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Trump feuert FBI-Chef Comey Ein Proteststurm erschüttert die USA

Comeys Entlassung löst in den USA ein mittleres Erdbeben aus. Neben massiver Kritik, hört man auch Verständnis.

Legende: Video «You're fired» abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.05.2017.

Dass er fristlos gefeuert ist, erfährt FBI-Chef James Comey mitten in einer Sitzung mit seinen Mitarbeitern. Er glaubt zuerst an einen schlechten Scherz. Doch es ist keiner.

Er habe bei den Ermittlungen in der E-Mail-Affäre von Hillary Clinton Fehler gemacht, begründet US-Präsident Donald Trump die Entlassung. Viele glauben jedoch, der Präsident wolle die Untersuchung behindern, die Comey im engsten Umfeld Trumps geführt hat. Comeys Entlassung löst einen Proteststurm aus – auf dem politischen Parkett und im Internet.

Parallelen zum Watergate-Skandal

Gleich mehrere Demokraten ziehen bei ihrer Kritik Parallelen zum «Saturday Night Massacre» von 1973, als Nixon in der Watergate-Affäre einen unabhängigen Sonderermittler entliess. Die Senatoren Patrick Leahy und Bob Casey beschreiben Trumps Vorgehen als «Nixonian».

Bob Casey sieht Parallellen zu Watergate

Russland-Untersuchungen weiterführen

Mehrere Demokraten, aber auch der einflussreiche republikanische Senator John McCain, fordern einen Sonderermittler oder -ausschuss, der die Verbindungen des Trump-Teams mit den Russen untersucht.

John McCain fordert Sonderermittler

Der Demokraten-Führer im Weissen Haus, Chuck Schumer, geht noch weiter: «Wenn es in diesem Fall keine Sonderermittlung durch einen Staatsanwalt gibt, dann muss jeder Amerikaner davon ausgehen, dass die Kündigung von Comey einfach ein Ziel hat: Vertuschung.»

Chuck Schumer zu möglicher Vertuschung

Auch Zustimmung für Trump

Die republikanischen Senatoren Lindsey Graham und Roy Blunt loben den Präsidenten für seine Entscheidung. Sie sei eine Chance für einen Neuanfang bei den Russland-Ermittlungen.

Roy Blunt lobt Trumps Entscheidung

Newt Gingrich, der frühere republikanische Abgeordnete, zeigt Verständnis. Trump sei nichts anderes übrig geblieben, sagt er in einem Interview mit Fox News. Generalstaatsanwalt Jeff Sessions habe ihm dazu geraten, und der sei ein erfahrener Mann, den auch die Demokraten bestätigt hätten.

Sessions, der bei den Russland-Ermittlungen selbst in den Ausstand treten musste, warf Comey sachliche Fehler vor. «Trump hat Comey also entlassen müssen», stellt Gingrich fest.

Newt Gingrich verteidigt Trump

Republikaner gegen Sonderermittler

Die Republikaner im US-Senat lehnen einen Sonderermittler ab. «Das würde nur zu einer Behinderung der laufenden Arbeit führen», sagte Mehrheitsführer Mitch McConnell. Er warf den Demokraten Doppelzüngigkeit vor, hätten diese doch oft genug Comeys Arbeit kritisiert. Der demokratische Senator Charles Schumer dagegen erneuerte seine Forderung nach einem Sonderermittler. Er forderte ausserdem, dass Justizminister Jeff Sessions und sein Stellvertreter alle Senatoren über die Hintergründe von Comeys Kündigung informieren sollten, falls nötig auch vertraulich.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    ich sah gestern auf CNN die Morgennews Asien. da war nichts ausser Trumps Peinlichkeiten. Aber das Problem: x mal wurde gezeigt, wie komisch Trump den FBI Chef umarmen versucht, und diskutiert mit Experten, wie peinlich das aussah. Das bestärkt natürlich Leute, die von Politik nichts verstehen, im Glauben, es sei nur anti Trump Propaganda. Das Niveau der US Medien ist grauenhaft, Mitte wie Rechts - links gibt es sowieso nicht.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    HC hätte ihn am ersten Tag gefeuert und die Dems hätten auf der Strasse getanzt.
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    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Es wird ja häufig gefragt, warum die Trump-Fans (mittlerweile nur noch ca. 35%) immer noch zu ihm halten. Antwort: weil die meisten ähnlich realitätsfremd wie ihr Idol sind und nicht fähig sind, das Angerichtete als falsch zu erkennen.
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  • Kommentar von Peter Mueller (Elbrus)
    FBI Chef Comey ist ein Chaot und Selbstdarsteller erster Güte. 2 Pressekonferenzen in 2016. Keine einzige offizielel Anklage. Das FBI verwechselte selbst Backups und Forwarding Mails. Eine solche Behörde ist der komplette Alptraum der USA. Dass Comey auch noch gegenüber dem Justizminister komplett falsche Zahlen der Mails vermeldete hat dann dessen Abgang beschleunigt.
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