Ein Glas Whisky auf die Unabhängigkeit

Wovon lebt Schottland eigentlich wirtschaftlich, wenn das Land unabhängig wird? Unter anderem von Whisky – seinem zweitgrössten Exportprodukt.

«Der schottische Whisky hat Revolutionen und Kriege überlebt», sagt Avid Williamson von der Scotch Whisky Association. «Wir produzieren Whisky seit über 500 Jahren, aber dies ist trotzdem eine wichtige Entscheidung für uns».

Die Whisky-Produktion hat in Schottland ein grosses wirtschaftliches Gewicht, denn der Spirituosenartikel ist der zweitgrösste Exportartikel nach der Energieproduktion aus der Nordsee. Neun von zehn Flaschen werden im Ausland abgesetzt. Rund 35'000 Schotten sind in der Whiskyindustrie angestellt.

«Unabhängigkeit nützt dem Whisky»

Alan McConnochie, ein Whisky-Produzent alter Schule, glaubt sogar, dass seine Firma von einer Unabhängigkeit Schottlands profitieren würde. Er betreibt eine Brennerei in Familienbesitz, die Whisky seit 200 Jahren herstellt.

Er sagt, dass es bei einer Annahme der Abstimmung einfacher wird, schottische Produkte zu bewerben. Die nationale Identität werde gestärkt. Könnten sich jedoch die Engländer vom schottischen Whisky abwenden? Er antwortet mit einem verschmitzten Lächeln: Er sei sich sicher, dass seine englischen Freunde den Whisky nicht boykottieren. Weshalb sollten sie?

Referendum zur Unabhängigkeit

Am Donnerstag wählen die Schotten, ob sie noch zu Grossbritannien gehören oder sich vom Vereinigten Königreich abspalten wollen. Kurz vor dem Referendum kämpfen die Regierungschefs Grossbritanniens und Schottlands um die Stimmen der letzten unentschiedenen Schotten.