Ebola-Patient in den USA gestorben

Ein in Texas wegen Ebola behandelter Patient ist nach Krankenhausangaben tot. Auch Europa ist alarmiert. Der jüngste Ebola-Fall in Spanien lässt aufhorchen. Madrid will die Ausbreitung unbedingt verhindern. Aber ausschliessen können die Behörden nichts.

Mann mit Schutzanzug trägt Gegenstand aus Ebola-verseuchter Wohnung hinaus

Bildlegende: Ein Mann im Schutzanzug trägt Material aus der Wohnung heraus, in welcher der amerikanische Ebola-Patient lebte. Reuters

Ein in Texas wegen Ebola behandelter Patient ist nach Krankenhausangaben gestorben. Dies teilte ein Sprecher der behandelnden Klinik in Dallas mit.

Er war der erste Patient, bei dem in den USA Ebola diagnostiziert wurde. Der Mann kam am 20. September aus Liberia nach Texas. Der Fall schürte Sorgen, dass die vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea wütende Krankheit sich über Westafrika hinaus ausbreiten könnte.

Ebola-Ausbreitung in Europa

Auch Europa ist alarmiert. Nach der ersten Ebola-Ansteckung in Europa sind in einer Madrider Fachklinik jetzt fünf Patienten im Zusammenhang mit der Epidemie in Behandlung. Spanien will die weitere Ausbreitung des lebensgefährlichen Virus unbedingt verhindern. Allerdings konnten die Gesundheitsbehörden weitere Infektionen nicht grundsätzlich ausschliessen.

Was alle beschäftigt: Wie konnte es trotz rigoroser Schutzmassnahmen zu einer Ansteckung kommen? Offenbar ist gerade das Ablegen der Schutzkleidung heikel. Doch auch hier gibt es entsprechende Protokolle, die international befolgt werden. Handelt es sich womöglich um einen Systemfehler?

Kann nur eine Impfung helfen?

Führende Experten beruhigen: Die Infektion der Krankenschwester in Spanien werde keine Epidemie zur Folge haben. Ein solcher Fall sei erwartbar gewesen, sagt etwa Peter Piot von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. «Die Behandlung von Ebolapatienten ist riskant, und gerade medizinisches Personal kann sich leicht infizieren.»

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Vorbereitungs-Kurse für Ebola-Einsatz in Westafrika

2:56 min, aus Tagesschau vom 7.10.2014

Dennoch: Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass sich weitere Personen in Europa anstecken werden. Einziger Lichtblick: «Im Gegensatz zu Westafrika ist Europa aber gegen eine Ausbreitung gut gerüstet.» Auch Genf rüstet sich gegen Ebola. Der Weltverband der Rotkreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften sucht Freiwillige und bildet diese für einen allfälligen Hochrisiko-Einsatz aus.

Uneins sind sich die Wissenschaftler laut Piot darin, ob die Epidemie ohne eine Impfung eingedämmt werden kann. In den betroffenen Ländern gebe es zudem viele praktische Probleme bei der Behandlung. Wissenschaftliche Studien, nach denen das Ebola-Virus bis zu neunzig Tage in Sperma überleben kann, bestätigte Piot. Genesenen Ebola-Patienten werde deshalb empfohlen, für diesen Zeitraum Kondome zu benutzen.

Weitere Verdachtsfälle in Spanien

In der Madrider Klinik Carlos III steht seit Dienstagabend eine weitere Pflegehelferin mit leichtem Fieber unter Beobachtung, wie spanische Medien berichteten. Ausserdem seien in dem Krankenhaus die an Ebola erkrankte Pflegehelferin und ihr Ehemann.

Zusätzlich lägen dort ein spanischer Ingenieur, der aus Nigeria gekommen sei und eine Krankenschwester auf der Intensivstation. Bei beiden seien jedoch entsprechende Tests negativ ausgefallen.

Multiple Kontakte erhöhen Gefahr

Die Behörden erstellten Listen aller Personen, mit denen die erste infizierte Pflegehelferin zuletzt Kontakt hatte. Dazu gehören die rund 30 Mediziner und Pfleger, die mit ihr zusammengearbeitet hatten, sowie 22 Menschen aus ihrem privaten Umfeld und Mitarbeiter des Krankenhauses in der Madrider Vorstadt Alcorcón, in dem die Virus-Infektion festgestellt wurde. Sie wurden unter Beobachtung gestellt.

Die 44-jährige Infizierte wurde in der Nacht zum Dienstag in die Quarantäne-Station der Fachklinik in Madrid verlegt. Sie hatte nach Angaben der Behörden bereits seit einer Woche leichtes Fieber. Die Mediziner hatten dem aber zunächst keine Bedeutung beigemessen. Der Zustand der Frau sei stabil, hiess es.

Mehrere Infizierte weltweit

Auch in Deutschland wird ein Ebola-Patient behandelt. Der Arzt aus Uganda hatte sich in Sierra Leone mit dem Virus angesteckt. In den USA wird derweil ein aus Westafrika in die USA ausgeflogene Kameramann des TV-Senders NBC mit einem experimentellen Medikament behandelt. Der Mann bekomme das von der US-Firma Chimerix entwickelte Präparat «brincidofovir», das derzeit noch getestet werde, teilte die behandelnde Spezialklinik im US-Bundesstaat Nebraska mit. Dem Patienten sei weiterhin viel schlecht, er müsse sich übergeben und habe Durchfall. Sein Zustand sei aber stabil.

Epidemie breitet sich aus

In Guinea, Liberia und Sierra Leone sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits weit mehr als 3400 Menschen an Ebola gestorben. Die EU finanziert mit rund einer Million Euro unterdessen eine Luftbrücke für die betroffenen Staaten in Westafrika. Die erste Maschine mit Hilfsgütern startet am Freitag.