Zum Inhalt springen

Einwanderer aus Mexiko US-Behörden trennen 2000 Kinder von ihren Eltern

  • Die US-Behörden haben seit Mitte April an der Grenze zu Mexiko rund 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt, als diese versuchten, illegal über die Grenze zu gelangen.
  • Dies berichtete das US-Innenministerium am Freitag.
  • Es ist gemäss Innenministerium eine gängige Norm in der Strafverfolgung, dass Kinder nicht gemeinsam mit ihren Eltern inhaftiert würden.
  • Die Minderjährigen würden in speziellen Einrichtungen oder bei Pflegefamilien untergebracht, Säuglinge würden allerdings nicht von ihren Müttern getrennt.
Schatten illegaler Einwanderer
Legende: 1995 Kinder wurden beim illegalen Grenzübertritt in die USA von ihren Eltern getrennt. Keystone

Die Trump-Administration hatte im Frühjahr damit begonnen, ihre «Null-Toleranz-Politik» gegenüber illegalen Einwanderern an der Südgrenze zu Mexiko durchzusetzen.

Diese Praxis der Kindertrennung sorgt für Kritik – unter Politikern, Kirchen sowie Kinderrechtsorganisatoren. Die Behörden rechtfertigen sich allerdings, dass sie nur zwei Möglichkeiten hätten: Entweder die illegalen Migranten abzufangen und zu bestrafen, oder sie einreisen zu lassen. Die Oppositionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nannte die Vorgehensweise «beschämend».

Justizminister zitiert Bibelvers

US-Präsident Donald Trump bezichtigte seinerseits Pelosis Demokraten, eine Gesetzesänderung mit einer Lösung für Migrantenkinder verhindert zu haben.

In die Schlagzeilen geriet allerdings US-Justizminister Jeff Sessions, nachdem er Bibelverse zitiert hatte, die das Vorgehen gegen Migranten aus seiner Sicht rechtfertigen sollen.

US-Justizminister Jeff Sessions
Legende: US-Justizminister Jeff Sessions zitierte Bibelverse, um sich zu rechtfertigen. Keystone

«Wer sich nun der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen», so Sessions. Dies heisst es unter anderem im Brief des Apostels Paulus an die Römer, Kapitel 13. Diese Bibelstelle wurde unter anderem von Südstaatlern zur Rechtfertigung der Sklaverei verwendet.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.