Zum Inhalt springen

International Einer der Gruppenvergewaltiger von Neu-Delhi wieder in Freiheit

Der jüngste der sechs Täter, die 2012 eine Studentin in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt hatten, ist nach drei Jahren aus der Jugendhaft entlassen worden. Das Opfer hatte die Vergewaltigung nicht überlebt. In den Strassen der Hauptstadt kam es wegen der Freilassung zu Protesten.

Demonstrierende Frauen
Legende: Mitglieder einer Studentenverbindung protestieren gegen die Freilassung des Mannes. Keystone

Drei Jahre nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Indien ist einer der Angreifer aus der Haft entlassen worden. Der junge Mann, der zur Tatzeit minderjährig gewesen war, wurde einer Nichtregierungsorganisation übergeben.

Er sein nicht länger in Obhut der Polizei, sagte ein Sprecher der Polizei von Neu Delhi. Der heute 20-Jährige habe eine neue Identität erhalten, hiess es aus Polizeikreisen. Die Eltern des Opfers kritisierten die Entlassung des jungen Mannes aus der Haft scharf.

Den Verletzungen erlegen

Der Mann war 2013 mit vier weiteren Tätern wegen Gruppenvergewaltigung verurteilt worden. Vier der Angeklagten erhielten die Todesstrafe. Der mutmassliche Anführer wurde erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

Die 23-jährige Studentin war im Dezember zusammen mit ihrem Freund in einen Bus gelockt worden. Dort wurde sie von insgesamt sechs Männern schwer vergewaltigt und misshandelt. Ihren Freund schlugen die Täter zusammen. Nach der Tat warfen die Männer das verletzte Paar auf die Strasse und fuhren davon. Die Frau erlag zwei Wochen später ihren Verletzungen.

Politik reagierte mit Todesstrafe

Das Verbrechen hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und Tausende Menschen zu Protesten gegen die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen und die Gleichgültigkeit der Behörden auf die Strassen getrieben.

Kritiker werfen Polizei, Justiz und Politik seit langem vor, Vergewaltigungen oft nicht ernst zu nehmen und angemessen zu verfolgen. Die Politik reagierte mit der Einführung der Todesstrafe bei tödlichen Vergewaltigungen.

9 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    In Indien bleibt noch sehr viel Arbeit für die Frauen . Gerichte die mit solchen perversen Urteilen aufwarten, regen ja die Übeltäter nur noch an, mit ihren Verbrechen weiter die Frauen zu schänden und zu entrechten. Solche Systeme nennen sich zivilisiert - da braut sich bei mir tiefste Verachtung auf.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Th. Steiner: Leider sieht die Realität anders aus, auch in CH !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Das ist Deutschland schon viel weiter! Da haben drei ...... einer Frau KO Tropfen verabreicht und anschliessend kam es zu einer Gruppenvergewaltigung. Sie kamen nach einem Urteil des Berliner Landgerichts frei, weil das Vergewaltigungsopfer »widerstandsunfähig« war und man sie deshalb gar nicht vergewaltigen konnte. Man brauchte halt keine Gewalt. Sie wurden zu Bewährungsstrafen von elf bis 13 Monaten verurteilt. Zudem sollen sie je 500 € Schmerzensgeld an das damals 20-jährige Opfer zahlen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen