Ebola ist «Bedrohung des weltweiten Friedens»

Der Uno-Sicherheitsrat erklärt in einer einstimmig beschlossenen Resolution Ebola zu einer «Bedrohung des weltweiten Friedens und der Sicherheit». Es ist das erste Mal, dass das oberste UNO-Organ eine Krankheit so bezeichnet. Es will die Anstrengungen gegen Ebola massiv erhöhen.

Ban ki-Moon spricht im Sicherheitsrat, umgeben von mehreren UNO-Botschaftern.

Bildlegende: UNO-Generalsekretär Ban beschreibt im Sicherheitsrat die dramatische Lage in Westafrika. Keystone

Es ist erst das dritte Mal in seiner Geschichte, dass sich der UNO-Sicherheitsrat mit einer Krankheit befasst. Zweimal ging es um Aids, jetzt um Ebola. Dass die UNO diese Krankheit gar als friedensbedrohend einstuft, zeigt wie dramatisch sie die Lage einschätzt. Generalsekretär Ban Ki-Moon spricht von einer Krise mit einer politischen, sozialen, wirtschaftlichen, humanitären und Sicherheitsdimension.

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UNO-Sondermission gegen Ebola

1:23 min, aus Tagesschau am Mittag vom 19.9.2014

Ebola-Nothilfemission der UNO

Deswegen werden jetzt weite Teile des UNO-Apparates mobilisiert, falls nötig bis hin zu Blauhelmtruppen. Und all das soll rasch geschehen: Schon Ende Monat sollen erste Elemente einer neuen, temporären UNO-Organisation existieren: Die UNO-Ebola-Nothilfemission.

Ihren Sitz wird die Mission in der hauptbetroffenen Region Westafrika, haben; aus praktischen wie aus symbolischen Überlegungen. Man dürfe nun die notleidenden Länder auf keinen Fall isolieren, müsse ihnen vor Ort beistehen, sagte Ban.

Weitere Ausbreitung verhindern

Der UNO-Sicherheitsrat verlangt deshalb auch, auf Grenzsperrungen, Reiseverbote und die Streichung von Flügen zu verzichten. Ziel der Mission ist es, den Opfern zu helfen, die noch weitere Ausbreitung von Ebola zu verhindern und Basisdienstleistungen in den destabilisierten Staaten anzubieten.

Die UNO räumt ein, dass sie trotz aller Anstrengungen allein mit dem Problem unmöglich zurande kommt. Auch Regierungen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen seien dringend gefordert.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Hilfsgüter wie Untersuchungshandschuhe und Natriumchlorid für die Ebola-Krisengebiete in Westafrika, werden am 28. August beim SRK in Wabern bereitgestellt.

    Schweizer Hilfe zur Bekämpfung von Ebola

    Aus Rendez-vous vom 18.9.2014

    Die USA schicken 3000 Armeeangehörige nach Westafrika, Kuba 200 ÄrztInnen und Krankenpfleger - zur Bekämpfung der Viruskrankheit Ebola. Die Schweiz fürchtet, die eigenen HelferInnen könnten sich mit dem Virus anstecken - und leistet lieber finanzielle und logistische Hilfe.

    Christian von Burg

  • Kritische Lage in Liberia

    Aus 10vor10 vom 12.9.2014

    In Westafrika droht die Ebola-Epidemie ausser Kontrolle zu geraten. Besonders kritisch ist die Lage zurzeit in Liberia. Die Krankenstationen sind überlastet, vielen Infizierten fehlt es an medizinischer Versorgung. Auch heilbare Krankheiten wie Lungenentzündungen können mittlerweile nicht mehr behandelt werden.