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International Ein Land – bewaffnet bis an die Zähne

Militärwaffen für die Polizei – lasche Waffengesetze für die Bürger. Die USA rüsten immer weiter auf. Doch friedlicher wird die Gesellschaft deshalb nicht. Im Gegenteil, der grosse Knall scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Legende: Video «Ferguson: Polizei und Bürger rüsten auf» abspielen. Laufzeit 3:55 Minuten.
Aus 10vor10 vom 25.11.2014.

In den USA werden Polizisten zunehmend mit Militärmaterial ausgerüstet. Gepanzerte Fahrzeuge, Kampfanzüge und Ausrüstung aus dem Krieg. «Eine gefährliche Entwicklung», findet Tim Lynch vom Cato Institute, einem der einflussreichsten Think-Tanks der USA.

Denn mit dem Militärgerät könne sich auch eine Militärhaltung in die zivile Polizei einschleichen. Nämlich dann, wenn die Polizei damit beginnt, die Bürger als Gegner zu sehen.

Gewaltvermeidung vs. Zerstörung

Panzer statt Polizeiautos – das gibt es nicht nur in Ferguson und auch nicht erst seit einigen Wochen. Im Gegenteil, bereits seit 2001 läuft ein Programm, um die lokalen Polizeikräfte im Army-Style aufzurüsten.

«Doch der Auftrag der Polizei ist eigentlich ein ganz anderer», meint Tim Lynch. Während die Armee den Feind mit aller Macht zerstören müsse, sollte die Polizei eigentlich Gewalt möglichst vermeiden.

«Ich will die Familie im Ernstfall verteidigen»

Doch das gelingt scheinbar immer weniger. Viele Bürger fühlen sich trotz der Aufrüstung der Polizei immer unsicherer. Die Folge: Das Geschäft mit der Angst boomt.

«Man weiss ja nie, was passiert, und ich möchte mich und meine Familie im Ernstfall verteidigen können», meint der Kunde eines Waffengeschäfts. Und so wie er denken viele – und das weit über die Grenzen Fergusons.

Tweets von SRF-Korrespondent Arthur Honegger

37 Kommentare

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  • Kommentar von J. Gerber, Muri
    Früher hatte es geheissen: "nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer". Passiert jetzt mit den Schwarzen dasselbe? Und der Wilde Westen scheint auch noch lange nicht gestorben. Die Revolverhelden nehmen überhand. Ich war zwar noch nie in den USA, es animiert mich auch nicht zu gehen.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Nun, die Plünderungen, sowie Zerstörung stehen ja in keinem Zusammenhang mit diesem toten Jungen. Das ist einfach ein Ventil für persönlichen Frust. Aber mit Gewalt auf Gewalt zu reagieren ist generell falsch. So werden Problem nicht gelöst. Im Gegenteil schaden die Schwarzen schlussendlich nur sich selber, respektive ihrem Image in den Staaten.
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    1. Antwort von Kurt Vollmer, Zürich
      E. Waeden, das ist eine gewagte Aussage! In den USA gibt es immer wieder Urteile, welche einem ein Stirnrunzeln ins Gesicht zaubern. Solange jeder drauflos knallen kann, jeder eine Waffe besitzt und Rassismus an der Tagesordnung ist, solange stehen diese Krawalle sehr wohl in einem engen Zusammenhang. Und weil dies in den USA so deutlich sichtbar ist, kämpfe ich in unserem Land gegen Ausgrenzung und für ein friedliches Zusammenleben der Kulturen, auch wenn eine SVP dies hier untergraben will.
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    2. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Ich bin auch SVP..und habe eine schwarze Partnerin.. die CH nachhaltig zu Bewirtschafte via ECOPOP zB hat doch nichts mit Rassismus zu tun, sondern mit Ueberfuellung! Hingegen gebe ich ihnen RECHT bezueglich des amerikanischen Rassismus..
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @K. Vollmer: Spreche hier generell die Gewalt an & dass sie das vorhande Rassismus-Problem, welches ich übrigens immer aufs schärfste verurteile, in Amerika nicht lösen, sondern eben vielmehr neuen Zündstoff gegen die Schwarzen liefert. In anderen Städten haben sie ja friedlich gegen diese Ungerechtigkeit protestieren können. Sachbeschädigungen & Plünderungen sind eben nicht das richtige Mittel.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Man predigt Wein und hofft, dass "man" Wasser trinkt...nun, so gesehen wird das Schiessen in diesem Land weiter gehen.. Freiheit hat ihren Preis.. die Freiheit Waffen zu besitzen.. meine ich!
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