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International Einmal Dschihadist und zurück

Als PR-Chef von Al Kaida Deutschland verbreitete Irfan Peci Angst und Schrecken – bis er verhaftet wurde. Weshalb er ausstieg und ehemalige Weggefährten verriet, darüber hat er jetzt ein Buch geschrieben. «10vor10» traf den Aussteiger zum Gespräch.

Legende: Video Irfan – vom Dschihadisten zum V-Mann abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.10.2015.

«10vor10» trifft Irfan Peci in einem Münchner Café – ohne Polizeischutz. Den hätte man eigentlich vermuten können, hat der Mann doch inzwischen nahezu alle seine ehemaligen Al-Kaida-Freunde von damals verraten und ausgeliefert. «Mir ist das Risiko bewusst und ich achte auch auf meine Sicherheit, aber ich bin dennoch der Meinung, dass man sich nicht verstecken sollte.»

Eine mutige Aussage für einen, der vor noch nicht allzu langer Zeit auf der anderen Seite stand. In Deutschland aufgewachsen, kam Peci in seiner alten Heimat – der serbischen Provinz – mit radikalen Salafisten in Kontakt und ging diesen auf den Leim. «Die Rekrutierung läuft nicht platt, sondern sehr dezent ab», so Peci. Man werde als Held und Befreier dargestellt. Nichts sei negativ besetzt.

Doppelagent und Aufklärer

Doch Pecis Karriere als Gotteskrieger endete bereits, bevor sie eigentlich begann. Vor seiner Ausreise wurde er verhaftet, wechselte die Seiten. Danach spionierte er die radikale Berliner Salafisten-Szene aus – spielte das gefährliche Doppelspiel Dschihadist und Agent, und beschaffte brisante Informationen.

Inzwischen ist er aus beidem ausgestiegen: aus Geheimdienstkreisen und der Dschihadisten-Szene. Seine Erfahrungen hat er in einem Buch niedergeschrieben. Damit will er an Schulen auftreten in der Hoffnung, Jugendliche davon abzuhalten, sich den Gotteskriegern anzuschliessen – ihnen die Irrungen und Wirrungen seines eigenen Schicksals zu ersparen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von E. Wagner (E. Wagner)
    Heute kann jeder ein Buchschreiben und wir glauben dann, das wäre die echte reale Wahrheit.
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Hier kann ja offenbar auch jede einen Kommentar schreiben und ein falsches Interesse für ein Buch (bzw. einen Buchtitel etc.) vortäuschen. Aber vielleicht hat man einfach auch vergessen, dass das hier gar keine Zeitung ist... Vielleicht sollte also SRF so Berichte von 10VOR10 nicht noch textlich begleiten, sondern einfach nur die jeweilige 10VOR10-Sendung im Video-Archiv belassen. So kann man sicher auch sparen, wenn nicht alles noch einmal 1:1 wiedergegeben werden muss per schriftl. Text.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Das ist, zumindest könnte es, ein raffinierter Weg der IS sein, unbemerkt Dschihadisten in diversen Länder und später auch Berufen einzuschleusen. Dass der IS vor nichts zurückschreckt ist heute bekann. Vor allem gibt es dort anscheinend sehr intelligente Leute, vielleicht intelligenter als viele die auf die Dschihadisten aufpassen sollten. Ich denke, dass auch der Pilot der Germanwings Maschine mit ähnlichen Tricks als Pilot eingeschleust wurde.
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    1. Antwort von Mark Stalden (Mark)
      Ihre Phantasie kennt wircklich keine Grenzen Frau Roe. German wings war ein Deutscher Selbstmörder.Kein IS oder Islam Weit und breit. Mann kann es auch übertreiben mit wirren Ideen Frau Roe. Kopfschüttel!
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    2. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Ich denke, dass auch der Pilot der Germanwings Maschine mit ähnlichen Tricks als Pilot eingeschleust wurde." Denken Sie doch, was Sie wollen, auch wenn es mit Tatsachen nichts zu tun hat.
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Sie sind eine bemerkenswerte Frau! Ihre Gesinnung macht mir aber Angst! Sehr radikale Ansätze haben sie da!
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    4. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Ich habe mich schon damals Frau Roe angeschlossen, und tue es auch heute wieder.
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    5. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "Ihre Gesinnung macht mir aber Angst!" Persönlich macht mir die nicht Angst, finde sie vor allem schrecklich arrogant, wenn man all die Leute (Verwandte, Bekannte, sämtliche Ermittlungsbehörden in F und D), die von dem Drama in F betroffen waren oder sind, wie Deppen hinstellen tut. So was von massiver Selbstüberschätzung! Zum Glück lesen die hier gar nicht und somit ist der Kommentar von M. Roe eh eher irrelevant.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Unter 1.5 Millionen Migranten werden wohl auch ein paar Dschihadisten, Salafisten, IS-Schergen und Al Kaida-Terroristen sein oder wie sie heissen mögen, die Handabhacker, Bobenleger und Kopfabschneider. Und waren sie nicht bei den 1.5 Millionen diese Jahr, dann doch bestimmt bei den 3 Millionen nächstes Jahr. Schwatzt nur gemütlich weiter!
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    1. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      "... ein paar ... IS-Schergen und Al Kaida-Terroristen..." Es gab schon vor diesem ganzen Flüchtlingsdrama in Europa mehr als ein paar davon. Etliche wurden erwischt, bevor sie morden konnten. Wie alle wissen, war das (Erwischen) aber nicht immer der Fall. Aber ich weiss nicht, warum manche meinen, sie würden in gefühlten 10'000 Kommentaren anderen irgendwas Neues zu berichten haben. "Schwatzt nur gemütlich weiter!" Weiss zwar nicht, wer damit gemeint ist, aber was soll's.
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