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Legende: Video Genua gedenkt ein Jahr nach Einsturz der Morandi-Brücke der Opfer abspielen. Laufzeit 01:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.08.2019.
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Ein Jahr nach Brücken-Einsturz Genua gedenkt der Opfer der Morandi-Tragödie

  • Heute vor einem Jahr kollabierte in Genua ein 180 Meter langes Teilstück der Morandi-Autobrücke und stürzte in die Tiefe.
  • Mit Blick auf den ersten Pfeiler der neuen Brücke gedachten Politiker, Einsatzkräfte und Angehörige der Opfer.
  • Betroffene protestierten gegen die Anwesenheit einer Delegation des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia.

Es war 11.36 Uhr, als vor genau einem Jahr in Genua ein etwa 180 Meter langes Stück der Fahrbahn der Morandi-Brücke in die Tiefe stürzte - mit ihr Fahrzeuge und deren Insassen. 43 Menschen starben, 16 wurden zum Teil schwer verletzt.

Eine Apokalypse, die uns den Atem verschlagen hat.
Autor: Angelo BagnascoKardinal und Erzbischof von Genua

Tausende Menschen versammelten sich heute am Unglücksort. Zunächst wurden die Namen der Toten verlesen. Viele Anwesenden hatten Tränen in den Augen. Die Fahnen wurden als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt. Die Glocken der Kirchen läuteten, im Hafen ertönte eine Sirene.

In einem Gottesdienst erinnerte der Kardinal und Erzbischof von Genua, Angelo Bagnasco, am Mittwoch an die «Apokalypse, die uns den Atem verschlagen hat». Die Zeremonie fand in einer Halle mit Blick auf den ersten Stützpfeiler der neuen Brücke von Stararchitekt Renzo Piano statt. Familienangehörige der Opfer und Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz waren dabei.

Auch ausserhalb der Halle versammelten sich viele Menschen. Neben Staatspräsident Sergio Mattarella kamen Regierungsvertreter wie Ministerpräsident Giuseppe Conte und die beiden Vizepremierminister Matteo Salvini und Luigi Di Maio.

Endlose Spurensuche

Die Bilder des Einsturzes während eines starken Unwetters gingen um die Welt. Noch immer ist nicht aufgeklärt, wie es zu der Tragödie kommen konnte. Ermittelt wird gegen mehr als 70 Personen und gegen den Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia, der über den Konzern Atlantia von der Familie Benetton kontrolliert wird. Nach einem Protest von Angehörigen der Opfer verliess die Delegation des Konzerns die Gedenkfeier.

Die Überreste der eingestürzten Brücke sind mittlerweile abgerissen. Die neue Brücke soll Mitte April 2020 fertiggestellt werden. Geleitet wird der Bau vom Stararchitekten Renzo Piano, der ursprünglich aus Genua kommt.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    1. Offiziell heisst die Brücke Polcevera-Viadukt (Viadotto Polcevera bzw. Ponte delle Condotte). 2. Der wirkliche Ponte Morandi steht in der Toscana, wurde 1955 fertiggestellt und führt über einen Seitenarm des Lago di Vagli (Provinz Lucca, Toscana). 3. Es ist dem hervorragenden Architekten und Brückenbauer Riccardo Morandi sehr ungerecht gegenüber, wenn man von einer "Morandi-Tragödie" spricht. Morandi selbst trägt für das Unglück keine Verantwortung.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Man ist heute noch fassungslos, wenn man sich die Bilder dieses Einsturzes der Brücke ansieht. Die Überreste der eingestürzten Brücke sind mittlerweile abgerissen. Man kann nur hoffen, dass die Nachfolgebrücke in der Qualität besser und mit modernster Technik gebaut wird. Im stillen Gedenken an alle Opfer und Verletzen dieser Tragöde.
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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Die Ermittlungen laufen, aber als Kommentator kann ich mich anders als ein Journalist aus dem Fenster lehnen: Aus Profitstreben wurden Sanierungen nicht vorgenommen. Die Folge waren dutzende Tote. Diese Katastrophe ist eine direkte Folge des neoliberalen Privatisierungswahns von wichtigen öffentlichen Infrastrukturen. Dass Private günstiger arbeiten, ist übrigens bei Weitem nicht erwiesen. Und selbst wenn: Ist dies Grund genug, die negativen Konsequenzen bis hin zu Todesfällen zu akzeptieren?
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    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      PS: Ich würde da die privaten Betreiber nur bedingt persönlich verantwortlich machen. Sie handeln im Rahmen dessen, was die Politik vorgibt. Profitmaximierung gehört zum Wesen eines kapitalistischen Unternehmens. Es ist naiv, anzunehmen, dass dabei das Wohl der Allgemeinheit eine Rolle spielt. Deshalb sind Privatisierungen in einigen Bereichen verhindern: Infrastruktur mit Netzcharakter (es kann kein zweites Netz gebaut werden, es kann keinen echten Wettbewerb geben), Bildung, Gesundheitswesen..
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    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Ob die Brücke dem Staat gehört ist zweitrangig. Wichtig ist, dass der Staat die Kontrollfunktion ausübt, wie z. B. Bei ihrem Pkw.
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    3. Antwort von Lothar Drack  (samSok)
      Was die Privatisierung betrifft, bin ich einverstanden. Den Betreibern muss man aber attestieren, dass sie längst eine andere Umfahrung realisieren wollten, dabei aber ausgerechnet von den 5stelle ausgebremst wurden (Grillo behauptete gar, die Morandi- Brücke halte noch 100 Jahre!). Sofort nach der Katastrophe wussten Di Maio wie Schlavini, wer schuldig ist, natürlich nicht die Politiker! Letzterer behauptete gar, dass eine neue, bessere Brücke bis Weihnachten 2018 fertig sein werde...
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    4. Antwort von Christophe Bühler  ((Bühli))
      Die Hoffnung bleibt, aber die Bentonfamilie geht nicht in den Knast
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    5. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Herr Planta, wie viel kostet dann diese Kontrollfunktion? Ist dann nicht der (angebliche) Vorteil, dass private die Leistung günstiger erbringen können, gleich wieder dahin? Zudem: Entweder wird das Unternehmen zur Bezahlung dieser Kosten verpflichtet, oder sonst hiesse das: Die Gewinne den Privaten, die Kosten, respektive ein Teil davon, der Allgemeinheit. Ich bin kein Ökonom. Aber beobachte seit Jahren sehr viele negative Konsequenzen von Privatisierungen.
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    6. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Keffel: bei ihrem PKW zahlen sie die Kontrollkosten und nicht der Staat, so sollte es auch bei privaten öffentlichen Bauten sein.
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    7. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Bühler: die Bentonfamilie muss auch keine Kontrollfunktion ausüben, dies wäre Sache des Staates.
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