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International Ein Mann, ein Traum

Martin Luther King, eine der wichtigsten Figuren der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, war ein unermüdlicher Verfechter des gewaltlosen Widerstandes. Der Baptistenpfarrer setzte sich nicht nur für Schwarze, sondern alle Menschen ein.

Martin Luther King bei einer Rede.
Legende: Martin Luther King widmete sein Leben dem Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Amerika. Keystone
Legende: Video Amerikaner erinnern an den «Marsch auf Washington» abspielen. Laufzeit 1:20 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.08.2013.

Mit dem Satz «I have a dream» ist Martin Luther King als eine der wichtigsten Figuren der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in die Geschichte eingegangen. Kings Worte und Taten inspirieren Menschen auf der ganzen Welt – bis heute. In seinem Kampf für Gleichberechtigung wählte er nie den einfachsten Weg. Bis zum Schluss propagierte er den gewaltlosen Widerstand, obwohl er selbst mehrmals das Opfer von Gewalt wurde.

Aufgewachsen in Atlanta, Georgia, erfuhr er, wie alle Schwarzen in den Südstaaten, die Rassendiskriminierung am eigenen Leibe. Alle Bereiche des täglichen Lebens waren durch die rigorosen Rassengesetze in schwarz und weiss getrennt. Trotz dieser Zweiklassengesellschaft hegte King keinen Groll gegen die Weissen und blieb stets versöhnlich.

Den Ansprüchen der Weissen genügen

Am 15. Januar 1929 als Sohn einer Lehrerin und eines Pfarrers geboren, spielte die Religion eine wichtige Rolle in Kings Leben. Mit 17 Jahren begann er seinen Vater, den Baptistenprediger Martin Luther King Senior, als Hilfsprediger in der Baptist Church in Atlanta zu unterstützen. Dort besuchte King auch das «Morehouse College», die einzige Hochschule für Schwarze im Süden.

Während seines Theologiestudiums in Pennsylvania war King getrieben von der Angst, den Ansprüchen der Weissen nicht genügen zu können. Dieser Antrieb liess ihn zum Klassenbesten werden. In seinem Studium setzte er sich intensiv mit Mahatma Gandhi auseinander. Von dessen Lehren inspiriert meinte King: «From Gandhi I learned my operational technique.»

Nach seinem Abschluss mangelte es King nicht an beruflichen Angeboten. Doch King entschied sich für den steinigen Weg . Mit seiner Frau Coretta Scott zog er nach Montgomery, Alabama, und wurde dort 1954 Pastor.

Aufruf zum gewaltlosen Widerstand

Innerhalb der Baptist Church begann King damit, den Widerstand gegen die Diskriminierung durch die Weissen zu organisieren. Er gründete dazu ein Komitee für politische Spezialfragen und warb in seiner Gemeinde für verschiedene Verbände, welche sich für die Rechte der schwarzer Bürger stark machten. King propagierte dabei stets den gewaltlosen Widerstand. Trotzdem blieb er selbst von Gewalt nicht verschont.

Zwischen 1955 und 1968 sass der Bürgerrechtler mehr als 30 mal im Gefängnis. Er wurde mehrmals tätlich angegriffen und überlebte drei Bombenattentate.

Mit seinem Kampf für Gleichberechtigung erlangte King weltweite Berühmtheit. 1964 wurde ihm für sein Werk der Friedensnobelpreis verliehen. In seiner Nobelpreisrede erklärte King den Kampf gegen Rassismus, Armut und Krieg als die wichtigsten Aufgaben der Menschen, welche lernen müssten, in diesem grossen «Welthaus» nebeneinander zu leben. Kings Ziel war es, für alle Menschen bessere Lebensbedingungen zu schaffen.

Todesahnung

Trotz seines Einsatzes für den friedlichen Protest, kam es bei Demonstrationen immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen. Der zunehmende Terror von weissen Rassisten in den Südstaaten führte auch zu einer Radikalisierung der Bürgerrechtsbewegung. Kings gewaltloser Widerstand wurde nicht mehr von allen Schwarzen befürwortet. Bewegungen wie die Black Muslims um Malcolm X und die Black Panther Party bekamen immer mehr Zulauf. Diese Gruppen waren vor allem in den Städten des Nordens erfolgreich.

Am 28. März 1968 endete zum ersten Mal eine von King angeführte Demonstration in Krawallen und Plünderungen. Erst später wurde bekannt, dass das FBI Schwarze als Provokateure eingesetzt hatte, um zur Eskalation beizutragen.

Im selben Jahr hielt King seine berühmte Rede «I have been on the mountaintop», in welcher er nochmals versuchte die Demonstranten von der Gewaltlosigkeit zu überzeugen. In der Rede sprach er auch davon, dass er das gelobte Land gesehen habe. Im Nachhinein deuten viele diese Aussage als Todesahnung. Am nächsten Tag, dem 4. April 1968, wurde King auf dem Balkon seines Motels in Memphis, Tennessee, erschossen.

Obwohl der entflohene Häftling James Earl Ray schnell als Täter mit rassistischem Motiv identifiziert und festgenommen wurde, gab es viele Stimmen, die von einer Verschwörung sprachen. Bis heute sind einige Ungereimtheiten des Falles nicht vollständig aufgeklärt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    An M. King hätte sich D. Tutu, der andere "fromme" Friedensnobelpreisträger, der den bewaffneten Kampf des ANC befürwortete und den Westen in die Hölle wünschte, ein Beispiel nehmen können. Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass die Schwarzen und ihre weissen Gesinnungsgenossen allein diesen Kampf ohne viel Unterstützung von oben kaum "gewonnen" hätten. Damit meine ich vor allem Eleanor Roosevelt, John F. Kennedy und - tatsächlich - auch seinen Vize Lyndon B. Johnson.
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  • Kommentar von DEVONAS GIONRUDOLF, LUZERN
    Er wäre/ist ein gutes Beispiel für Barack Obama der die an ihn gesetzten Erwartungen in den USA und der übrigen Welt bei weitem nicht erfüllt! Martin Luther King war wohl zu gut für diese Welt....
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Haben Sie diese Zeit erlebt. Können Sie sich noch erinnern? - Die meisten Leute von heute kennen diese Zeit nur aus den Geschichtsbüchern. Es war eine sehr aufwühlende Zeit mit sehr viel Emotionen.
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