Ein neues Oberhaupt für 77 Millionen Anglikaner

Der 53jährige Justin Welby ist zum Erzbischof von Canterbury ernannt worden. Der frühere Ölmanager, der durch den Tod seines Kindes zum Glauben fand, ist damit auch Oberhaupt der Kirche von England und geistlicher Führer der anglikanischen Weltgemeinschaft.

Der neue Erzbischof von Canterbury (re.), Justin Welby, bei der Amtseinführung.

Bildlegende: Der neue Erzbischof von Canterbury (re.), Justin Welby, bei der Amtseinführung. Keystone

Die Anglikanische Kirche hat ein neues geistliches Oberhaupt. Der 53jährige Justin Welby, ein früherer Ölmanager, wurde zum 105. Erzbischof von Canterbury ernannt. Damit ist er gleichzeitig Oberhaupt der Kirche von England und der anglikanischen Weltgemeinschaft. 

Welby hat jüdische Wurzeln. Seine Vorfahren väterlicherseits flohen vor den Nazis  nach Grossbritannien. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder. Der Tod des sechsten brachte ihn 1983 dem Glauben näher. 1993 wurde er zum Priester geweiht und 2011 zum Bischof von Durham ernannt.

Segen vom Papst

Papst Franziskus, selbst erst kurz im Amt, wünschte Welby Gottes Segen. «Ich freue mich, Sie in naher Zukunft zu treffen und die warme, brüderliche Verbindung fortzusetzen, die unsere Vorgänger verband», schrieb er.

Die Anglikaner spalteten sich 1530 unter König Heinrich VIII. vom Heiligen Stuhl in Rom ab. Ihr weltliches Oberhaupt ist Königin Elizabeth II.. Die Anglikaner gelten als moderner als die Katholiken, folgen in der Liturgie aber den Traditionen Roms und bekennen ihren Glauben an die «heilige katholische Kirche». Bei den Anglikanern dürfen auch Frauen das Priesteramt ausüben, Priester dürfen verheiratet sein.