Ehemaliger AfD-Chef Lucke gründet neue deutsche Partei Alfa

Alfa heisst die neue Konkurrenz für die Alternative für Deutschland. Die Partei wurde um ihren früheren Chef Bernd Lucke gegründet.

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ALFA: Neue Partei des Ex-AfD-Chefs Lucke

1:11 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 19.7.2015

Nach seinem Austritt aus der rechtskonservativen Alternative für Deutschland hat Ex-AfD-Chef Bernd Lucke eine Konkurrenzorganisation gegründet. Die neue Partei heisst Alfa.

Lucke mit erhobenen Händen

Bildlegende: Neun Tage nach seinem Austritt aus der AfD hat er nun eine neue Partei gegründet. Keystone

Die Partei wurde am Sonntag bei einem Treffen in Kassel ins Leben gerufen. Das Kürzel steht für «Allianz für Fortschritt und Aufbruch». Lucke wurde zum Vorsitzenden gewählt. Auch Landesverbände soll es geben. Für 2017 strebt Lucke den Einzug in den Bundestag an.

Thematischer Schwerpunkt werde die Kritik am Euro und an der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik sein, kündigte Lucke an. Die bisherige Euro-Rettungspolitik sei völlig gescheitert, die amtierende Regierung habe «grundfalsche» Entscheidungen getroffen.

Für «geordnete» Zuwanderungspolitik

Zudem wende sich Alfa gegen einen Missbrauch der Asylgesetze und setze sich für eine «geordnete» Zuwanderungspolitik ein. «Zuwanderungspolitik ist ein Problemfeld in unserem Land», sagte Lucke.

Auch gegen eine Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit, die sich unter dem Einfluss der Grünen in Deutschland verbreitet habe, sei die neue Partei. Energie- und Bildungspolitik gehöre ebenfalls zum Programm. Ob sie bereits bei den Landtagswahlen 2016 antreten könne, sei noch nicht klar.

Machtkampf mit Co-Vorsitzender

AfD-Vize Alexander Gauland räumte der Neugründung «keine grossen Chancen» ein. Diese verfüge über «kein Alleinstellungsmerkmal», denn in dem politischen Spektrum, wo sie sich verorte, tummelten sich «schon viel zu viele Parteien».

Lucke war am 10. Juli aus der AfD ausgetreten. Zuvor hatten sich bei einem ausserordentlichen Bundesparteitag die nationalkonservativen Kräfte in der AfD klar durchgesetzt. Zur ersten Vorsitzenden wurde die frühere Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen gewählt. Vorangegangen war ein monatelanger Machtkampf zwischen Petry und Lucke, der eher für liberal-konservative Ansichten steht.

Als stellvertretende Vorsitzende Luckes wurden der Europaabgeordnete Bernd Kölmel sowie die früheren AfD-Landespolitiker Gunther Nickels und Reiner Rohlje gewählt. ALFA-Generalsekretärin ist die Europa-Abgeordnete Ulrike Trebesius.