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International Ebola: WHO befürwortet Einsatz ungetesteter Medikamente

Mehr als 1000 Menschen sind bislang durch das Ebola-Virus ums Leben gekommen. Erstmals starb auch ein Europäer an den Folgen der Erkrankung. Die WHO hat sich nun für den Einsatz von kaum getesteten Medikamenten ausgesprochen.

Legende: Video Ebola: Therapie um jeden Preis? abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.08.2014.

Ein aus medizinischen Ethikern bestehendes Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürwortet den Einsatz von bisher unerprobten Medikamenten, um das Ebola-Virus in Westafrika zu bekämpfen.

Der US-Sender CNN berichtete zuvor, dass das noch nicht zugelassene Ebola-Mittel «ZMapp» zunächst in Liberia eingesetzt werden soll. Mehrere Dosen des experimentellen Medikaments sollten noch in dieser Woche in das Land gebracht werden.

Hilfe aus den USA für Liberia

Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hatte bereits am Montag bei einem lokalen Radiosender ein leidenschaftliches Plädoyer für eine solche Hilfe aus den USA gehalten. Das Weisse Haus und die US-Zulassungsbehörde FDA hätten zugestimmt, das Mittel kostenlos zwei Ärzten zu verabreichen, hiess es bei CNN.

Allerdings seien bisher nur kleine Mengen des Medikaments vorhanden, gibt SRF-Wissenschaftsredaktor Thomas Häusler zu bedenken. «Das heisst, es wird ganz harte Entscheidungen darüber geben müssen, wer überhaupt damit behandelt werden kann.» Zudem sei die Überprüfung der Wirksamkeit in dem Epidemie-Gebiet kaum gewährleistet. «Es gibt dort schon jetzt viel zu wenig Personal und Know-how.»

Die WHO hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag als internationalen Gesundheitsnotfall eingestuft. Damit konnte die Organisation zu ausserordentlichen Massnahmen greifen, um die Epidemie einzudämmen. Der Einsatz des unerprobten Wirkstoffs alleine sei aber nicht die Lösung, sagt Häusler weiter: «Für einzelne Patienten vielleicht schon, aber kaum für die Bekämpfung der ganzen Epidemie.»

Erstes europäisches Todesopfer

Ein spanischer Priester, der sich in Liberia mit dem Ebola-Virus infiziert hatte, ist inzwischen in einem Madrider Spital gestorben. Das teilte eine Sprecherin der spanischen Gesundheitsbehörde mit. Der 75-jährige Geistliche ist das erste Opfer der Krankheit aus Europa. Er hatte in Liberia für eine Nicht-Regierungsorganisation gearbeitet und sich dort mit dem heimtückischen Virus infiziert.

Letzte Woche war er zusammen mit einer Nonne nach Spanien geflogen worden. Er war mit ZMapp behandelt worden. Bei ihr bestätigte sich der Verdacht auf die Krankheit nicht.

Die Zahl der gemeldeten Ebola-Todesfälle in Westafrika ist inzwischen auf über 1000 gestiegen. Nach Angaben der WHO starben bisher 1013 Menschen. Insgesamt gebe es 1848 Ebola-Fälle. Allein von Donnerstag bis Samstag seien 52 Erkrankte in Guinea, Liberia und Sierra Leone gestorben.

Serum gegen Ebola?

«ZMapp» wurde bislang nur an Tieren getestet. Mangels Medikamenten gegen Ebola wurde es dennoch bei einem Arzt und einer Krankenschwester aus den USA angewendet, die sich beim Umgang mit Ebola-Kranken in Liberia infiziert hatten. Ihnen geht es besser, jedoch ist unklar, ob das tatsächlich auf das Mittel zurückgeht.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von marco meier, aarau
    Was für ein Medikament wurde dem amerikanischen Arzt und der Krankenschwester verabreicht? Zmapp? Weiss das jemand? SRF?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist besser, man testet sie an wirklich infizierten Menschen, als an gesunden Tieren. Erste Erfolge an Menschen sind ja bereits sichtbar. Und das ist doch schon mal positiv. Wie manches Tierleid könnte verhindert werden, wenn man das Medikament ohne Tierversuche erfolgreich an Menschen verabreichen könnte.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      M.Z./Wer garantiert Ihnen,dass Menschen nach einer solchen "Behandlung" nicht noch mehr leiden?Wie geht es ihnen danach?Sterben sie einfach langsamer und in Raten,da die lebenswichtigen Organe irreparable Schäden davon getragen haben? Wer sagt Ihnen,dass Behandelte nicht weiterhin Virus-Träger sind?Wer garantiert,dass ein solches Virus nicht mutiert(Resistenzbildung)?
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Hi Marlene... wenn Medis enrwickelt werden sind Tiere iR die Ersten, wenn man dann sieht es koennte nicht nur wirken, sondern hat auch bis anhin keine Nebenwirkungen, wird an gesunden Probanden ausprobiert, iR Studenten der Medizin.. Freiwillige gegen Bezahlung.. ist dann das Neue immer noch OK wird eine Studie an Patienten gemacht, je nach ethischer Vertretbarkeit doppelblind. das heisst einige Pat bekommen das Medi, die andere Haelfte Placebo.. und der behandelnde Arzt weis nicht wer was hat!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Zu fuerchten sind noch mehr Tote.. also was solls... vorwaerts probiert... event hilft das Eine oder Andere!
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