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International Eindringliche Worte der Nato an Moskau

Die Nato reagiert harsch auf die Luftraumverletzung von russischen Kampfflugzeugen in der Türkei. Von einem Versehen könne nicht die Rede sein, kommentiert der Nato-Generalsekretär die jüngsten Ereignisse. Derweil fliegen russische Jets Angriffe auf die syrische Stadt Palmyra.

Legende: Video Syrische Rebellen schliessen sich zusammen abspielen. Laufzeit 2:53 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.10.2015.

Die Nato geht davon aus, dass Russland am Wochenende bewusst den türkischen Luftraum verletzt hat. «Für uns sah das nicht wie ein Versehen aus», kommentierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Er wolle nicht über die Motive spekulieren, warne aber vor einer Wiederholung. Der türkische Luftraum sei gleichzeitig Nato-Luftraum, betonte Stoltenberg in Anspielung auf die türkische Bündniszugehörigkeit.

Jens Stoltenberg
Legende: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geht davon aus, dass Russland den Luftraum der Türkei vorsätzlich verletzt hat. Keystone

Berichte, wonach ein russisches Kampfflugzeug im türkischen Luftraum sogar sein Radar zur Zielerfassung nutzte, wollte Stoltenberg nicht kommentieren. Nach Angaben der Nato kam es sowohl am Samstag als auch am Sonntag zu Verletzungen des türkischen Luftraumes durch russische Kampfflugzeuge vom Typ SU-30 und SU-24. Sie ereigneten sich in der Region Hatay. Diese liegt an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien, in dem Russland seit der vergangenen Woche Luftangriffe fliegt.

Botschafter zum zweiten Mal einbestellt

Nach der zweiten Verletzung des türkischen Luftraums durch russische Kampfjets bestellte die Regierung in Ankara erneut den russischen Botschafter ein. Man habe noch einmal betont, dass ein solcher Vorfall nicht wieder vorkommen sollte, sagte eine Sprecherin des türkischen Aussenministeriums. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte: «Ein Angriff auf die Türkei ist ein Angriff auf die Nato, das sollte man wissen.»

Die russische Botschaft in Ankara teilte der Agentur Interfax zufolge mit, der Vorfall werde überprüft.

Russische Jets bombardieren Palmyra

Derweil bombardierten russische Flugzeuge die von der IS-Terrormiliz kontrollierte Wüstenstadt Palmyra. Bei rund 40 Angriffen seit dem Vortag seien in Syrien 19 IS-Kämpfer ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, in Palmyra seien drei Munitionslager und 20 gepanzerte Fahrzeuge der Extremisten zerstört worden.

Undurchsichtige Strategie

Moskau betonte mehrfach, seine Bombenangriffe richteten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere terroristische Organisationen. Allerdings kämpfen in der beschossenen Region auch gemässigte Rebellen gegen den IS. So berichteten Menschenrechtsbeobachter und andere Aktivisten am Dienstag auch von neuen russischen Luftangriffen auf die Provinz Idlib, die von verschiedenen Rebellen kontrolliert wird, die den IS bekämpfen.

Mehr als 40 Rebellengruppen werfen Russland zudem ein Massaker an Zivilisten in der Provinz Homs vor und drohten mit Vergeltung. Die gemässigten Rebellen hatten sich mit dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida und anderen Terrorgruppen zusammengetan, um gegen das Regime und den IS zu kämpfen.

Hinweise auf bevorstehende Offensive

Die russischen Luftangriffe auf die Rebellengebiete im Westen Syriens werden als Vorbereitung einer Bodenoffensive gewertet. Mögliche Angriffsziele seien die Stellungen der Rebellen nördlich der Stadt Homs. Dort werden im Moment offenbar Tausende Kämpfer mobilisiert – von den syrischen Streitkräften, der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, den iranischen Revolutionsgarden und anderen verbündeten Milizen.

Der Iran soll bereits Bodentruppen nach Syrien gesandt und Truppen der Hisbollah zusammengezogen haben. Dies bestätigten ein US-Militärvertreter und ein Militärberater der gemässigten Freien Syrischen Armee (FSA). Der Iran wies diese Berichte zurück. Auch der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament hat den Einsatz von Bodentruppen seines Landes in Syrien ausgeschlossen.

Eine Bodenoffensive dürfte die Kritik westlicher und sunnitischer Staaten hervorrufen, die die gemässigten Rebellen in Syrien unterstützen.

Kulturstadt Palmyra

Die zentralsyrische Stadt Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Extremisten haben dort bereits mehrere fast 2000 Jahre alte Kulturgüter zerstört. Zuletzt sprengten sie einen einzigartigen Triumphbogen aus römischer Zeit. Sie legten auch die bedeutenden Tempel Baal und Baal Schamin in Schutt und Asche.

51 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Janthiang (Bruno Janthiang)
    Hat die Nato eigentlich auch so heftig reagiert, als die USA die Klink von "Ärzte ohne Grenzen" in Kunduz bombardierte? Haben sie überhaupt reagiert?
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    1. Antwort von Susanne Lüscher (Lol)
      Nö, aber Putin reagiert gut: Russlands Präsident Wladimir Putin sorgt täglich für Überraschungen. Putin hat offenkundig wie US-Präsident Obama kein Interesse an einer militärischen Konfrontation im Nahen Osten. Nun dürfen Nato-Offiziere nach Moskau reisen, um an der Koordinierung der Luftschläge mitzuwirken.
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  • Kommentar von Eduard Ender (Soso)
    Die NATO beschuldigt die Russen der Aggressivität. Dabei hat die NATO entgegen der Abmachung in den 1990er Jahre als die Russen der Vereinigung von Deutschland nur zustimmten wenn die NATO keine Stützpunkte nach Osten erweitere. Die NATO hat aber unverzüglich damit begonnen die Verträge mit Russland zu brechen und errichtete in mehreren Osteuropäischen Ländern Stützpunkte. Warum liest oder sieht man das nie in den Medien hier im Westen? Nennt man das hier objektiven Journalismus?
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  • Kommentar von Karl Suter (glaubenstreu)
    Die Grossmächte mit der NATO/UNO haben bis Heute nur Kriege, Unfrieden, Hunger, Versklafung und Ungerechtigkeiten hervor gebracht und die Menschen von Gott weggebracht. Von der Botschaft Jesus im hl. Evangeliums wollen sie nichts wissen, obwohl genau dort der Schlüssel des Friedens liegt!
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    1. Antwort von jean-pierre Simon (JPS)
      Herr Sutter, ihre in Christenliebe gleissende Botschaften verblenden schon ein wenig die Realität, weniger wäre mehr. Ich finde überhaupt, dass die Namen Jesus & Gott übertrieben und verschwenderisch gebraucht werden. Vor allem dann, wenn politisch & wirtschaftlich dicke Luft zu atmen ist. Einem Gottesverständnis hat immer die Vernunft, deren vorhanden sein schon genug göttlich ist, voran zu gehen.
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