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International Ebola – und kein Ende der Epidemie in Sicht

In Westafrika wütet seit über drei Monaten die bislang schlimmste Ebola-Epidemie. Mehrere Hundert Menschen starben am gefährlichen Virus. Und das Leiden wird wohl noch mehrere Monate andauern, schätzt die WHO. Eine wirksame Medizin gegen Ebola gibt es bislang nicht.

Legende: Video Beispielloser Ebola-Ausbruch in Westafrika abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 04.07.2014.

Ebola wurde vor rund 40 Jahren entdeckt. Dennoch sei man von einer Impfung gegen das Virus immer noch weit weg, sagt Marcel Tanner, Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts TPH in Basel. Bei den Therapien gebe es allerdings Fortschritte.

«Diese wurden im Labor erzielt», erklärt der Forscher. «Sie sind aber noch nicht reif, um angewendet zu werden im Falle dieser Epidemie.» Den Ruf nach einem rascheren Einsatz möglicher Heilmittel oder Impfstoffe gegen Ebola kann er nachvollziehen.

Auch Tanner findet, Tests und Zulassungsverfahren müssten radikal abgekürzt werden: «Es ist klar, dass man sich überlegen muss, wie man neue Therapien oder Impfstoffe erfinden kann. Aber auch, wie man die Prüfverfahren viel zügiger durchführen kann.»

Vernachlässigte Krankheit der Dritten Welt

Dabei dürfe nicht nur die absolute Sicherheit des Medikaments abgeklärt werden, sondern auch die Risiko-Nutzen-Abwägung müsse eine Rolle spielen. So könnten etwa Test an Menschen früher durchgeführt werden, wenn der Nutzen überwiege.

Der Tropeninstitutsdirektor ist überzeugt, dass die Forschung viel stärker vorangetrieben worden wäre, wenn es sich bei Ebola um eine Krankheit der Ersten Welt handeln würde.

Es gehe um die Frage, für wen diese Medikamente seien. «Es sind vernachlässigte Krankheiten, vernachlässigte Menschen und vernachlässigte Systeme», kritisiert Tanner. Er nennt das das «tödliche Dreieck»: «Da wird weniger investiert – leider immer noch zu wenig in der heutigen Zeit.» Ebola sei dabei nur ein Beispiel von vielen, bei denen sein Institut noch grosse Herausforderungen sieht.

Pessimistische Weltgesundheitsorganisation

Die aktuelle, schwere Ebola-Epidemie in Westafrika wird nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO wahrscheinlich noch «mehrere Monate» andauern. Es sei nicht eindeutig abzusehen, wie stark sie sich noch ausbreiten werde, sagte WHO-Vertreter Keiji Fukuda zum Ende einer zweitägigen Ebola-Konferenz im ghanaischen Accra.

Auch Marie-Christine Ferir von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sagte, sie rechne damit, dass es noch mehrere Wochen bis Monate dauern könnte, bis die Epidemie wieder abflaue.

Seit Jahresbeginn starben nach Angaben der WHO in Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits 500 Menschen an hämorrhagischem Fieber. Bei vielen der Opfer wurde Ebola nachgewiesen. Der hoch ansteckende Erreger führt in vielen Fällen zum Tod.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Es werden noch mehr Menschen Sterben, ebenfalls wird der Ebola-Virus auch auf andere Länder übergreifen. Es gibt schon mehrere Fälle die Bekannt wurden. Es ist nur eine Zeit frage bis er hier in der Schweiz ist. P.S. die, welche schon in den anderen Artikeln von SRF Kommentiert hatten, ihr erkennt und verstäht die Gefahr von dem Ebola-Virus nicht, wenn ihr auf jeden Kritischen Kommentar gleich auf diesen wirft und auf Sozial macht. Es ist eine Gefahr für die Menschheit egal wo d. Ebola-Virus ist
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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    "Ebola ist ein Drittweltproblem. Mit ein Grund, weshalb noch kein Mittel dagegen auf dem Markt ist." - Eine Schande für uns alle!
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  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Irgendwann – wenn die Zeit dazu reif ist – mutiert das Ebola-Virus so, dass es sich über die Luft verbreitet, so wie Grippeviren. Dann findet die Korrektur der "Fehlentwicklung Mensch" statt, damit das Gleichgewicht wieder hergestellt wird – so wie es immer in der Natur geschieht, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Dass die Natur dafür winzige Partikel zur Verfügung hat, die nicht einmal richtige Lebewesen sind, nötigt einem (trotz aller Tragik) doch gehörig Respekt ab.
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