamerikanismus. Und übrigens, mit Ebola wird auch in der Schweiz herumexperimentiert.
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    2. Antwort von Wolfgang Blum, Basel
      @G. Schweizer ... Ich weiss nicht was an einem eingetragenen Patent obskur sein soll und weshalb sie die Behörden die damit in Zusammenhang stehen anzweifeln. Vermutlich gehören Sie zu der Gruppe die ohne Recherche ihrer eigenen Subjektivität erliegen. Ihr Versuch mich durch meinen Beitrag zu denunzieren scheitert daran, weil mein Beitrag auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen von Dr. med. Claus Köhnlein basiert. Nennen sie ihn auch einen Verschwörungstheoretiker?
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    3. Antwort von W. Helfer, Zürich
      G. Schweizer. Gemäss P. Mathys BAG kann lediglich das Virus in Genf u Spiez festgestellt werden. Auch sagt er, dass die CH keine experimentellen Testsubstanzen haben, wie es die USA haben.
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  • Kommentar von olgafrick, triesen
    Nur eine handvoll Menschen?!!!!!!! Was ist mit denen im Flieger oder Schiff.mit was auch er gekommen ist werden auch andere angesteckt.alles was er agelagt hat hat schweiss dran .auch wenn man mit jemanden redet gehen tausende Bakterien raus auch ebola.wieso hat man keine schutzvorrichtung in jedem Flughafen auch in Europa für solche Leute die aus diesen länder kommen .auch flüchtlinge mit den Schiffen.dass ist mir schleierhaft .unverantwortlich gegen über der ganzen Welt .
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