Eine Internet-Spielwiese für Neonazis

Wer in der rechten Szene einen Namen hat, ist bei «vKontakte». Auf dem russischen Facebook-Pendant können Rechtsradikale ungestört ihr Gedankengut teilen. Auch westeuropäische Neonazis tummeln sich auf der Plattform.

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Russennetzwerk vKontakte

2:02 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 16.10.2016

90 Millionen aktive Nutzer: Das soziale Netzwerk «vKontakte» hat über Russland hinaus Beliebtheit erlangt. Vor allem eine Gruppe tobt sich gerne auf der Plattform, die an Facebook angelehnt ist, aus: Neonazis.

«  ‹vKontakte› ist wichtig für uns, weil dort jeder seine Meinung sagen kann. »

Dmitrij Diomuschkin
Russischer Rechtsradikaler

Um ihre Anhänger zu erreichen, nutzen die Rechtsradikalen vor allem das Internet. Hier müssen sie sich nicht sorgen, zensiert zu werden. Und während russische Neonazis eine Strafverfolgung fürchten müssen, hat sich das Netzwerk «vKontakte» vor allem zu einem Tummelplatz für westeuropäische Rechtsradikale entwickelt, sagt Szenekenner Alexander Werchowskij.

«Die Leute, die bei ‹vKontakte› Inhalte kontrollieren, können häufig keine Fremdsprachen. Sie kümmern sich um solche Accounts meist nur, wenn Beschwerden kommen.»

Und die Plattform zeige auch keine Anstrengungen, daran etwas zu ändern. Darauf angesprochen, teilt «vKontakte» mit, dass alles dafür getan werde, das Netzwerk sauber zu halten.