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International Ein Toter nach Medikamententest und viele offene Fragen

Ein Toter, Teilnehmer mit möglicherweise bleibenden Schäden – in Frankreich endet ein Medikamententest tragisch. Experten suchen jetzt intensiv nach den Ursachen.

Biotral-Firmenschild
Legende: Die Firma Biotral in Rennes führte den sogenannten Phase1-Test durch. Keystone

Der nach einem Medikamententest in Frankreich für hirntot erklärte Versuchsteilnehmer ist tot. Er sei am Sonntag gestorben, teilte das Universitätsklinikum von Rennes mit, ohne nähere Details zu nennen.

Der Zustand der weiteren Versuchsteilnehmer sei unverändert. Vier von ihnen haben nach früheren Angaben neurologische Beschwerden. Die französischen Gesundheitsbehörden und die Justiz begannen mit der genauen Ursachenforschung.

Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde IGAS, der für Medikamentensicherheit zuständigen Behörde ANSM und der Polizei durchsuchten das Labor der Firma Biotrial in Rennes und befragten Mitarbeiter. Biotrial hatte den nun abgebrochenen Test durchgeführt.

«Unvorhersehbare und unerklärliche Ereignisse»

Die Polizei habe Material und die betroffenen Medikamente sichergestellt, sagte Biotrial-Generaldirektor François Peaucelle nach Angaben der Regionalzeitung «Ouest-France».

Insgesamt hatten seit vergangenem Juli 90 Menschen den Wirkstoff des portugiesischen Herstellers Bial bekommen. Die Ursache für die Vorfälle ist noch unklar. Peaucelle sprach von «unvorhersehbaren, ungeklärten und unerklärlichen Ereignissen».

Wirkstoff im «Schmerzbereich» wurde getestet

Der Wirkstoff des Medikaments soll der französischen Gesundheitsministerin zufolge auf Stimmungsschwankungen und Angstgefühle sowie auf motorische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen abzielen.

Neurodegenerative Erkrankungen sind meist langsam fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems, bei denen immer mehr Nervenzellen verloren gehen – so etwa bei Parkinson. Der Hersteller selbst sprach von einem Wirkstoff im «Schmerzbereich».

Keine Probleme bei über 80 Versuchsteilnehmern

Die Inspektoren wollen nun herausfinden, ob der Test gemäss der geltenden Regeln abgelaufen ist. Hersteller Bial betonte, dass der Versuch gesetzesgemäss von den französischen Aufsichtsbehörden genehmigt wurde.

Wirkstoffe werden bis zur Marktzulassung umfangreich in mehreren Phasen getestet. Das Mittel aus Frankreich befand sich in Phase 1 der klinischen Studie. Dabei wird ein Stoff erstmals an gesunden Freiwilligen auf Verträglichkeit getestet.

Von den übrigen 84 Versuchsteilnehmern wurden bislang keine Gesundheitsprobleme gemeldet. Sie hatten das Medikament in geringerer Dosierung verabreicht bekommen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ein tragischer Fall wird medial hochgekocht. Mutmassungen, Verdächtigungen und Unheil werden vermengt. Ob die vorgefallenen ereignisse Einzelfälle waren, wage ich zu bezweifeln. Was ist das bloss für eine Scheinheiligkeit! Es geht um wirtschaftliche Interessen, um evidente Nachweise von Wirkungen und Nebenwirkungen von Präparaten. Die Zulassungsverfahren sind sehr kompliziert und seeeehhr teuer...
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  • Kommentar von c jaschko (politically correct player)
    Wenn man uns erlauben würde sauberes Wasser zu trinken, saubere Nahrung zu essen und saubeer Luft zu atmen da würde das Wunderwerk der Körper keine Krankheit fangen können aber dann natürlich könnte die Pharmaindustrie auch nicht mit den Gewinnen keine Wolkenkratzer bauen :-)
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Ja c.j.... Ihr :-) zeigt mir, dass Sie die Sache realistischer sehen als Sie schreiben.. es ist tatsaechlich so dass selbst nach Freigabe eines Medikamentes sich noch toedliche Nebenwirkungen herausstellen koennen.. hat schon manches Grossunternehmen an den Rand des Ruins gebracht!!! Und selbst Paracetamol, das man Kleinkindern bis Omi's verabreicht ist in Verbund zB mit Alkohol toedlich (Leber) Ja selbst das Leben ist...Toedlich...! Nur so um der Korrektheit Willen...;-)
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    2. Antwort von c jaschko (politically correct player)
      Herr Nanni, wir könnten ohne weiteres gesund 100 + Jahre leben wenn wir uns vom Land, Pestiziden Frei ernähren könnten :-) Um Produktion zu steigern benutzen wir Pestizide und GMO die wiederum auch den Menschlichen Körper zerstören, also Bon Appétit :-)
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  • Kommentar von Thomas Schweizer (Schweizer_Thomas)
    Die Schweiz wie alle Nationen machen dies seit Jahren / Jahrzehnten --- Jeder weiss es und Niemand tut dagegen was... Antwort darauf kann man schnell geben --- Ist ein Milliardengeschäft Am Besten die Medikamente an den Aktionären und Dividenden-Empfänger ausprobieren... BAG & Swissmedic in CH sind kein Musterverein ... Welt lernt nicht
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Ohne Medikamente waere ich wohl schon lange nicht mehr am Leben.. und SIE?? Gehoeren SIE zu den Gluecklichen die NIE Krank werden??? Ich bin uA schwerst Rheumatiker.. ich habe mich mit den Schmerzen arrangiert.. mit Tabletten nicht immer aber doch rel regelmaessig, und mit selbstgebastelter Mariuhana-Salbe... aber eben alles hochpotente Chemie.. Auch SIE bestehen aus einer hochpotenten chemischen Mixtur.. dadurch leben Sie.. also nicht alles schlecht reden!
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