Zum Inhalt springen

Samantha Power geht Eine Menschenrechtsbotschafterin tritt ab

Legende: Audio Porträt Samantha Power abspielen. Laufzeit 2:51 Minuten.
2:51 min, aus HeuteMorgen vom 19.01.2017.
  • Samantha Power, die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, übergibt ihr Amt ihrer Nachfolgerin.
  • Für die 46-Jährige stand die Verteidigung der Menschenrechte an oberster Stelle – ganz zum Missfallen einiger Amtskollegen.

Samantha Power hat bisher ein bewegtes Berufsleben absolviert: Begonnen hat die abtretende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen ihre Laufbahn zunächst als Kriegsreporterin im Bosnien-Krieg, Ruanda und später in Ost-Timor. Diese risikoreiche Arbeit und ihre Hartnäckigkeit brachte der heute 46-Jährigen den renommierten Pulitzer-Preis, Link öffnet in einem neuen Fenster ein.

Sie werden keinen besseren Anwalt in dieser Frage finden als Samantha
Autor: Barack Obamascheidender US-Präsident

Jahre später versuchte sich die Wissenschaftlerin als Professorin an der Elite-Universität Harvard, bevor Power dem Kabinett des abtretenden US-Präsidenten Barack Obama beitrat. In der Funktion als US-Botschafterin bei der UNO trat sie daraufhin im UN-Sicherheitsrat denn auch vehement als Verteidigerin der Menschenrechte ein – ganz im Sinne ihres Chefs: «Sie werden keinen besseren Anwalt in dieser Frage finden als Samantha», sagte einst Obama über die Arbeit seiner UN-Botschafterin.

Power war Befürworterin des Lybien-Einsatzes

Allerdings wollte Power während ihrer Arbeit in New York in der Regel noch viel weiter gehen als ihr Präsident – insbesondere deshalb, weil sich die Politikerin und Diplomatin ebenfalls als Menschenrechts-Aktivistin sah. So befürwortete die Diplomatin aus humanitären Gründen einen Militäreinsatz in Lybien, um den damaligen Diktator Muammar al-Gaddafi zu stürzen.

Legende: Video Streit zwischen USA und Russland gefährdet Waffenruhe in Syrien abspielen. Laufzeit 1:31 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.09.2016.

Im Syrienkonflikt konnte sie sich mit dem Wunsch, eine Flugverbotszone einzurichten, nicht durchsetzen – wohl auch deshalb, weil sich die negativen Auswirkungen des Lybien-Einsatzes bemerkbar machten.

Weil Power die Diplomatie, Politik und die Menschenrechte in ihrer Funktion vereinigen wollte, war die 46-Jährige desweiteren berühmt für ihre flammenden Reden im UN-Sicherheitsrat. Sie erzählte stets Geschichten von Menschen – wie aus dem belagerten Aleppo.

Zudem schreckte Power nicht davor zurück, die aus ihrer Sicht von Russland verursachten Menschenrechtsverletzungen im UNO-Sicherheitsrat anzuprangern. «Gibt es eigentlich nichts, was sie noch beschämt?» fragte sie ihren russischen Kollegen Witali Tschurkin.

Samantha Power stand für eine aktive UNO

Dieser liess sich die Attacke aber nicht gefallen. Power solle sich im UN-Sicherheitsrat nicht als Mutter Theresa aufspielen.

Legende: Video Samantha Powers Attacke auf Russlands Vorgehen in Aleppo abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Vom 14.12.2016.

Westliche Diplomaten bedauern hingegen ihren Abgang. Die UN verliere demnach eine Kämpferin – eine Frau, deren Einsatz authentisch war. Jemand, welche viel dazu beitrug, die USA nach der Amtszeit von George W. Bush wieder multilateral zu vernetzen.

Fehlen wird die Idealistin Power derweil all denen, welchen die aktive UNO ein Anliegen ist. Diejenigen, die eine Weltorganisation möchten, die sich für Gleichberechtigung von Frauen und Homosexuellen einsetzt. Für eine internationale Strafgerichtsbarkeit – und denjenigen, die ihre Schutzverantwortung der Bevölkerungen in Kriegsgebieten gegenüber wahrnehmen wollen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Es wir immer auffälliger, wie man da diese Obama-Administration besser macht als diese effektiv gewesen ist. Offenbar bedarf es heute nur noch einen guten Draht zu den Medien und man kommt mit allem durch. Da traut sich offenbar keiner mehr kritischer hinzuschauen und gründlicher zu pruefen. NB: Die USA unter Obama führen in Syrien einen illegalen Angriffskrieg, was nach UN-Charta wohl nicht gestattet sein kann.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Leibundgut (vvlidusik@yahoo.com)
    Herr Reber.Geben sie mal Menschenrechte Bilder ein, dann werden sie ja sehen.Oder sie schauen auf You Tube sich den ersten Teil vom Vortrag "1844 und der letzte Angriff" an.Sehr warscheinlich haben sie danach aber noch mehr Fragen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von R. Reber (Reber)
      Der Vortrag den Sie mir vorschlagen wird von Herrn Veith, einem obskuren Verschwörungstheoretiker gehalten, welcher ein Anhänger der christlichen Sekte der Adventisten ist. Phuu, dicke Post... Sind Sie sicher, dass Sie sich im Internet bewegen wollen? Immerhin wurde das WWW im Genfer CERN entwickelt und ich glaube satanischer geht's ja gar nimmer für Kreationisten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    wenn das Menschenrechte sind, was sie vertritt, dann bin ich entschiedener Gegner der Menschenrechte. Einen fremden Staat unter Vorwand Flugverbotszone in Grund und Boden bombardieren, damit den Boden schaffen fuer IS, dass hat sie in Libyen gewollt. welche Menschen sollten solche Rechte haben? eine waschechte Imperialistin.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Geht mir ebenso! Der Dame mit Haaren auf den Zähnen, welche eine ganz verquere Ansicht betr. Menschenrechte vertritt, werden nicht viele nachtrauern. Für mich war sie eine Kriegstreiberin, welche Konflikte anschürte, statt eben für die Rechte aller Menschen einzustehen. Für sie, wie für Obama & Co. sind alle Menschen, welche mit Amerika nicht freundschaftlich verbunden sind Feinde, die es zu bekämpfen gilt & Menschenrechte für sie nicht gelten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Es ist halt ein Problem, wen deren Boss ein sog. Friedensnobelpreisträger ist. Auf mich wirkt sie nur sehr beschränkt glaubwürdig und wahrscheinlich nicht nur auf mich. Es erinnert mich so an Colin Powell, auch den hat man in die UN geschickt und verheizt. Aber eben, Obama ist offenbar ein medialer Heiliger und Liebling des Mainstreams.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen