Eine Million britische Staatsangestellte streiken

Es ist der grösste Streik in der Amtszeit von David Cameron. Der öffentliche Dienst in Grossbritannien wehrt sich gegen die begrenzte Anhebung der Löhne.

Ein Schild mit der Aufschrift «On strike because we all need a pay rise»

Bildlegende: Den Streikenden geht die Lohnanpassung an die Lebenshaltungskosten nicht weit genug. Keystone

Aus Protest gegen die Sparmassnahmen der britischen Regierung im öffentlichen Dienst haben nach Gewerkschaftsangaben mehr als eine Million Staatsangestellte ihre Arbeit niedergelegt.

An dem grössten Streik seit dem Amtsantritt des konservativen Premierministers David Cameron beteiligte sich ein breites Spektrum von Berufsgruppen wie Beamte, Lehrer und Strassenreiniger. In mehreren Städten waren Protestaktionen geplant, auch auf dem Londoner Trafalgar Square.

Lohnanpassung nur begrenzt

Die Staatsangestellten protestierten dagegen, dass die Gehälter seit Jahren nicht mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt halten. Camerons Regierung hatte 2010 die Gehälter im öffentlichen Dienst für zwei Jahre eingefroren und erhöhte sie seitdem nur in begrenztem Masse.

Die Generalsekretärin des gewerkschaftlichen Dachverbandes Trades Union Congress, Frances O'Grady, sagte, die Streikenden forderten, nicht von der wirtschaftlichen Erholung ausgeschlossen zu werden. «Wir sollten alle einen fairen Anteil erhalten, da die Wirtschaft wächst», sagte O'Grady.

Die britische Wirtschaft war infolge der globalen Finanzkrise 2008 stark eingebrochen, überwand jedoch 2009 die Rezession.

Minister rechtfertigt Streik

Der Minister für Kabinettsangelegenheiten, Francis Maude, verteidigte die bisherige Politik und nannte den Streik nicht gerechtfertigt. «Wir sind durch eine tiefe, tiefe Rezession gegangen, wir hatten ein riesiges Budgetdefizit und brauchten Zurückhaltung bei den Gehältern.» Zudem hätten die Gehälter im öffentlichen Dienst stärker zugelegt als in der Privatwirtschaft. «Hätten wir sie mehr erhöht, wären mehr Jobs verloren gegangen», so Maude weiter.